Thun wird dichter und städtischer

Mehr Wohnraum, Schulraum und Arbeitsflächen: Die Thuner Stadtregierung hat ein neues Entwicklungskonzept entworfen. Nun darf sich die Bevölkerung dazu äussern.

Die Stadt Thun geht davon aus, dass im bestehenden Siedlungsgebiet Reserven für einen Grossteil des erwarteten Bedarfs für Wohnraum und Arbeitsplätze vorhanden sind.

Die Stadt Thun geht davon aus, dass im bestehenden Siedlungsgebiet Reserven für einen Grossteil des erwarteten Bedarfs für Wohnraum und Arbeitsplätze vorhanden sind. Bild: Christoph Gerber

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Die Thunerinnen und Thuner können sich bis im August dazu äussern, wie sich ihre Stadt in den kommenden 20 Jahren weiterentwickeln soll. Grundlage dazu bildet der Entwurf eines neuen Stadtentwicklungskonzept, das die Stadtregierung in die Vernehmlassung geschickt hat.

Dichter und städtischer dürfte Thun in den kommenden Jahren werden, daran lässt der Gemeinderat keinen Zweifel. Die statistischen Prognosen des Bundes gehen von einer Bevölkerungszunahme um rund 5000 Personen in den kommenden 15 Jahren aus. Heute zählt die Stadt rund 45'000 Einwohner.

Mit dem Wachstum stellt sich nicht nur die Frage nach zusätzlichem Wohnraum, sondern auch nach mehr Arbeitsflächen, Schulraum oder Angeboten für Freizeit und Sport. Eine grössere Einwohnerzahl führt auch zu einer verstärkten Beanspruchung des öffentlichen Raums und verursacht zusätzlichen Druck auf das Verkehrssystem.

Bei der Arbeitsplatzentwicklung sind Prognosen schwieriger, da sie stark von der Wirtschaftsentwicklung abhängen. Erkennbar ist aber, dass der Rückgang in den klassischen gewerblich-industriellen Branchen weiter anhalten dürften.

Diesen Strukturwandel will die Stadt mit einem Wachstum im Dienstleistungssektor auffangen. Mischgebiete für nicht störende Arbeitsnutzungen dürften in Zukunft stärker gefragt sein als Industrie- und Gewerbezonen.

Verdichten nach Innen

Die Stadt geht davon aus, dass im bestehenden Siedlungsgebiet «Reserven für einen Grossteil des erwarteten Bedarfs für Wohnraum und Arbeitsplätze vorhanden sind. Diese müssen aber zuerst nutz- und verfügbar gemacht werden.»

Die Stadt möchte Gebiete, die für eine Siedlungsentwicklung nach innen in Frage kommen, möglichst früh benennen, um andere Gebiete vom Entwicklungsdruck zu entlasten. Das Siegenthalerareal etwa soll fürs Wohnen entwickelt werden; das Gebiet Weststrasse Süd als Mischgebiet.

2035, so die Vision der Stadtregierung, sollen sich ergänzend zum bestehenden Stadtzentrum weitere Nebenzentren in Quartieren bilden. Mehr öffentliches Leben erwartet die Stadt namentlich am See (Gebiet Lachen-Dürrenast) oder an der Weststrasse zur Autobahn hin. Mit dem kantonalen Entwicklungsschwerpunkt ESP Thun Nord besteht bereits ein vielfältiges Arbeitsgebiet, das mit der geplanten S-Bahnstation aufgewertet wird.

Mit diesen Bestrebungen erhofft sich die Stadt, Freiräume im Innern zu schaffen und die umgebenden Landschaftsräume zu schützen. Dörflich geprägte Gebiete sollen erhalten bleiben.

Ein strategisches Instrument

Das Stadtentwicklungskonzept legt keine Details fest, sondern zeigt übergeordnete Strategien auf, mit denen der Gemeinderat die Herausforderungen der Zukunft angehen will.

Nach der öffentlichen Mitwirkung, die bis am 24. August dauert, wird das Konzept gegebenenfalls überarbeitet. Voraussichtlich bis Ende Jahr kann es dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt werden. anschliessend werden das neue Baureglement und der Zonenplan erarbeitet. Die Inkraftsetzung der neuen baulichen Grundordnung ist für 2021 geplant.

Parallel zum Stadtentwicklungskonzept legt die Stadt auch den Entwurf des Gesamtverkehrskonzepts 2035 vor. Im Rahmen einer Konsultation können sich dazu Parteien, Verkehrsorganisationen oder Quartierleiste äussern.

Das Gesamtverkehrskonzept formuliert die Verkehrsziele der Stadt, definiert Verkehrsnetz und Strategien für die verschiedenen Verkehrsträger. Daraus werden für die kommenden Jahre Massnahmen abgeleitet.

Mit dem Konzept möchte die Stadt beispielsweise erreichen, dass der Verkehr verflüssigt wird, die Wohnquartiere wirksam entlastet werden oder dass der Anteil des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs zunimmt.

Das Stadtentwicklungs- und das Gesamtverkehrskonzept werden gleichzeitig vorgelegt, damit die Entwicklungen auf einander abgestimmt werden können. (ss/sda)

Erstellt: 14.06.2018, 13:06 Uhr

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