Viele Fragen zum Barell-Gut

Oberhofen

60 Wohneinheiten für bis zu 220 Personen könnten auf dem Barell-Gut in Oberhofen dereinst entstehen. Die Wohnüberbauung löste an einer Info-Veranstaltung viele Fragen aus. Derzeit läuft die Mitwirkung.

Auf dem Barell-Gut in Oberhofen plant die Frutiger AG bis zu 60 Wohneinheiten für den Mittelstand.

Auf dem Barell-Gut in Oberhofen plant die Frutiger AG bis zu 60 Wohneinheiten für den Mittelstand.

(Bild: Stefan Kammermann)

«Dies ist ein grosses Projekt für unsere Gemeinde. Damit wird sich unser Dorf verändern», hielt Sonja Reichen (FDP) am Montagabend fest. Oberhofens Gemeindepräsidentin sprach damit an einer gut besuchten Informationsveranstaltung die angedachte neue Überbauungsordnung für das Barell-Gut an.

Im Sommer 2015 wurde diese letzte grössere zusammenhängende Grünfläche im Dorf unter aktiver Begleitung der Gemeinde an das Bauunternehmen Frutiger AG verkauft. Dies mit dem Ziel, dort eine sozial durchmischte Wohnüberbauung für den Mittelstand zu realisieren. Ursprünglich wollte die Gemeinde die ehemals «Chabis-Chopf» genannte Parzelle selber kaufen. «Es zeigte sich aber, dass das finanzielle Risiko für die Gemeinde zu gross ist», erläuterte die Gemeindepräsidentin.

Junge ins Dorf holen als Ziel

Bis zu 60 Wohneinheiten für etwa 220 Personen in mehrgeschossigen Gebäuden und Einfamilienhäusern mit Flachdach will die Frutiger AG auf der rund 10'000 Quadratmeter grossen Parzelle realisieren. Vorgesehen sind 2 1/2- bis 5 1/2-Zimmer-Wohnungen für Familien, Paare und Singles. Rund die Hälfte der Wohneinheiten soll dereinst Mietern zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung stehen. So könnte zum Beispiel eine 2 1/2-Zimmer-Wohnung zwischen 1100 und 1400 Franken im Monat kosten.

Geplant sind zudem eine unterirdische Einstellhalle mit 83 Parkplätzen und 8 Aussenparkplätze für Besucher. Mit der vorgesehenen neuen Überbauung will die Gemeinde eine bessere demografische Durchmischung erreichen und auch wieder jüngere Leute ins Dorf holen.

Kritik an Flachdächern

Wie Ortsplaner Urs Fischer ausführte, sei das Umsetzen der erarbeiteten Überbauungslösung mit den heute gültigen Vorschriften nicht möglich. Die bestehende Überbauungsordnung (ÜO) «Chabis-Chopf» aus dem Jahr 1990 soll daher in einem Teilbereich durch eine neue ÜO abgelöst werden.

Das Vorhaben löste an der Veranstaltung zahlreiche Fragen und eine rege Diskussion aus. So wurde etwa Kritik an den vorgesehenen Flachdächern laut. «Solche Schachteln haben wir genug im Dorf», meinte ein Votant, während sich ein Anstösser über die Höhe der Gebäude wunderte: «Dies ist nicht akzeptabel.» Grosse Bedenken wurden auch in Sachen Mehrverkehr und Lärm ins Feld geführt. «Dies wird grosse Probleme geben», hielt ein weiterer Votant fest.

Für Petra Maurer Stalder, Präsidentin der SP Oberhofen, ist die neue ÜO eine Chance, in der Gemeinde erschwinglichen Wohnraum zu schaffen. «Die Wohnungsnot in Oberhofen ist besonders unter den Jungen und den Familien gross. Viele müssten wegziehen», sagte sie. Die SP Oberhofen werde sich in der Revision der Überbauungsordnung dafür einsetzen, dass mindestens ein Drittel der neu gebauten Wohnungen zu einer definierten höchstzulässigen Mietzinssumme angeboten werde.

Bis zum 16. September läuft nun die Mitwirkung. Der Entwurf der neuen ÜO kann bis dann auf der Gemeindeverwaltung eingesehen werden. Läuft alles nach Plan, soll die neue ÜO Ende 2017 der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. «Ich bin überzeugt, das Projekt wird die Gemeinde vorwärtsbringen», sagte Sonja Reichen zum Schluss.

Thuner Tagblatt

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