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Klares Bekenntnis zum neuen Krematorium

Im Schoren in Thun kann ein neues Krematorium entstehen. 82,5 Prozent der Stimmberechtigten haben den 15,66-Millionen-Kredit für den Neubau an der Urne gutgeheissen. Gemeinderat Konrad Hädener zeigte sich über das deutliche Ergebnis erfreut.

Ein einstöckiger Bau mit einem Säulengang auf drei Seiten: So soll das neue gutgeheissene Krematorium in Thun-Schoren dereinst aussehen.
Ein einstöckiger Bau mit einem Säulengang auf drei Seiten: So soll das neue gutgeheissene Krematorium in Thun-Schoren dereinst aussehen.
zvg

Bereits im Stadtrat war es vor gut zwei Monaten eine klare Angelegenheit: Das Parlament sagte mit 30 zu 4 Stimmen Ja zum Projekt für den Bau eines neuen Krematoriums im Gebiet Schoren.

Am Sonntag waren die Thuner Stimmberechtigten an der Reihe, über den Kredit in Höhe von 15,66 Millionen Franken zu befinden – und ihr Verdikt war ebenfalls deutlich: 7152 Personen sagten Ja zur Vorlage, lediglich 1518 lehnten den Kredit ab. Dies entspricht einem Ja-Anteil von 82,5 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 27,15 Prozent.

Wieder 50 Jahre in Betrieb

Gemeinderat Konrad Hädener (CVP), Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, zeigte sich an der gestrigen Medienkonferenz im Rathaus erfreut über das Ergebnis: «Die Thunerinnen und Thuner haben klare Verhältnisse geschaffen. Das ist gut so.» Der Ja-Stimmen-Anteil bewege sich «im Rahmen der Hoffnungen», die sich der Gemeinderat gemacht habe.

Hädener räumte zwar ein, dass der Neubau für die Stadt eine grosse Investition bedeute. Er wies aber auch darauf hin, dass das beim Architekturwettbewerb als Sieger hervorgegangene Projekt «Obon» «nicht nur das beste, sondern eines der günstigsten» gewesen sei.

«Die Enttäuschung über das Resultat hält sich in Grenzen.»

Thomas Hiltpold (Grüne)Stadtrat und Gegner der Vorlage

Im Verhältnis zur voraussichtlichen Nutzungsdauer seien die hohen Kosten gerechtfertigt. «Das neue Krematorium wird ähnlich lange in Betrieb sein wie das heutige», sagte der Bauvorsteher. Konkret bedeutet dies: 50 Jahre – für rund 100'000 Kremationen.

Die relativ tiefe Stimmbetei­ligung erklärte sich Konrad Hä­dener einerseits mit fehlenden ­nationalen oder kantonalen Urnenvorlagen am gestrigen Abstimmungssonntag. «Anderseits hat womöglich die wenig kontroverse Ausgangslage den einen oder anderen Bürger davon abgehalten, die Stimme abzugeben.»

Gegner wenig enttäuscht

Einer der prominentesten Gegner der Vorlage war Stadtrat Thomas Hiltpold (Grüne). Das Projekt passe in dieser Grösse und zu diesem Preis nicht ins Gebäudeportfolio der Stadt, hatte Hiltpold im Parlament erwähnt.

Die Argumente verfingen zu wenig. «Ich hatte gehofft, dass es für etwas mehr Nein-Stimmen reicht», gab Hiltpold Sonntagnachmittag zu. Er hielt aber auch fest: «Die Enttäuschung über das Resultat hält sich in Grenzen.» Seine Partei habe keinen aktiven Abstimmungskampf gegen die Vorlage geführt.

Was, wenn Bau sich verzögert?

Nötig geworden war das Neubauprojekt, weil das heutige Thuner Krematorium beim Stadtfriedhof die Vorgaben der Luftreinhalteverordnung nicht mehr erfüllt. Das Beco, das kantonale Amt für Wirtschaft, hatte daher schon vor Jahren verfügt, dass bis 2012 eine Sanierungslösung umgesetzt werden müsse.

«Das neue Krematorium wird ähnlich lange in Betrieb sein wie das heutige.»

Konrad Hädener (CVP)Thuner Bauvorsteher

Die Frist wurde später bis Ende 2020 erstreckt. Nach der Überprüfung diverser Alternativen war die Stadt zum Schluss gekommen, auf ein Neubau- statt ein Sanierungsprojekt zu setzen. Es schaffe die Voraussetzungen dafür, «dass über das Jahr 2020 hinaus Kremationen in Thun stattfinden können», so die Stadt. Andernfalls hätten die Kremationen nach Bern ausgelagert werden müssen.

Nach dem gestrigen Ja kann die Stadt das Siegerprojekt des Zürcher Teams Markus Schietsch Architekten GmbH und Schmid Landschaftsarchitekten GmbH nun umsetzen. Die nötige Zonenplanänderung im Schoren hat der Stadtrat im September schon beschlossen.

«Sobald das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung die Änderung bestätigt, können wir das Baugesuch, das parat liegt, publizieren», erklärte Hädener das weitere Vorgehen. Dies werde voraussichtlich im Januar der Fall sein. Über allfällige Einsprachen würde der Regierungsstatthalter befinden.

Der Baubeginn soll im November 2018 erfolgen; die Inbetriebnahme ist für den August 2020 vorgesehen. Die frei werdenden Räume im heutigen Krematorium werden weiterhin durch Stadtgrün respektive den dortigen Friedhofbetrieb genutzt.

Was würde jedoch passieren, wenn Einsprachen das Bauprogramm verzögern und der Neubau nicht bis Ende 2020 fertiggestellt ist? «Wir würden beim Beco nochmals eine Fristerstreckung beantragen», erklärte der Bauvorsteher.

«Würde diese nicht gewährt, müssten wir im schlechtesten Fall die Kremationen für eine kurze Dauer nach Bern auslagern.» Der Gemeinderat rechne aber nicht damit, dass dieses Szenario eintrete.

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