Thun will Schloss Schadau für 5 Millionen sanieren

Thun

Das Schloss Schadau ist im Inneren sanierungsbedürftig. Deshalb bleibt es ab Ende 2017 geschlossen. Die Stadt will es danach besser vermarkten. Zur Wiedereröffnung gibt es einen neuen Pächter.

Das Schloss Schadau im Sonnenuntergang.

Das Schloss Schadau im Sonnenuntergang.

(Bild: Patric Spahni)

Das 1846 im Mischstil (Tudor-Gotik, Neurenaissance) erbaute Schloss Schadau ist, neben dem Schloss oberhalb der Stadt, das markanteste touristische Wahrzeichen Thuns. Von aussen sieht «die Schadau» nach umfassenden Fassadensanierungen (1954/ 1996) schmuck aus. Innen hat sich indes über die Jahre hoher Sanierungsbedarf angesammelt. So müssen etwa die gesamte Gebäudetechnik – vor allem die Küchenbelüftung – und das Dach saniert werden. Eine externe und interne Analyse hat gezeigt, dass das Schloss im Inneren in schlechterem Zustand ist als angenommen.

Eventuell Gästezimmer

Eine Machbarkeitsstudie sollte untersuchen, ob sich in den Obergeschossen allenfalls Hotelzimmer oder andere Nutzungen realisieren lassen. Die Idee, Hotelzimmer einzurichten, ist nicht neu, wurde aber wegen der Kosten und Einwände der Denkmalpflege bisher immer verworfen. «Abklärungen haben ergeben, dass ein klassischer Hotelbetrieb nicht realisierbar ist», hält Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) fest. Eine bauliche Weiterentwicklung der oberen Geschosse sei denk- und machbar. Ob der Einbau von Gästezimmern, Raumgruppen oder Suiten Sinn gäben, müsse im neuen Betreiberkonzept bewertet werden.

Klar ist: «Der Gemeinderat möchte das Schloss Schadau an seiner exklusiven Lage am See noch besser positionieren und vermarkten», nennt Raphael Lanz ein Legislaturziel. Damit will die Stadtregierung «Thun als Stadt am Wasser stärken». Wie genau, ist noch nicht definitiv festgelegt. Immerhin habe die Studie gezeigt und bestätigt, dass man «auf dem richtigen Weg» sei.

Schliessung ein Muss

Das Schloss mit seinem Restaurant und dem Gastronomie-Museum muss während der Sanierung geschlossen werden. Wie lange, ist noch nicht bekannt. Der nächstes Jahr auslaufende Pachtvertrag mit Guy Friedli wurde nur noch um ein Jahr auf Ende Oktober 2017 verlängert (vgl. Text unten). Der Neustart soll mit einem neuen Pächter erfolgen, und dieser wird nun gesucht. «Der künftige Mieter wird sowohl das neue Betriebskonzept wie auch die Umbauten in einem gewissen Rahmen mitbestimmen können», betont Lanz.

Damit ein möglichst grosser Handlungsspielraum geschaffen werden kann, muss auch das Gastronomie-Museum ausziehen – es ist seit 1989 im Schloss. Offen bleibt gemäss Medienmitteilung die Option, dass ein zukünftiger Betreiber den Museumsbetrieb in sein Betriebskonzept einbauen könnte, wenn er will. Die Museumsstiftung ihrerseits erarbeitet nun eine Zukunftsstrategie. «In den letzten Jahren hat nicht nur das Interesse an der Schadau-Geschichte und den historischen Führungen stark zugenommen, sondern auch am einzigartigen Gastromuseum, das ein Stück Schweizer Tourismus-, Gastronomie- und Kulturgeschichte widerspiegelt», schildert Hansjörg Werdenberg, Präsident Stiftungsrat.

Kosten von 5 Millionen

Die Sanierung des historischen Gebäudes ist ab Ende 2017 vorgesehen. Bis dahin werden zunächst das Bauprojekt erarbeitet und die genauen Kosten ermittelt. Gemäss einer Grobschätzung sind für Investitionen und Unterhalt Kosten von etwa 5 Millionen Franken zu erwarten. «Der Gemeinderat ist überzeugt, nun die Weichen richtig gestellt zu haben, um das Schloss Schadau langfristig optimal zu nutzen», hält der Stadtpräsident fest.

Die Schadau-Liegenschaft mit Schloss und Park im Englischen-Garten-Stil ist seit 1925 in Stadtbesitz.

Thuner Tagblatt

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