Trompetenglanz und Orgel-Spielfreude

Thun

150 Besucher erlebten zum Ausklang des Bettags ein heiteres Konzert. André Schüpbach und Markus Aellig spielten am Vesperkonzert in der Kirche Scherzligen ein abwechslungsreiches Programm aus Barock und Romantik.

Der Organist und der Trompeter: Markus Aellig und André Schüpbach in der Kirche Scherzligen.

Der Organist und der Trompeter: Markus Aellig und André Schüpbach in der Kirche Scherzligen.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Exakt dosiert gestaltete der Trompeter André Schüpbach zusammen mit Markus Aellig den Auftakt mit der einleitenden Sonate von Jean-Baptiste Loeillet. Die Auseinandersetzung mit der Musik an den Fürstenhöfen des Barocks kam hingebungsvoll zum Ausdruck. Locker nahm es der ehemalige Stadtkirchen-Organist mit den gut klingenden, aber nicht immer gehorsamen und auch teils verstimmten Registern für das Spiel der Choralpartita von Georg Böhm über «Wer nur den lieben Gott lässt walten».

Faszinierend wirkten Georg Philipp Telemanns «Marches héroiques», deren Sätze musikantisch, schwung- und glanzvoll auf der Piccolotrompete zusammen mit der Orgel interpretiert wurden. Mit weichen, warmen und getragenen Klängen brachte Schüpbach sein Flügelhorn zu Gehör. Die Musiker leiteten in den romantischen Teil über und wurden dem Titel «Im Balladenton» aus Edvard Griegs «Lyrischen Stücken» voll gerecht.

In andächtiges Schwelgen versetzte Aellig im «Andante religioso» aus der dritten Orgelsonate von Felix Mendelssohn. Der romantische Einschlag setzte sich im gleichnamigen Satz aus dem Trompetenkonzert von Oskar Wilhelm Böhme fort.

Passend zum Bettag folgte Mendelssohns sechste Orgelsonate über den Luther-Choral «Vater unser im Himmelreich». Mit viel Elan zog Aellig die Register, um die romantischen Farben passend zur Geltung zu bringen. In «Alla Hornpipe» aus Händels Wassermusik hätte man glauben können, die Trompete wirke mit, es war jedoch die Orgel allein im Einsatz.

Erst danach folgte in Jeremiah Clarkes «English Suite» die helle und strahlende Aufforderung der Piccolotrompete, die zu ihrer leuchtenden barocken Klangfülle durch die Orgel, die Königin der Instrumente, bewegend ergänzt wurde. Der beschwingten und fröhlichen Musizierweise folgte ein kaum enden wollender Schlussapplaus, welchen die Künstler mit einer Zugabe festlichen Trompetenglanzes und fröhlich beherzter Spielfreude verdankten.

Berner Oberländer

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