Waldbrandgefahr im Kanton Bern ist gross

Im Kanton Bern gilt ab sofort teilweise ein Feuer- und Feuerwerksverbot in Wald und Waldesnähe. Es droht ein ­­1. August ohne Feuerwerk.

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In den vergangenen Hitzetagen hat es sich abgezeichnet, nun ist es Tatsache: In grossen Teilen des Kantons Bern gilt wegen der anhaltenden Trockenheit ab sofort ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe.

Die Kantonsbehörden hatten am Donnerstagnachmittag die Waldbrandgefahr im Mittelland, im Berner Jura und in den Voralpen nicht mehr nur als «erheblich», sondern neu als «gross» eingestuft – mit Ausnahme des Berner Oberlands, wo das Risiko von «mässig» lediglich auf «erheblich» anstieg.

Aufgrund dieser neuen Ausgangslage haben die Regierungsstatthalterämter kurz darauf entschieden, für die meisten Verwaltungskreise ein Feuer- und Feuerwerksverbot in und rund um Wälder zu verhängen. Davon ausgenommen sind die vier Verwaltungskreise im Berner Oberland.

Konkret bedeutet das: Wer ein Feuer entfacht, muss mindestens 200 Meter vom Waldrand entfernt sein. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, auch in Gebieten, die sich nicht in Waldesnähe befinden, Vorsicht walten zu lassen.

Absolutes Verbot möglich

Wo am Nationalfeiertag genau Raketen und Vulkane gezündet werden können und ob überhaupt Feuerwerk abgebrannt werden darf, ist noch offen. «Am Montag gibt es eine neue Lagebeurteilung», sagte Christoph Lerch, Regierungsstatthalter Bern-Mittelland.

Lerch rechnet angesichts der aktuellen Wettervorhersagen, die auch noch nächste Woche auf heisses und trockenes Wetter deuten, jedoch «eher mit einer Verschärfung als mit einer Entspannung der Situation». Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass die Waldbrandgefahr in den kommenden Tagen von «gross» sogar noch auf «sehr gross» erhöht werde. Dies würde ein absolutes Feuerverbot auch im Freien bedeuten.

Eine solche Gefahrenstufe herrscht derzeit etwa in den Kantonen Wallis, Tessin oder Graubünden. Im Kanton Bern gab es das absolute Feuerverbot letztmals im Sommer 2015.

Gurten-Feuerwerk fraglich

Die erhöhte Waldbrandgefahr beschäftigt auch die Stadt Bern, die für das traditionelle 1.-August-Feuerwerk auf dem Gurten verantwortlich ist. Ob das Feuerwerk gezündet werden kann, werde am Freitag entschieden, sagte Walter Langenegger, der Chef des städtischen Infodienstes, als Reaktion auf die Verfügung von Regierungsstatthalter Lerch. «Die Absage des Feuerwerks ist unter den gegebenen Umständen eines der Szenarien, die in Betracht gezogen werden müssen», so Langenegger.

Bevor die Stadt ihren Entscheid fällt, will sie noch verschiedene Abklärungen vornehmen. Laut Langenegger geht es dabei etwa um die Entfernung der Abschussrampe des Feuerwerks zum Wald oder um die Frage, ob die Rampe allenfalls verschoben werden könnte, ohne dass die Wirkung des Feuerwerks leiden würde.

Andere Veranstalter von Bundesfeiern haben derweil Forfait gegeben. So plante etwa die Gemeinde Radelfingen ein Fest samt 1.-August-Feuer. Am Donnerstag wurde die Feier vorzeitig abgesagt.

Berner Zeitung

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