Stadt sammelte Kartoffeln für Arme

Der Gemeinderat von Thun beschloss im April 1917, eine Kartoffelsammlung für Mittellose durchzuführen.

Kartoffeln waren in den Kriegsjahren begehrt. Der Thuner Gemeinderat veranlasste im April 1917 eine «Kartoffelsammlung von Haus zu Haus» für Unbemittelte.

Kartoffeln waren in den Kriegsjahren begehrt. Der Thuner Gemeinderat veranlasste im April 1917 eine «Kartoffelsammlung von Haus zu Haus» für Unbemittelte.

(Bild: Fotolia)

Wegen des Ersten Weltkriegs und Missernten wurden Lebensmittel ab 1916 in der Schweiz knapp. Im April 1917 ergab eine Bestandesaufnahme der Kartoffelkommission, dass für die Gemeinde Thun 90 Doppelzentner an Saatgut zu wenig vorhanden waren. Die Gemeinde Sigriswil half mit einer Lieferung aus ihren Überschüssen. Ferner beschloss der Thuner Gemeinderat, eine «Kartoffelsammlung von Haus zu Haus» zu veranlassen. Die gesammelten Kartoffeln sollten an Unbemittelte als Saatgut abge­geben werden.

Was vor 100 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

4. 4. 1917 Die sozialdemokratische Mitgliedschaft Thun hat sich laut «Tagwacht» mit 46 gegen 5 Stimmen gegen die Landesverteidigung ausgesprochen.

10. 4. 1917 Eduard Balmer, Primarschullehrer in Thun, ist im Alter von 50 Jahren gestorben.

11. 4. 1917 Karl Müller, Gemeindekassier, ist im Alter von 35 Jahren gestorben.

13. 4. 1917 Die Zimmerleute von Thun verlangen bei den Lohn­verhandlungen einen Stundenlohn von 70 Rappen, während die Meister 66 Rappen zahlen wollen.

13. 4. 1917 In der nächsten Umgebung der Stadt Thun wird das Gemeindeland umgepflügt, es entstehen 100 Quadratmeter parzelliertes Pflanzland für Gemeindebürger zum Anpflanzen von Gemüse und Kartoffeln.

16. 4. 1917 Von der Arbeiterunion fand auf dem Rathausplatz eine gut besuchte Teuerungsdemonstration statt, geleitet von Grossrat Stauffer und Metallarbeitersekretär Stähli aus Bern.

16. 4. 1917 Die Gemeindekanzlei schreibt die Stelle des Gemeindekassiers von Thun aus. Besoldung gegenwärtig 4400 Franken.

19. 4. 1917 Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates reiste nach Thun, um sich über den Stand des Bahnhofumbaus Thun zu orientieren.

21. 4. 1917 Die von der landwirtschaftlichen Kommission durch Kadetten durchgeführte Kartoffelsammlung ergab das erfreuliche Resultat von 2500 Kilo.

21. 4. 1917 Fritz Meister, Wirt zum Hotel Grütli in Thun, ist nach schwerer, aber kurzer Krankheit gestorben. Er führte unter anderem in Thun das Hornussen ein und widmete sich der Bienenzucht.

23. 4. 1917 Ludwig Heinrich Haller, Alt-Ingenieur aus Tübingen, wohnhaft in Thun, ist im Alter von 78 Jahren gestorben. 27. 4. 1917 Öffentliche Versammlung des Grütlivereins über die Frage der Einführung einer direkten Bundessteuer. Referent: Dr. E. Grandjean aus Interlaken.

30. 4. 1917 Die Stadtpolizei Thun teilt mit, dass die Bevölkerung allfällig leer stehende Wohnungen und Unterkunftsräume aus Villen vorübergehend vermieten soll, um den Wohnungsmangel zu bekämpfen.

Quelle:Stadtarchiv Thun.

mbs

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