Von der Schönheit des Fliegens

Thun

Von Freitag bis Sonntag findet auf dem Flugplatz Thun zum ersten Mal das Internationale Bückertreffen statt. Auf dem Programm stehen verschiedene Vorführungen.

Thun und seine Umgebung werden am Wochenende anlässlich des Bückertreffens oft auch aus der Luft betrachtet werden.

Thun und seine Umgebung werden am Wochenende anlässlich des Bückertreffens oft auch aus der Luft betrachtet werden.

(Bild: Nik Sarbach)

«So, wie es scheint, habe ich meinen eigenen Namen ein wenig unterschätzt», sagt Andreas Wegier. «Als ich vor eineinhalb Jahren mit Hans Fuchs, dem Präsidenten des Flugplatzes, über ein Treffen auf dem Flugplatz sprach, war von 20 bis 30 Oldtimer-Fliegern die Rede.

Und dann wurde alles immer grösser.» Andreas Wegier ist OK-Präsident des ersten, vom neu gegründeten Verein Air Thun organisierten Internationalen Bückertreffens auf dem Flugplatz Thun, das vom Freitag bis zum Sonntag stattfindet. Bücker sind Flugzeuge, welche von 1933 bis 1945 von der gleichnamigen deutschen Flugzeugbaufirma hergestellt wurden.

Frühe Faszination

Mittlerweile sind insgesamt 114 Flieger für das Bückertreffen in Thun angemeldet. «Wir rechnen mit rund zehn Prozent, die nicht kommen können. Es wird aber trotzdem das grösste Treffen für Bücker-Flugzeuge und weitere Gäste in Europa werden», erklärt Wegier.

Von 2006 bis 2012 leitete der 67-Jährige den Flughafen Grenchen und konnte bereits Erfahrungen mit ähnlichen Veranstaltungen sammeln. «Ich bin gut vernetzt und ein wenig ein Sicherheitsfreak. Ich denke, das ist auch der Grund, warum man mir vertraut», sagt er.

Auf den Oldtimer-Geschmack kam Andreas Wegier schon früh, als er Mitte der 60er-Jahre im Welschen den Landdienst verrichtete. «Da habe ich zum ersten Mal eine Bücker gesehen», erinnert sich Wegier. «Der Pilot nahm mich mit auf einen Akrobatikflug. Doch mir wurde speiübel», erinnert er sich zurück.

Unter der ­Brille und der Mütze habe das der Pilot aber nicht wahrgenommen und sei deshalb gleich nochmals losgeflogen. «Seither war mir nie wieder übel beim Fliegen», lacht Wegier.

Sicherheit im Mittelpunkt

Im Rahmen des Bückertreffens wird neben vielen Attraktionen auch das Seminar zum Thema «Sicheres Fliegen in den Alpen» mit Daniel Knecht von der Schwei­zerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle und dem Meteorologen Peter Pöschl vom Schweizer Fernsehen für die Besucherinnen und Besucher angeboten.

«Es ist leider tragisch, dass der Kurs durch das Ju-52-Unglück so viel an Aktualität gewonnen hat. Es zeigt aber auch, wie wichtig solche Auffrischungs- und Weiterbildungskurse sind», sagt Andreas Wegier. Auch durch Fluglehrer begleitete Flüge werden während des Bückertreffens durchgeführt.

Diese Flüge sollen das Wissen von Piloten auffrischen, indem sie ihr Bewusstsein dafür schärfen, mit den schnell wechselnden Bedingungen in den Bergen umzugehen. «Für alle Flüge sind sehr spezifische Routen vorgesehen. Ausserdem müssen Oldtimer-Flugzeuge alle 25 Flugstunden in die Kon­trolle, um sicherzugehen, dass alles funktioniert», erklärt Wegier. Dreimotorige Flugzeuge wie die Ju-52 werden am Bückertreffen keine anwesend sein.

Taufe einer Dewoitine

Ein weiteres Highlight des Bückertreffens wird die Flugzeugtaufe am Freitagnachmittag sein: Zwischen 15 und 15.15 Uhr werden die beiden letzten flugtauglichen, in Thun hergestellten Flugzeuge vom Modell Dewoitine D.26 auf dem Flugplatz Thun ankommen.

«Eine der beiden Dewoitines wird auf den Namen ‹Stadt Thun / Ville de Thoune› getauft werden, was ich sehr passend finde», sagt An­dreas Wegier. Der Prototyp der Dewoitine D.26, welcher in Thun hergestellt wurde, flog zum ersten Mal am 3. Juni 1928. Ab Ende 1929 wurden 66 weitere Maschinen gebaut, welche alle an die Schweizer Armee geliefert wurden.

Ziel der Veranstaltung ist unter anderem, der Thuner Bevölkerung die aviatische Tradition von Thun, wo über 600 Flugzeuge hergestellt wurden, in Erinnerung zu rufen. Zudem möchte Wegier den Besuchern die Schönheit und Vielfältigkeit des Fliegens ­näherbringen.

«Thun ist nämlich die Fliegerstadt der Schweiz. Mein Ziel ist es auch, Thun und das Berner Oberland den Piloten und den Besuchern näher vorzustellen», erklärt Wegier. «Ich wohne seit drei Jahren mit meiner Frau hier und ich bin immer noch begeistert von der Schönheit der Stadt und deren Umgebung. Dieses Gefühl möchte ich gerne weitergeben.»

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt