«Technisch nicht realisierbar»

Thun

Ein Ergebnis im Sinne der Stadt und ihrer eigenen wirtschaftlichen Entwicklung: Thun als Standort für eine neue BLS-Werkstätte ist vom Tisch. Weiterverfolgt werden Standorte im Westen Berns.

Die BLS-Werkstätte kann nicht in Thun gebaut werden. Derzeit wird überprüft ob sich in Brünnen, Niederbottigen, Riedbach, Chliforst-Nord und Chliforst-Süd ein geeigneter Platz findet.

Die BLS-Werkstätte kann nicht in Thun gebaut werden. Derzeit wird überprüft ob sich in Brünnen, Niederbottigen, Riedbach, Chliforst-Nord und Chliforst-Süd ein geeigneter Platz findet.

(Bild: Iris Andermatt)

Die Begleitgruppe «Werkstätte BLS» hat nach eingehender Prüfung mit grosser Mehrheit entschieden, dass Thun für einen Werkstattstandort nicht infrage kommt.

Dies hat die Gruppe, welche von Bernhard Antener aus Langnau präsidiert wird, gestern gegen Abend bekannt gegeben. «Eine Werkstatt in Thun ist technisch nicht realisierbar», wird der Entscheid in der Medien­mitteilung begründet.

Was heisst: «Die Panzerbrücke und die Brücke des Bypass Thun-Nord verunmöglichen die betrieblich nötige Gleisgeometrie», ist zu lesen. Zudem müssten wegen der Brückenpfeiler die Gleise stark gespreizt und weit ausein­ander verlegt werden.

Damit sei die vorhandene Fläche selbst für eine minimale Anlage zu klein. «Weitere Hindernisse sind unter anderem die ungenügende Höhe der Panzerbrücke, verschiedene Landschafts- und Naturschutzgebiete sowie geschützte Bauten», steht weiter.

42 Standorte geprüft

Der geprüfte Bereich befindet sich im Gebiet des kantona-len Entwicklungsschwerpunkts (ESP) Thun-Nord, im Areal zwischen Bahnlinie und Aare.

Die Gruppe hat die Ergebnisse mit Bedauern zur Kenntnis genommen, doch den Entscheid nun definitiv gefällt. «Unter den von der Begleitgruppe geprüften 42 Standorten war der ESP Thun-Nord der einzige, der kein Kulturland beansprucht hätte», ist zu lesen.

Noch während die technischen Abklärungen im Gange gewesen sind, hat die Gruppe den Regierungsrat um eine Stellungnahme zum Standort ESP Thun-Nord gebeten. In einer Interessenabwägung zwischen Kulturlandschutz und volkswirtschaftlicher Bedeutung einer S-Bahn-Werkstatt für den Kanton Bern kommt die Regierung zum Schluss, dass der Standort «unvorteilhaft und mit wirtschaftlichen, raumplanerischen, technischen und insbesondere finanziellen Nachteilen für den Kanton verbunden wäre».

Entscheid im Sinne der Stadt

Der definitive Entscheid entspricht der Position der Stadt: «Wir wissen, dass eine Werkstätte nötig ist, doch wir sind froh, dass nun der Standort Thun definitiv vom Tisch ist», kommentiert Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) auf Anfrage das Resultat der Abklärungen.

«Wir sind froh, denn dieses Areal hätte unsere strategisch wichtigste Landreserve belegt.» Auf diesem Gebiet sehe die Stadt beste Chancen für eine langfristige wirtschaftliche Entwicklung.

Nun könne die Planung fortgesetzt und erste Projekte umgesetzt werden. «Auf einem Baufeld will die Ruag ein Hochhaus errichten, und ein anderes Feld wird die Armasuisse demnächst ausschreiben», sagt Raphael Lanz.

Derzeit prüft die Begleitgruppe gemäss Mitteilung noch Standorte im Westen Berns (Brünnen, Niederbottigen, Riedbach, Chliforst-Nord und Chliforst-Süd), in Konolfingen und in Allmendingen. Die Arbeiten werden im Herbst abgeschlossen.

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