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Stadt saniert 150-jähriges Haus für 660'000 Franken

Die Stadt saniert das Gebäude an der Allmendstrasse 8. Die Nutzung mit Wasserlabor, Pilzkontrolle und Notschlafstelle bleibt erhalten.

Michael Gurtner / pd
Das Haus an der Allmenstrasse 8 wird von der Stadt saniert.
Das Haus an der Allmenstrasse 8 wird von der Stadt saniert.
Michael Gurtner

Es ist ein altehrwürdiges Haus: 1866 baute der Schreinermeister Jakob Hodler das Gebäude an der Allmendstrasse 8 in Thun als Wohnhaus mit Laden – und zwar «in spätklassizistischer Grundhaltung», wie es in einer am Mittwoch verschickten Medienmitteilung der Stadt heisst.

Das Gebäude ist im Bauinventar der Stadt als schützenswert eingestuft und beherbergt heute im Erdgeschoss das Thuner Wasserlabor und die Pilzkontrolle, im Obergeschoss die Notschlafstelle der Wohnhilfe Thun mit den dazugehörigen Büroräumen im Dachgeschoss.

Allerdings nagte der Zahn der Zeit an der Liegenschaft: «Vor allem die Fassade, das Dach und die Fenster sind sanierungsbedürftig», teilt die Stadt mit.

Die Fenster zur Allmendstrasse entsprechen nicht mehr der Lärmschutzverordnung des Bundes. Deshalb wird die Stadt als Eigentümerin nun aktiv und saniert die Liegenschaft, um Folgeschäden vorzubeugen. Das Baugesuch wurde bereits eingereicht, es wird gemäss Medienmitteilung demnächst publiziert.

Ausführung von Sommer bis Herbst

«Die Sanierung konzentriert sich auf die Gebäudehülle und den Einbau einer kontrollierten Lüftung für die oberen Geschosse», schreibt die Stadt weiter. Und: «Damit die Gebäudehülle energetisch optimiert wird, werden die Fenster ersetzt und das Dach gedämmt und erneuert.»

Die Stadt Thun führe die Arbeiten in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege aus. Erneuerungen in Gebäudetechnik und Innenräume würden zurückhaltend getätigt. Die Sanierungsarbeiten sollen im Sommer ­realisiert und bis im Herbst abgeschlossen sein.

Die Notschlafstelle, das Wasserlabor und die Pilzkontrolle bleiben während der gesamten Bauzeit in Betrieb. Die heutige Nutzung des Gebäudes bleibt zudem auch nach der Sanierung erhalten. Die Kosten für das Projekt betragen rund 660'000 Franken.

Koordination mit Sanierung der Vorgärten

Die Arbeiten werden mit dem Umbau des Kreisels Guisanplatz koordiniert – und mit der Sanierung der Vorgärten an der Allmendstrasse 8–16. Dieses Projekt sorgte im Herbst 2016 für Diskussionen. Zur Erinnerung: Die Stadt will die Häuserzeile aufwerten und sieht bei den Vorplatzbereichen teilweise hohen Unterhaltsbedarf.

Nun soll ein stimmiges Gesamtbild geschaffen und die Abgrenzungen zur Strasse hin vereinheitlicht werden. Konrad Hädener (CVP), Vorsteher Bau und Liegenschaften, sprach von einem «relativ sanften Eingriff»: Einzelne Bäume würden gefällt, Nutzungseinschränkungen gebe es nicht.

Das Projekt sorgte trotzdem für Kritik – etwa von Pädu Anliker, der an der Allmendstrasse 14 das Café Mokka führte. Kurz vor seinem überraschenden Tod am 25. Oktober erklärte Anliker gegenüber dieser Zeitung in Sachen Sanierung der Vorgärten: «Wir müssen wohl damit leben.»

Wichtig sei, dass die Mokka-Deko mit Fähnchen und Girlanden gewährleistet sei. Diese Zusicherung habe er von Konrad Hädener erhalten. Der CVP-Gemeinderat bestätigt dies: «Wir waren mit Herrn Anliker vor Ort und haben das Projekt zusammen angeschaut.

Wir sind so verblieben: Was für das Mokka unabdingbar sei – etwa die Werbetafel und die Deko – soll uns gemeldet werden, dann nehmen wir darauf Rücksicht.» Es sei klar, dass die Stadt auch nach Pädu Anlikers Tod zu dem stehe, was mit ihm abgemacht worden sei.

Noch fehlt laut Konrad Hädener die Baubewilligung für die Sanierung der Vorgärten. «Wenn es keine Einsprachen gibt, gehe ich davon aus, dass wir diese in zwei bis drei Wochen erhalten.» Danach könne mit den Arbeiten begonnen werden.

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