Tannenbäume, Schafe und Mutproben

Steffisburg

Das kultige Tannenbaumwerfen zog auch dieses Jahr viele Besucher auf den Dorfplatz. Dort konnten sie sich in luftige Höhen transportieren lassen oder Wissenswertes über Schafe und Tannenbäume lernen.

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«Ich will mich doch jetzt nicht blamieren», sagte eine junge Frau mit einem Tannenbaum in der Hand. Nach viel gutem Zureden wagte sie es, schritt entschlossen auf die gelbe Linie zu, holte tief Luft und schickte den Tannenbaum auf seine Reise.

Leider war diese Reise nach wenigen Sekunden schon zu Ende – der Tannenbaum landete nur wenige Meter nach der gelben Linie auf dem Beton. Nicht krachend, sanft. So ging es den ganzen Samstag auf dem Steffisburger Dorfplatz. Dort fand bereits zum 9. Mal das kultige Tannenbaumwerfen statt.

Spektakuläre Aussicht

Auf dem Dorfplatz jubelten aber nicht nur geschickte Werferinnen, sondern auch Adrenalin­junkies. «Ich war heute schon viermal da oben», sagte Dario begeistert, nachdem er sicher aus dem Korb der Autodrehleiter der Steffisburger Feuerwehr ausgestiegen war. «Ich finde das einfach super», erklärte er strahlend. «Das ist schon genial», pflichtete die Mutter ihrem Sohn bei.

Andere Besucher bekundeten mehr Mühe mit dem An­gebot, das die Feuerwehr für das 9. Steffisburger Tannenbaumwerfen organisiert hatte: «Mir wurde ein bisschen schlecht dort oben», erinnerte sich eine ältere Steffisburgerin an den etwas anderen Blick auf den Dorfplatz. «27 Meter ist schon nicht schlecht», meinte dann auch Feuerwehrmann Markus Trachsel nicht ohne Stolz.

Neben dem für die meisten einmaligen Erlebnis im Autodrehleiterkorb betrieb die Feuerwehr Präventionsarbeit und stand für Fragen jeglicher Art zur Verfügung.

Schafe statt Herbizid

Keine Fragen beantworteten die beiden Shropshire-Schafe, die von Blumen Gerber & Co. Steffisburg auf den Dorfplatz gebracht worden waren. Dank diesen Tieren, die zwischen den Tannenbäumen grasen, verkauft die Gärtnerei jährlich rund tausend Tannenbäume aus eigenem Anbau, die ohne jegliche Herbizide gepflegt wurden.

Denn Shropshire-Schafe – und nur sie! – weiden das Gras in den Christbaumkulturen ab, ohne die Tannenbäume zu beschädigen. Durch das Weiden entwickelt sich eine dichte Grasnarbe, Unkraut kann sich kaum entwickeln, und es entstehen auch weniger Schäden durch Mäuse.

Neben den Tannenbäumen flogen am Samstag auf dem Steffisburger Dorfplatz auch ganz viele Schneeflocken durch die Luft. Das tat dem Dorffest aber keinen Abbruch: «Trotz dem eher schlechten Wetter kamen viele Leute», freute sich Markus Trachsel.

216 Teilnehmer

Diesen Eindruck bestätigt auch ein Blick in die Statistiken: Am Tannenbaumwerfen nahmen 216 Personen teil – das sind neun mehr als im letzten Jahr. Der etwas andere Weitwurf erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Wann sonst kann man einen Tannenbaum in die Luft werfen und dafür noch einen Preis gewinnen? Eben.

Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – für jeden gab es einen Tannenbaum in passender Grösse. Von 20 Zentimetern bis 7,67 Meter weit warfen die Steffisburger die Bäume an ihrem Dorffest. Manche erledigten diese Aufgabe mit links, andere traten mit grossem Ehrgeiz an und scheiterten oder brillierten unter dem Gelächter von Freunden und Bekannten.

Nachdem die Tannenbäume geworfen, die Schafe gestreichelt und die Freunde von oben betrachtet worden waren, ging es für viele zur Erwärmung ins Festzelt. Dort liess man es sich bei einem «Tanneboumkafi» gutgehen.

Rangliste auf www.steffisburg.ch

Thuner Tagblatt

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