Thuner Fasnacht zielt auf Verkehrschaos

Thun

Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Mit der Ichüblete startete am Donnerstag die 20. Auflage. Winkende Tänzerinnen, weisse Handschuhe und Guggenmusik inbegriffen.

Seit Donnerstagabend ist die Stadt Thun in den Händen der Fasnächtler.

Barbara Eggenberger und Simea Fabretti zogen sich vor dem Thuner Rathaus locker weisse Handschuhe an. «Nein, nervös bin ich nicht», sagte die 16-jährige Eggenberger, obwohl sie und ihre Kollegin an der Ichüblete der Thuner Fasnachtam Donnerstagabend mit zwei Hebekränen sechs Meter in die Höhe schwebten. Die beiden jungen Frauen sind Teil des 13-köpfigen Dap-Tanzteams aus Thun, das mit einer eigens einstudierten Choreografie das Motto der diesjährigen Fasnacht, «Goldige Bypass», zelebrierte.

Mit ihren weissen Handschuhen winkten sie. Genau so wie es die Verkehrssicherheitsdienste in und rund um Thun vor und nach Baustellen getan haben und es wohl auch noch weiter tun werden.Am Auftakt zur fünften Jahreszeit in Thun wurde jedenfalls sofort klar: Die Fasnächtler zielen auf das Verkehrschaos rund um die vielen Strassenbaustellen in letzter Zeit. Und dies erst noch mit Pauken, Posaunen, Trompeten und Konfetti.

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Mit Jubiläum

Obergring Thomas Burkhart machte sich auf den Rathausplatz denn auch deutlich bemerkbar. «Hallo Thun, da sind wir», rief er in die Runde. 20 Jahre sei es her, seit in Thun die Fasnacht wieder auflebe. «Wie schnell doch die Zeit vergeht.» Und er holte bei den Anwesenden auf dem Rathausplatz auch gleich einen Schwur ab: «Schwören wir der Trübsal und der Ernsthaftigkeit ab.» Die Antwort aus dem Publikum kam postwendend: «Gring hoch, Gring hoch . . .» Und der Obergring wies auch darauf hin, dass die Thuner Fasnacht in der Schweizer Szene mittlerweile sehr beliebt sei. «Wir mussten über 40 Guggenmusiken, die nach Thun kommen wollten, eine Absage erteilen», hielt er fest. Vermutlich ganz nach dem vorgängig gefassten Grundsatz, der Ernsthaftigkeit abzuschwören.

Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz hatte am Donnerstag jedenfalls gleich doppelt Freude, das Zepter für vier Tage abzugeben. Zum einen, weil Fasnacht sei, und zum anderen, weil diese in Thun nun zum 20. Mal stattfinde. «Habt Sorge zu unserem Stedtli», meinte er schliesslich.

Als die Guggenmusiken zum Lied «Tornero» anstimmten, hatten Barbara Eggenberger und ihre Kollegin wieder sicheren Boden unter den Füssen. «Es hat riesig Spass gemacht, so etwas habe ich noch nie erlebt», sagte sie.

Thuner Tagblatt

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