Unsere Top 5 2018 & unser Toptipp 2019

Redaktorinnen und Redaktoren der Berner Oberland Medien küren ihre ganz persönlichen fünf Jahresbesten in einer selbst gewählten Kategorie. Und sie sagen Ihnen, was Sie im Jahr 2019 nicht verpassen sollten.

Das Mittsommerfestival an der Lenk wurde gar von zwei Redaktoren als Toptipp 2019 genannt.

Das Mittsommerfestival an der Lenk wurde gar von zwei Redaktoren als Toptipp 2019 genannt.

(Bild: Rösi Reichen)

Marco Zysset

Fünf Ausflüge für die ganze Familie – (fast) direkt vor der Haustür:

Skifahren im Eriz: Mit der Tochter die Pisten zuhinterst im Zulgtal pflügen ist Quality-Time erster Güte.

Kühle Rothache:Während sich im Strämu oder anderen Bädern der Region die Gäste kreuzweise stapelten, haben wir im Brämebedli frisches Rothachewasser und freie Wiesen in vollen Zügen genossen – wochenlang! So, dass die Kleine nach dem Skifahren im Jahr 2018 auch gleich das Schwimmen erlernt hat.

Stockhorn: Ein sichererer Wert, wo sich mittlerweile die ganze Familie auf den Glasboden wagt.

Warme Aareschlucht: Auf der Suche nach Erfrischung führte unser Weg auch in die Aareschlucht. Doch auch die war sommerlich lauwarm...

Auf Muggestutz’ Spuren: Auch wenn die Infrastruktur entlang des Wegs mittlerweile zum Teil etwas angejahrt ist: Die Reise in die Zwergenwelt am Hasliberg ist a) ein ebenso sicherer Wert und b) wahrhaft zauberhaft.

Mein Toptipp für 2019:Es gibt auch heuer noch unzählige Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele vor unserer Haustür, die entdeckt werden wollen – und für die andere eine halbe Weltreise auf sich nehmen.

Michael Gurtner

Fünf kleine grosse Momente, die mir 2018 ein Lächeln ins Gesicht zauberten:

«Gäu, mir sy Fründe», fragte mich mein damals 3-jähriger Neffe im Frühling beim Spielen. Mein Jööö-Moment des Jahres.

«Climbing to the Moon», sang Mark Oliver Everett von der US-Band Eels, die ich seit 22 Jahren verehre, im Sommer live im KKL. Ein himmeltraurig-wunderschöner Song. Und mein Nostalgiemoment des Jahres.

«Tooooor!», frohlockte ich einmal, zweimal, dreimal, viermal beim Fussball-WM-Final, mitverfolgt auf dem Smartphone nach dem Heuen auf einer abgelegenen Alp im Tessin. Mein Sportmoment des Jahres.

«Che bello», fanden meine Frau und ich auf der prächtigen Wanderung von Portofino aus die steile Küste entlang – völlig allein, nur wenige Kilometer von den total überlasteten Wanderwegen der Cinque Terre entfernt. Mein Relaxmoment des Jahres.

Ohne Worte umarmte und drückte mich mein eisenbahnbegeisterter Göttibub (12) nach einem gemeinsam in einem historischen BLS-Zug verbrachten Tag. Mein (gegenseitiger) Dankbarkeitsmoment des Jahres.

Mein Toptipp für 2019: Ganz und gar eigennützig: Der 2. Mai in der Thuner Café-Bar Mokka. Buchvernissage von «Horst und die letzte Nacht des Rock’n’Roll».

Nathalie Günter

Fünf Mami-Hacks, mit denen ich 2018 unserer kleinen, einjährigen Tochter Paroli bot.

La-la-la: Ein quengliges Kleinkind im Auto kann an die Nerven gehen. Bei uns hilft singen, singen und singen. Vom «Löschzugchörli Interlaken» bis zu «Farin Urlaub Racing Team».

Ignorieren: Aussagen wie «Lass das, ich meine es ernst» nimmt meine Tochter (noch) nicht ernst. Am besten nicht hinschauen, dann verlieren alle Fernseher, Vorhänge und Tischtücher ihren Reiz.

Plüschtier 2.0: Man kann nicht früh genug beginnen. Da Englischsprechen im Alltag nicht auf Knopfdruck funktioniert, greifen wir auf das Plüschtier Dude aus «Findet Nemo» zurück. Und Dude spricht im Fall nur Englisch. Merci, Gotti!

Mmhh...: Meine Tochter ist das «purlutere» Gegenteil einer Veganerin. Sie isst alles, am liebsten Fleisch. Damit trotzdem auch was Gesundes in den kleinen Magen wandert, wird das Fleisch erst am Ende aufgetischt. Aus den Augen, aus dem Sinn. Fertigteig: Güetzi backen mit Einjährigen ist nicht zu empfehlen. Wer doch will, nehme Fertigteig. Sonst sind die Nerven schon vor dem Ausstechen weg. Teig essen oder werfen sind dabei noch die harmloseren Szenen.

Mein Toptipp 2019: Auch mit Zweijährigen Güetzi zu backen wird nicht empfohlen.

Jürg Spielmann

Meine 5 Berner Livemusik-Momente (weder urchig noch heimweh- oder alpenunterhaltungstrunken) im letzten Jahr:

Death by Chocolate: Die musikalisch alles andere als «chläbrigen» Bieler föhnten am Mittsommerfestival weg, was nicht niet- und nagelfest war. Eine Wucht.

Veronica Fusaro:Zu Recht längst viel, viel, viel, viel mehr als ein Geheimtipp. Am Blue Balls Festival in Luzern entzückte die einnehmende Thunerin auf dem kleinen Pavillon am See. Noch.

Chica Torpedo: Alter schützt vor Hüftschwung nicht. Ergrauten Hauptes zwar, aber «tschent» wie eh und je liess Schmidi Schmidhauser mit seinem Mundart-Mambo im Spiezer Rox den Rock keine Millisekunde vermissen.

Bubi Eifach:Der einzig wahre Rock’n’Roll aus Bundesbern. Den so heilvoll vertonten «Chlapf a Gring» genehmigte ich mir im Thuner Mokka, wo Bubi und Konsorten auch für Pädu selig spielten. Der schwebte mutmasslich einen Stock höher auf Wolke 7

Melker:Tönt nach Landwirtschaft – eine andere Art von Volksmusik: «Ugateliger» Elektro-Indie-Trash-Disco-Synth-Rock aus dem Breitenrain. In der dortigen «Barbière» sorgten der und scharfer Ingwerer-Likör für gummiweiche Knie...

Mein Toptipp 2019:Die Schlange am Simmewasser: Endo Anaconda mit Stiller Has am Mittsommerfestival. Wo? An der Lenk, dänk!

Stefan Geissbühler

Leben heisst Bewegung, Herausforderung, Abschied und Neubeginn – darum hier fünf Starts für die Ewigkeit.

Start 1: Schon fast traditionell mit der Familie auf der «Blüemlere» – am 1. Januar um 10 Uhr mit dem Niederhorn-Express ab Thun, mit voller Kraft voraus ins neue Jahr, wunderbar.

Start 2: Ebenfalls traditionell – die persönlichen (inoffiziellen) Start-Trainings kurz nach den Lauberhornrennen aus dem Starthaus. Mit voller Kraft… (siehe oben).

Start 3: Erste Elterngespräche in Kindergarten und Schule – Stolz vermischt sich mit dem guten Eindruck von den engagierten Lehrkräften.

Start 4: Zur Bike-Tour des Jahres inklusive Pièce de Résistance (Aufstieg zur Griesalp, mit einer Steigung von bis zu 28 Prozent immerhin die steilste Postautostrecke Europas).

Start 5:Persönliche Premiere mit einer Rede an einem Abonnenten-Anlass in der Manege des Circus Nock. Inklusive Backstage-Führung mit Mitgliedern der legendären Circusfamilie.

Mein Toptipp 2019:Sorry, Kollege Spili – auch mein Toptipp heisst Mitsommerfestival an der Lenk, ist nämlich für Familien bestens geeignet. Obwohl: Mit unserem Toptipp gefährden wir den Geheimtippcharakter des kleinen, aber feinen Festivals bei den schönen Simmenfällen...

Bruno Petroni

Was ein Outdoorherz alles tut, wenn es einen Grossteil des Jahres out ist.

Highflyer 1: Im April 2018, nur wenige Tage vor dem fatalen Gleitschirmunfall, ein Streckenflug über die ganze Niesenkette und bis zum Hohgant. Das letzte luftige Abenteuer für längere Zeit (oder gar für immer?).

Highflyer 2: Der Überflug von der realen zur Teilnarkosewelt ist immer wieder faszinierend. Doch gleich viermal in einem Jahr ist des Guten zu viel. Zu sehr ist dieser Kick mit mühsamen postoperativen Konsequenzen verbunden.

Easy Rider 1: Mit kaputtem Scheiche liess sich wenigstens Töff fahren. Elf Alpenpässe in zwei Tagen, inklusive Stilfserjoch, das war Balsam auf die im Leerlauf befindliche Outdoorseele.

Easy Rider 2: Dasselbe nochmals, diesmal mit Sozia. Einen Tag mehr halt, denn alle zwei Stunden ein «petit Café» fürs Schatzi, das muss schon sein.

NFL: Die American-Football-Liga bietet auch heuer Drama und Spannung. Arme Fingernägel! Wer soll die New Orleans Saints bloss stoppen? In 32 Tagen, nach der Superbowl in Atlanta, wissen wir mehr.

Mein Toptipp für 2019:Nimm jeden Tag, als wärs dein letzter. Und: Zeit kostet nichts. Nimm sie dir.

Franziska Streun

Fünf Sternstunden-Sphären im Jahr 2018, die meine Sinne auch 2019 noch leuchten und vibrieren lassen:

Ausruhen: Weit war die Sicht, still der Tag und herrlich das Salzwasser im Bassin. Die sonnige Woche in zweisamer Ruhe im würzigen Südfrankreich füllte meinen Energietank bis an den Rand auf.

Aufblühen: Ob Legoland, Seebad oder Kino, alleine das Beisammensein mit meinem Göttibub (10) ist eine Oase der Glückseligkeit und lässt mich für einen Moment alles rundherum vergessen.

Aufjauchzen: An der Weltpremiere von #Female Pleasure in Locarno bebte jede Faser meines Seins, derart ergriff und berührte mich dieser Dokumentarfilm, der die ewig alten Strukturen blosslegt, auf denen ungezählte Tragödien dieser Welt basieren.

Aufatmen:Dank der vorübergehenden Pensenreduktion konnte ich mit meiner Romanbiografie über die Baronin und Rothschild-Nachfahrin in die Schlussrunde einbiegen.

Aufsprengen: Ein paar Tage pulsierendes geschichtsträchtiges Weltstadtfeeling in der nie schlafenden Metropole Berlin – und die engen Grenzen der kleinen Welt des Alltags weiten sich aus.

Mein Toptipp für 2019: Staunen über das, was hinter Psychiatriemauern verborgen blieb. Dies bietet das Kunstmuseum Thun ab dem 9. Februar.

Roger Probst

Fünf Augenblicke, die mehr als Augenblicke waren.

28. April, 20.54 Uhr:DAS Meisterbier in Händen, inmitten von 32000 tanzenden, johlenden Menschen, und trotzdem für ein paar Sekunden irgendwie ganz allein, einfach nur glücklich, dass es vollbracht ist.

10. Juni, 20.32 Uhr: Die ersten ruhigen Minuten am Tag nach dem entscheidenden Aufstiegsspiel in die 2. Liga zwischen Steffisburg und Wohlensee. Einsam auf dem Balkon. Endlich Zeit. Zeit zum Verarbeiten. Zeit zum Geniessen. Zeit zum Lesen der zahlreichen SMS.

8. Juli, 18.39 Uhr: Rund 1200 Kilometer von Thun entfernt in einem ungarischen Nest namens Gyulaj ist das Feuer auf der selbstgebauten Grillstelle entfacht. Vorfreude auf ein paar Tage der Entspannung weit weg von Ärger, Internetempfang oder funktionierendem Handynetz.

18. Juli, 20.17 Uhr:Auf einem Felsen nahe der Doldenhornhütte, gemeinsam mit den Knirpsen, die gar nicht mehr so recht Knirpse sind, am Räubergeschichten-Auftischen.

28. November, 15.46 Uhr:Assalé, Sulejmani und Co. geben sich am Flughafen Belp volksnah, kritzeln die YB-Shirts voll. Das Glitzern in den Augen der Knirpse: unbezahlbar.

Mein Toptipp für 2019: Nichts auf die lange Bank schieben.

Samuel Günter

Fortschreitendes Altern schützt vor Erkenntnis nicht. Auch 2018.

Erkenntnis 1– Alte Männer könnens noch: Das bewiesen die britischen Schwermetaller von Iron Maiden am 10. Juli Die Mannen – alle über 60 Jahre alt – rockten das Hallenstadion.

Erkenntnis 2– Oder halt doch nicht immer: Musste ich – noch keine 45 – jedesmal nach dem Basketballspiel erfahren. Die Knie schmerzten 2018 noch etwas länger als 2017.

Erkenntnis 3– Es geht auch mit dem E-Book: Lange wehrte ich mich. Doch logistische Notwendigkeiten zwangen mich zur Anschaffung. Und ich muss zugeben: Es ist nicht unpraktisch.

Erkenntnis 4 – Um 8.15 Uhr aufzuwachen, kann Ausschlafen sein: Früher lag ich an freien Tagen gerne bis in die Mittagsstunden im Bett. Das lag 2018 kaum je drin. Aber es gibt Schlimmeres, als von der einjährigen Tochter geweckt zu werden. Zumal es nur noch sehr selten vor 7 Uhr ist. Erkenntnis 5 – An Silvester kann man auch vor Mitternacht ins Bett: Das hängt stark mit Erkenntnis 4 zusammen.

Mein Toptipp für 2019: Offen für neue Erkenntnisse bleiben, und als Kontrapunkt zu den Kollegen Spielmann und Geissbühler: die Toten Hosen am Greenfield. Wer die Punker 2005 erlebte, will sie auch 2019 nicht verpassen.

Berner Oberländer

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