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Stadt baut 45 Bushaltestellen behindertengerecht um

Das Behindertengleichstellungsgesetz schreibt vor, Anlagen des öffentlichen Verkehrs behindertengerecht umzubauen. Die Stadt wird in den nächsten Jahren 45 der 125 Haltekanten anpassen.

Die Stadt Thun lässt in den nächsten Jahren mehrere Bushaltestellen behindertengerecht umbauen. Im Bild ein Bus der Verkehrsbetriebe STI in der Schadaukurve in Thun.
Die Stadt Thun lässt in den nächsten Jahren mehrere Bushaltestellen behindertengerecht umbauen. Im Bild ein Bus der Verkehrsbetriebe STI in der Schadaukurve in Thun.
Michael Gurtner

Das Bundesgesetz über die Be­seitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen – kurz: Behindertengleichstellungsgesetz – ist seit Januar 2004 in Kraft. Das Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Behinderten ermöglichen, sich unabhängig zu bewegen.

Nach Gesetz sind unter anderem Einrichtungen und Fahrzeuge des ­öffentlichen Verkehrs behindertengerecht einzurichten. «Anpassungen sind dann vorzunehmen, wenn der zu erwartende Nutzen für Menschen mit einer Beeinträchtigung in einem angemessenen Verhältnis zum wirtschaftlichen Aufwand, zu Interessen des Umweltschutzes, des Natur- und Heimatschutzes oder zu Anliegen der Verkehrs- und Betriebssicherheit steht», schreibt die Stadt Thun in einer am Mittwoch versandten Mitteilung. Sie verzeichnet auf ihrem Strassennetz 70 Bushaltestellen mit total 125 Haltekanten.

Gemäss der 2017 vom kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr und Verkehrskoordination geschaffenen Arbeitshilfe hat das städtische Tiefbauamt die Haltestellen nun untersucht und die Verhältnismässigkeit von Anpassungen geprüft.

Dabei flossen unter anderem das Nachfragepotenzial (Bedeutung der Haltestelle, Anzahl Personen und Arbeitsplätze im Umfeld), die Umsteigefunktion (Bedeutung der Haltestelle) und die Frequenzen (Anzahl Ein- und Aussteigende pro Tag) in die Betrachtung mit ein. Basierend auf der Untersuchung definierte die Stadt ein Massnahmenpaket.

Nicht im Betrachtungsperimeter waren die Bushaltestellen beim Bahnhof. Sie sind Bestandteil des Entwicklungsschwerpunkts (ESP) Bahnhof Thun und werden laut der Stadt in diesem Zusammenhang separat untersucht und geplant.

Gesamtkosten belaufen sich auf 6,3 Millionen Franken

Bis ins Jahr 2023 baut die Stadt nun 45 Haltekanten um. Sie hält fest: «22 Haltekanten werden mit höchster Priorität angegangen. 23 weitere Haltekanten werden im Zusammenhang mit vorge­sehenen Strassenbauprojekten behindertengerecht umgebaut.»

Betroffen seien sowohl Haltestellen in der Innenstadt als auch solche an stark frequentierten Buslinien in den Quartieren. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 6,3 Millionen Franken. Haltekanten, die gemäss der kantonalen Arbeitshilfe Handlungsbedarf zweiter Priorität haben, werden in einem nachfolgenden Sanierungspaket saniert.

Der Thuner Gemeinderat hat den Kredit von 6,3 Millionen Franken als gebundene Ausgabe bereits bewilligt. Bund und Kanton stellen keine Subventionsgelder zur Verfügung. Gemäss Verfassung der Stadt Thun werden gesetzliche Vorgaben wie die Forderung gemäss Behindertengleichstellungsgesetz als gebundene Ausgaben in der Kompetenz des Gemeinderates genehmigt.

(pd)

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