Spiez soll auf die Seewärme setzen

Spiez

Der Grosse Gemeinderat Spiez war sich einig: Einerseits darüber, dass die Kreisel im Wiler zu verschönern sind, und andrerseits, dass sich der Gemeinderat des Themas Seethermienutzung anzunehmen hat.

Eine Gemeinde mit viel Seeanstoss: Im Richtplan Energie Spiez sind bereits die Bucht Spiez (Bereich Stedtli) und Teile von Faulensee als mögliche Gebiete für die Seewasserwärmenutzung ausgeschieden.

Eine Gemeinde mit viel Seeanstoss: Im Richtplan Energie Spiez sind bereits die Bucht Spiez (Bereich Stedtli) und Teile von Faulensee als mögliche Gebiete für die Seewasserwärmenutzung ausgeschieden.

(Bild: Bruno Petroni)

Jürg Spielmann

«Wir haben sehr viel erneuerbare Energie im Thunersee», brach René Barben (Freies Spiez/Grünliberale) am Montagabend im Gemeindeparlament eine Lanze für seine Sache. Die Seethermie sei eine umweltfreundliche und günstige Energiegewinnung. Das stellte Klaus Brenzikofer (SVP), Vorsteher Planung, Umwelt, Bau, namens des Gemeinderats (GR) auch nicht in Abrede: «Die Nutzung ist uns sehr sympathisch und etwas, das man weiterverfolgen muss.» Der GR zeigte sich jedoch nur bereit, den Vorstoss in abgeschwächter Form als Postulat entgegenzunehmen. «Das, da nur bei einem konkreten Projekt eine Konzession erwirkt werden kann», erklärte Brenzikofer. Das hätten Abklärungen der Bauverwaltung beim kantonalen Amt für Wasser und Abfall ergeben.

Barben hingegen wollte nicht von der verbindlichen Motion abweichen. Er passte sie aber inhaltlich an, indem er die zeitliche Vorgabe «bis Ende Legislatur» rausstrich. Der neue Text: «Der Gemeinderat wird beauftragt, zusammen mit den Initianten eine Konzession beim Kanton Bern für die Seethermienutzung zu erwirken.» Mit dieser Anpassung konnte der Motionär eine Mehrheit gewinnen – die EVP (Markus Wenger) freute sich, «wenn es vorwärtsgeht», die SP (André Sopranetti) «unterstützte den Vorstoss gern» – wie freilich auch die Grünen. Die BDP (Heinz Egli) mahnte, dass man sich mit der Motion zu etwas verpflichte, das enorme Investitionen und Vorabklärungen bedinge. Er plädierte deshalb wie der GR für ein Postulat. Auch die Warnung der SVP (Alfred Dummermuth), «für die Gemeinde könnte es zum finanziellen Bumerang werden, wenn sie sich daran beteiligen müsse», blieb letztlich ohne Wirkung. Der Grosse Gemeinderat (GGR) überwies die Motion mit 19 Ja- zu 14 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung. Somit verpflichtete er die Exekutive, das Thema voranzutreiben. Das mit dem Ziel, mit einer Organisation (Genossenschaft) die Seethermie zugunsten der Gemeinde und der Bevölkerung wirtschaftlich erfolgreich zu nutzen (so Barben). Im Richtplan Energie Spiez sind übrigens bereits die Bucht Spiez (das Gebiet Stedtli) sowie ufernahe Bereiche von Faulensee als mögliche Gebiete für die Seewasserwärmenutzung ausgeschieden.

Es werde Baum

Wenn auch von vielen Spiezern sehnlichst erwartet, wird ein weiteres Geschäft, das den GGR passierte, nur von optischem Nutzen sein: Die Autobahnkreisel Spiez-wiler erhalten knapp zehn Jahre nach deren Bau eine kostengünstige Gestaltung (wir berichteten). Im Frühling werden sie im Look «Erdhügel mit Baum und Steinen» ausgerüstet. Kostenpunkt laut Bauvorsteher Klaus Brenzikofer: 47'000 Franken. An diese wird das Bundesamt für Strassen gut 25000 Franken beisteuern. Monika Wenger (FDP), deren Motion zum Thema mit grossem Mehr überwiesen wurde, zeigte sich erfreut.

Berner Oberländer

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