Stabwechsel bei der ARA

Der Thuner Gemeinderat Konrad Hädener ersetzt Hans Boss als Verwaltungsratspräsident bei der ARA Thunersee.

Hans Boss (links) tritt als Verwaltungsratspräsident der ARA Thunersee zurück. Konrad Hädener, CVP-Gemeinderat von Thun, ist der neue Verwaltungsratspräsident. Fotos: PD

Hans Boss (links) tritt als Verwaltungsratspräsident der ARA Thunersee zurück. Konrad Hädener, CVP-Gemeinderat von Thun, ist der neue Verwaltungsratspräsident. Fotos: PD

«Es ist der richtige Zeitpunkt», begründete der Holzbauunternehmer Hans Boss (Sigriswil) seinen Rücktritt als Verwaltungspräsident der ARA Thunersee. In seine 12 Jahre Präsidialzeit fielen die Neuorganisation der Strukturen, die Zusammenarbeit mit Avag und Energie Thun bezüglich Biogas und Fernwärme sowie diverse Ausbauten und Modernisierungen. «Heute gilt die ARA Thunersee als Vorzeigeanlage – sogar über die Landesgrenzen hinaus», hielt der 68-Jährige gegenüber dieser Zeitung fest. Es gebe für ihn nach 24 Jahren ARA und deren Erfolgs­geschichte «keinen besseren Abschluss».

«Ich kam nicht sehr oft zum Einsatz. Hans Boss war immer da und zeichnete sich durch fortschrittliches Gedankengut aus», stellte Vizepräsident Ulrich von Niederhäusern an der Delegiertenversammlung (DV) am Mittwochabend in der Hotelfachschule in Thun fest. Die Versammlung ehrte und verabschiedete den Vorsitzenden mit grossem Applaus.

Einstimmig Konrad Hädener

Die DV wählte den Thuner CVP-Gemeinderat Konrad Hädener (Direktion Bau und Liegenschaften) einstimmig zu ihrem neuen Verwaltungsratspräsidenten. Er ist seit 4 Jahren im Vorstand tätig. «Es freut mich, in den an Bedeutung gewinnenden Bereichen Gewässer- und Umweltschutz mitzuarbeiten», sagte er. Das liege auch im Interesse der Stadt als grösster Beitragszahlerin.

Zu seinem Nachfolger im Vorstand wurde Christian Tschanz (Gemeinderat Sigriswil) bestimmt. Auch der übrige Vorstand wurde bestätigt – notabene ein reiner Männerclub.

Beginn einer neuen Ära

Per Ende Januar 2020 geht Geschäftsführer Bruno Bangerter nach 10 Jahren in Pension. «Er hat, als ausgebildeter Biologe, die ARA auf einen hohen Standard gebracht», attestierte der Vorsitzende. Sein Nachfolger wird der gebürtige Hannoveraner Ingo Schoppe. Der ausgebildete Bauingenieur hat die ARA über Jahre als Planer und Berater begleitet und kennt sie damit alsausgewiesener Fachmann der Abwasserentsorgung. «Die Kontinuität ist damit gesichert; dennoch beginnt eine komplett neue Ära», hielt Hans Boss vor der DV fest.

Gesenkte Kantonsabgaben

Der Kanton hat das Gewässerschutzgesetz und die entsprechende Verordnung geändert. Damit senkt sich für die ARA die Abwasserabgabe rückwirkend auf Januar 2019 um 60 Prozent. Die Nettobetriebskosten stehen gegenüber dem Budget um über eine halbe Million Franken tiefer zu Buche. «Das hat für die 35 Mitgliedergemeinden positive Auswirkungen bei ihrer Gebührenplanung», hielt Bruno Bangerter fest.

«Das Budget 2020 weist gegenüber dem Vorjahr nur wenige Änderungen auf», erläuterte Finanzverwalter Stephan Oberli. Für das kommende Jahr sind Investitionen von 1,17 Millionen Franken vorgesehen. Etwa für den Ersatz einer Zentrifuge zur Schlammentwässerung, den Ersatz der Schneckenpumpe im Hebewerk Uetendorf und die Sanierung des Treppenhauses bei der Schlammnachbehandlung.

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