Thunerseespiele: 750'000 Franken für weitere 5 Jahre?

Thun

Der Thuner Gemeinderat will der Thunerseespiele AG weiterhin finanziell und in Form von Dienstleistungen unter die Arme greifen.

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Unter den zahlreichen, regelmässig stattfindenden Kulturveranstaltungen «erreichen nur wenige andere Anlässe oder Organisationen in Thun die Bedeutung der Thunerseespiele». Dies schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen zum neuen Leistungsvertrag zwischen der Stadt Thun und der Thunerseespiele AG, welcher am 20. September in der nächsten Sitzung des Stadtrats behandelt wird.

Den Vertrag an und für sich, der zum Beispiel auch die Bewilligung für den bisherigen Aufführungsstandort enthält, hat das Parlament lediglich zur Kenntnis zu nehmen. Befinden kann es dagegen über den jährlich wiederkehrenden Verpflichtungskredit in Höhe von 150'000 Franken. Er soll für die Jahre 2020 bis 2024 gelten.

Hohe regionale Wertschöpfung

Der Gemeinderat attestiert den Produktionen der Thunerseespiele eine «nationale Ausstrahlung». Sie würden das Image der Stadt Thun «als attraktiven und lebendigen Kulturstandort» stärken sowie bei den Gästen aus nah und fern schöne Erinnerungen hinterlassen. Gemäss einer eigenen Studie der Thunerseespiele AG aus dem Jahr 2009 generierte das Musical im Espace Mittelland damals einen Umsatz von 22 Millionen Franken, sei es in der Gastronomie, mit weiteren Besuchen von Musicalgästen in Thun oder in Form von Hotelübernachtungen. Inzwischen wird sogar von einer noch höheren Wertschöpfung ausgegangen.

Barbetrag und Dienstleistung

Auf der anderen Seite stehen die Thunerseespiele im Sommer Jahr für Jahr in Konkurrenz zu etlichen weiteren Freilichtveranstaltungen. Die AG trage «das Risiko der Wetterabhängigkeit auf der ungedeckten Seebühne», was sich auf die Zuschauerzahlen auswirke, heisst es in den Stadtratsunterlagen. Zur Erinnerung: In den Jahren 2013 bis 2016 hatten die Seespiele mit teils stark rückläufigen Zuschauerzahlen zu kämpfen. Mit «Cats» gelang 2017 die Kehrtwende, «Mamma Mia!» egalisierte diesen Sommer sogar den Rekordwert von 83'000 Besuchern aus dem Jahr 2012.

Unter dem Strich hält der Gemeinderat fest, dass die Thunerseespiele trotz Sponsoren und weitgehender Eigenfinanzierung auf den Support durch die öffentliche Hand angewiesen seien. Er schreibt: «Ohne die Unterstützung der Stadt Thun wäre die Weiterführung der Produktionen ernsthaft gefährdet.»

Während die Stadt die Seespiele bis 2009 mit jährlich 90'000 bis 110'000 Franken unterstützte, sind es seither 150'000 Franken. Der Beitrag setzt sich aus einem Barbetrag von 90'000 Franken und Dienstleistungen im Gegenwert von 60'000 Franken zusammen. Für den Zeitraum von 2020 bis 2024 soll die Unterstützung nun in derselben Form weitergeführt werden.

Thuner Tagblatt

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