Vergewaltiger muss ins Gefängnis

Der seit Dienstag vor den Schranken des Regionalgerichts Oberland in Thun stehende Somalier ist am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten verurteilt worden.

Das Regionalgericht Oberland hat am Freitag einen Somalier zu 34 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Regionalgericht Oberland hat am Freitag einen Somalier zu 34 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

(Bild: Keystone)

Als schwerste Straftat wurde dem 34-jährigen Somalier Vergewaltigung vorgeworfen, welche er bestritt. Dazu kamen zahlreiche weitere Delikte, von welchen er die meisten in Abrede stellte.

Schuldig gesprochen wurde der Mann neben der Vergewaltigung wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeit, Drohung, Beschimpfung, Sachbeschädigung, Nötigung, Widerhandlung gegen das Waffen­gesetz, Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Hausfriedensbruch, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Entwendung, alles teilweise mehrfach begangen.

Zudem hat er versucht, seiner ehemaligen Lebenspartnerin den gemeinsamen zweijährigen Sohn wegzunehmen.In sieben Fällen wurde das Verfahren eingestellt und in sechs Anklagepunkten erfolgte ein Freispruch.

Der Tötung verdächtigt

Das Urteil des unter Gerichtspräsidentin Dorothea Züllig von Allmen tagenden Kollegialgerichts in Dreierbesetzung lautet auf eine Freiheitsstrafe von 34 Monaten. Die Untersuchungshaft sowie die vorläufigen Festnahmen von 171 Tagen werden in vollem Umfang angerechnet. In Untersuchungshaft sitzt der Somalier, weil er eines Tötungsdelikts in der Stadt Bern im vergangenen Dezember verdächtigt wird. Hiefür läuft ein besonderes Verfahren.

Neben der Freiheitsstrafe wurden eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 10 Franken und eine Übertretungsbusse von 500 Franken verhängt. Letztere als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland aus dem Jahre 2016.

Zudem hat der Verurteilte die Verfahrenskosten von 29 000 Franken zu tragen. Seiner ehemaligen Lebenspartnerin, die als Straf- und Zivilklägerin aufgetreten ist, hat er eine Genugtuung von 2000 Franken auszurichten.

Das Urteil deckt sich weitgehend mit den Anträgen der Staatsanwältin. Demgegenüber hatte die Pflichtverteidigerin in vielen Fällen Freisprüche gefordert und lediglich Geldstrafen und Bussen beantragt.

Infolge Einstellung eines Verfahrens wurde eine Privatklägerin auf den Zivilweg verwiesen. Zwei weitere Privatkläger haben ihre Zivilklage zurückgezogen.

«In vielen Fällen stand Aussage gegen Aussage», führte die Gerichtspräsidentin in ihrer zweistündigen Urteilsbegründung aus. Das Gericht sei jedoch zum Schluss gekommen, dass die Aussagen der Geschädigten als glaubwürdiger einzustufen seien als jene des Beschuldigten.

Ausschaffung droht

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Innert 10 Tagen kann dagegen beim Regionalgericht Oberland Berufung angemeldet werden. Ob dies geschehen werde, konnte die Verteidigerin gegenüber dieser Zeitung noch nicht sagen. Zuerst müsse sie das mit ihrem Klienten besprechen, erklärte sie.

Angesichts der schweren Taten droht dem Mann die Aus­schaffung.

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