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«Spuren im Schnee» über 24 Positionen

Am Samstag eröffnet das Kunstmuseum seine Cantonale Berne Jura. Unter dem diesjährigen Thema «Spuren im Schnee» sind 24 Positionen zu sehen.

Mit 'Reloaded' zeigt Adela Picón Diapositive, welche digitalisiert worden sind und in Leuchtkästen ihre Spuren hinterlassen.
Mit 'Reloaded' zeigt Adela Picón Diapositive, welche digitalisiert worden sind und in Leuchtkästen ihre Spuren hinterlassen.
Patric Spahni
Keine Fotografie, sondern Malerei: Ulrich Sonderegger hat mit Acryl und Tempera eine Gletscherlandschaft auf Seide gemalt.
Keine Fotografie, sondern Malerei: Ulrich Sonderegger hat mit Acryl und Tempera eine Gletscherlandschaft auf Seide gemalt.
Patric Spahni
Buenos Aires in Thun: Hanswalter Graf zeigt Plakate und Filme.
Buenos Aires in Thun: Hanswalter Graf zeigt Plakate und Filme.
Patric Spahni
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Wenn sich Schmutz und Staub aus dem Saugsack unter Glasscheiben zu einer Wüstenlandschaft verwandelt. Zum Beispiel. Oder ausgediente Holzstücke, defekte Glasscheiben und rissige Stoffresten mit dem quadratisch und rechteckig streng strukturierten Parkettboden in Dialog treten. Und, falls knorrige Rinde eine kerzengerade mehrmetrige Rolle eng umschlingt und in vereinter Harmonie einem Baumstamm gleich auf dem Boden liegt. Dann, dann ist Kunst am Werk. Sind künstlerische Prozesse erkennbar oder erhalten Spuren des Denkens und des Lebens ein Gesicht.

Fantasievolle Kunst in variantenreichen Facetten ist auch an der diesjährigen interkantonalen und jurierten Weihnachtsausstellung Cantonale Berne Jura in neun Institutionen zu entdecken. Am Samstag laden zwei von ihnen im Kanton Bern zur Vernissage: um 11 Uhr jene im Kunstmuseum in Thun und um 17 Uhr jene im Kunsthaus in Interlaken.

Die «Spuren im Schnee»

Während Interlaken das dies­jährige Thema «Kunst findet überall statt!» aufgreift, stehen in Thun «Spuren im Schnee» im Fokus. «Unsere Jury geht jeweils so vor», erläutert Museumsdirektorin Helen Hirsch während eines Rundgangs durch die Ausstellungsräume, «dass wir jährlich die rund vierhundert eingereichten Dossiers sichten und uns danach über mögliche Themen austauschen.»

Einer Ausstellung damit einen Rahmen zu geben, biete optimale Vorteile. «Ein Thema bietet uns und dem Publikum einen roten Faden», erklärt Hirsch. Das Thema Spuren gefällt ihr ausserordentlich. «Alles hinterlässt Spuren – sowohl im Leben wie auch in der Kunst.» Spuren als Fragmente und Zeugen, Spuren als Brücke oder auch Spuren in der Seele, welche nicht sichtbar seien.

«Spuren suchen, sammeln, zusammenstellen, sortieren und selektieren, es gibt ungezählte Möglichkeiten», sagt die Museumsdirektorin. «Die Kunst ist selbst eine ewige und vielschichtige Spurensuche.»

Radiergummi oder Pinsel

Ob in einer Installation, in Videobeiträgen oder auf einer Malerei, in der Cantonale Berne Jura führen und verführen die Spuren der Künstlerinnen und Künstler durch die Räume des einstigen Grandhotels sowohl zum Hinschauen und Nachdenken als auch zum Fantasieren.

Miriam Helfenberger zum Beispiel hat für «Urgrund von Vertrauen» vier Eichentischplatten mit einer weissen Lasierung bemalt und die Farbe mit dem Radiergummi so entfernt, dass ein verschneiter Korkeichenwald übrig geblieben ist. Eine stille Natur, die beim Betrachten unweigerlich einlädt, zum Spaziergang in den Wald aufzubrechen.

Ulrich Sonderegger dagegen hat für «Ultraviolett (Bernina)» mit einem Pinsel das gleissende Sonnenlicht und den blendenden Schnee des Berninagletschers in beinahe fotorealistischer Genauigkeit mit Acryl und Tempera auf Seide gebracht. Entstanden ist eine anmutige Landschaft, welche die Blicke magnetisch zu sich hinzieht.

Ronald Pizzoferrato (Malandro Photos) dagegen lässt in ­seiner Videoarbeit «Violencia Caribe) die Narben sehen, die in den Seelen der Menschen aus ­Caracas Spuren hinterlassen.

Vernissage in Thun: Am Samstag, 8. Dezember 2019, ab 11 Uhr im Kunstmuseum (für Kinder eigenes Programm von 11.15 bis 12.15 Uhr) wie auch für die Reihe «Ortswechsel» im Raum Enter; die Ausstellungen dauern bis zum 20. Januar. Vernissage im Kunsthaus Interlaken: 17 Uhr; bis 27. Januar; mehr Infos: www.cantonale.ch.

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