SP verblüfft mit der Kandidatur von Pfarrerin Margrit Schwander

Die SP will bei den Wahlen am 25. November mit Stadträtin Katharina Ali-Oesch und Pfarrerin Margrit Schwander den Gemeinderatssitz der abtretenden Marianne Dumermuth verteidigen.

Sie kandidieren für die SP für den Thuner Gemeinderat: (v.l.) Katharina Ali-Oesch, Margrit Schwander und Peter Siegenthaler.

Sie kandidieren für die SP für den Thuner Gemeinderat: (v.l.) Katharina Ali-Oesch, Margrit Schwander und Peter Siegenthaler. Bild: PD

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Nach den Grünen, die Stadt- und Grossrätin Andrea de Meuron ins Rennen um einen Gemeinderatssitz schicken, machte nun auch die Thuner SP Nägel mit Köpfen: Sie nominierte nebst dem Bisherigen Peter Siegenthaler Stadträtin und Co-Präsidentin Katharina Ali-Oesch sowie Pfarrerin Margrit Schwander für die Gemeinderatswahlen vom 25. November. Mit der Kandidatur von Schwander ist der Partei eine veritable Überraschung geglückt. «Wir brauchen keinen göttlichen Beistand, um die Wahlen zu gewinnen», sagte SP-Co-Präsident Jörg Weidmann gestern vor den Medien mit einem Augenzwinkern.

Die Partei habe eine Findungskommission eingesetzt und zehn Personen geprüft. Auf Antrag des Vorstands habe die Mitgliederversammlung mit grosser Mehrheit beschlossen, mit den ­erwähnten drei Kandidierenden in die Wahl zu gehen. Weidmann bekräftigte, dass die SP nach ihrem eigenen Fahrplan fahre, unabhängig von den anderen Parteien. «Wir setzen auf einen bewährten Bisherigen – und mit zwei Frauen auf neue Namen und frischen Wind.»

«Selber auch überrascht»

Margrit Schwander (Jahrgang 1961) ist erst seit zwei Monaten SP-Mitglied, wie sie gegenüber dieser Zeitung erklärte. Und: «Ich war selber auch überrascht, als die SP Anfang Jahr auf mich zukam.» Seit 1999 ist Schwander Pfarrerin in Thun, sie politisierte jahrelang in der Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn – und ist seit 2011 Mitglied des Kleinen Kirchenrats in Thun, also der ­Exekutive der Kirchgemeinde. In der Synode war sie Fraktionspräsidentin der Unabhängigen, die sie als Pendant zur SP bezeichnete. Und warum jetzt der Einstieg in die städtische Politik? «Ich habe schon länger Richtung Politik geschielt», antwortete Schwander – bisher habe sie sich aber innerhalb der Kirche «ausgetobt», wie sie mit einem Schmunzeln anfügte.

Deutlich weniger überraschend ist die Kandidatur von Katharina Ali-Oesch. Die 48-jährige Lehrerin und zweifache Mutter ist seit 2015 SP-Co-Präsidentin und seit 2016 Stadträtin. Bei den Grossratswahlen im Frühling schaffte sie es auf den ersten Ersatzplatz der SP-Frauenliste. «Die Lust an der Politik wird immer grösser», sagte sie gestern.

Peter Siegenthaler, Vizestadtpräsident und Vorsteher der Abteilung Sicherheit und Soziales, erklärte: «Ich habe mir lange überlegt, ob 12 Jahre im Gemeinderat nicht genug sind.» Schliesslich habe er den Entschluss gefasst, dass er es als 56-Jähriger, der Freude an der Aufgabe habe, nochmals probieren wolle: «Ich bin sehr motiviert.»

Umstrittener zweiter Sitz

Mit der Kandidatur von Andrea de Meuron hat die SP starke Konkurrenz aus dem linken Lager. Wie schätzt Co-Präsident Weidmann die Chancen ein? «Es ist kein Geheimnis, unser zweiter Sitz ist umstritten.» Es werde einen Wahlkampf geben, die Chancen seien für alle intakt – «und wir werden gewinnen!» Noch kein Entscheid wurde in Sachen Listenverbindungen gefällt. Laut Weidmann laufen Gespräche mit den Grünen, entscheiden werde die Mitgliederversammlung am 29. August.

Als Kandidierende für die Gemeinderatswahlen stehen nun also Siegenthaler, Ali-Oesch, Schwander und de Meuron sowie die weiteren Bisherigen Raphael Lanz, Roman Gimmel (beide SVP) und Konrad Hädener (CVP) fest. (flo/sda)

Erstellt: 14.06.2018, 21:16 Uhr

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