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Vom Weg auf einer Reise, die zu sich selbst führt

Das Theater 58 aus ­Zürich bringt Paulo Coelhos «Der ­Alchimist» auf die Bühne. Das Publikum im Kleintheater Alte ­Oele in Thun ging am Samstag fasziniert mit und ­genoss die feinfühlige Inszenierung von André Revelly.

Auf dem Weg: Santiago (r., Lorenzo Polin) arbeitet beim Kristallwarenhändler (Silvan Buess), beobachtet von Erzählerin Dagmar Loubier.
Auf dem Weg: Santiago (r., Lorenzo Polin) arbeitet beim Kristallwarenhändler (Silvan Buess), beobachtet von Erzählerin Dagmar Loubier.
Margrit Kunz

Wer der Aufführung des Theaters 58 beiwohnt, bemerkt als Erstes im Kleintheater Alte Oele in Thun das schlichte und doch stimmige Bühnenbild, das die Schauspielenden in ihren Rollen mit Leben füllen. Zuerst erscheint der andalusische Hirte Santiago, der immer wieder den gleichen Traum träumt und sich fragt, was dieser zu bedeuten hat. Er selber will reisen, und auch die Wahrsagerin und der König von Salem raten ihm, sich auf die Suche nach dem Schatz zu machen, der bei den Pyramiden auf ihn wartet.

Santiago macht sich auf den Weg, und je weiter dieser führt, umso deutlicher wird, dass er nicht nur nach dem verbor­genen Schatz sucht, sondern sich auch auf dem Weg zu sich selbst befindet. Am klarsten wird dies bei den Begegnungen mit Fatima und dem Alchimisten. In ihr findet Santiago seine grosse Liebe, eine, die keine Bedingungen stellt. Der Alchimist hingegen rät ihm eindringlich, stets auf das eigene Herz zu hören und auch in schwierigen Situationen mutig den Weg weiterzugehen.

Wichtige Erzählerin

Santiago, die Hauptfigur des ­Romans, tritt eine Reise an und begegnet vielen Leuten an unterschiedlichen Orten, etwa in Tager, in einer Oase oder am Fuss der Pyramiden. Im Theater ist es die Erzählerin, die die Verbindung zwischen den Stationen der Reise herstellt. Sie bereitet auch die Bühne für die nächste Szene vor, während das Bild der Bühne wechselt und das Publikum auf die neue Situation vorbereitet.

Das Theater 58 setzt für alle Rollen vier Schauspieler und zwei Schauspielerinnen ein. Santiago, gespielt von Lorenzo Polin, ist praktisch ständig präsent. Als Erzählerin und Wahrsagerin tritt Dagmar Loubier auf. Fatima wird dargestellt von Seraina Kobelt. Die übrigen Rollen teilen sich Hans Gysi, Silvan Buess und Tobias Fischer. Einem tollen Team gelang eine überzeugende Aufführung.

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