SP schickt Kaspar Boss ins Rennen

Interlaken

Die Sozialdemokraten eröffnen den Wahlkampf um die Nachfolge von Urs Graf als Gemeindepräsident. Der 39-jährige Kaspar Boss, aktueller Gemeinderat und früheres GGR-Mitglied, wurde von der SP offiziell nominiert.

Kaspar Boss will neuer Gemeindepräsident von Interlaken werden.

Kaspar Boss will neuer Gemeindepräsident von Interlaken werden.

(Bild: Christoph Buchs)

19-jährig war Kaspar Boss, als er bei den Interlakner Gemeindewahlen des Jahres 1999 für die SP antrat. Auf der Liste der Wahlvorschläge für den Grossen Gemeinderat verfehlte Boss die direkte Wahl um Haaresbreite; als erster Ersatz rutschte er bereits ein Jahr später ins Gemeindeparlament nach. Seither ist Boss ununterbrochen Mitglied der Interlakner Gemeindebehörden. Im Jahr 2010 war er GGR-Präsident.

2011 wurde er in die Exekutive gewählt, der er noch heute angehört. Vorerst als Bau- und Planungsvorsteher, nach der Behördenreorganisation als Ressortvorsteher Tiefbau. Nun will Kaspar Boss seiner umfangreichen Lokalpolitikkarriere die Krone aufsetzen und bei den Wahlen im kommenden Herbst seinen Parteikollegen Urs Graf als Gemeindepräsidenten beerben. Dieser tritt infolge Amtszeitbeschränkung nicht mehr an.

Boss sei an der vorgestrigen Parteiversammlung einstimmig zum Kandidaten für das Gemeindepräsidium nominiert worden, erklärte Wahlausschuss-Mitglied Roland Seiler an einer Medienkonferenz. «Im Vorfeld hatten wir mit verschiedenen Personen über dieses Amt gesprochen, zuletzt hat sich Boss als einziger Kandidat herauskristallisiert», so Seiler. Die SP ist damit die erste Ortspartei, die ihren Kandidaten für Grafs Nachfolge bekannt gibt.

«Grosse Fussstapfen»

Der gelernte Fotograf Kaspar Boss ist heute Selbstständigerwerbender im Bereich der vi­suellen Kommunikation und hat Mandate als Lehrer an der Volkshochschule Interlaken sowie als Kursleiter an der Migros-Klubschule. «Ich habe mir lange überlegt, ob ich überhaupt ein geeigneter Kandidat bin», erklärte Boss an der Medienkonferenz.

«Die Lokalpolitik ist eine dankbareBetätigung, da man immer sehr direkte Rückmeldungen erhält.»Kaspar Boss, SP-Kandidat für das Gemeindepräsidium von Interlaken

Die Fussstapfen von Urs Graf seien gross. Doch Boss möchte seine Erfahrung gerne einbringen. Neben Gemeinderat und GGR-Mitglied war Boss in den letzten 20 Jahren auch Mitglied in verschiedensten Kommissionen, er präsidiert den Gemeindeverband ARA Region Interlaken und ist Geschäftsleitungsmitglied des VCS Kanton Bern.

Der Gemeindepräsident ist bei der Gemeinde Interlaken in einem 60-Prozent-Pensum angestellt. Dieser Fakt spielte in den Überlegungen zu Boss’ Kandidatur eine Rolle. «Sollte ich gewählt werden, müsste ich meine Tätigkeit als Selbstständigerwerbender hinunterfahren.»

Im Optimalfall, so Boss, würde er sein Amt nach der maximal möglichen Dauer von 12 Jahren, also als 52-Jähriger, wieder abgeben. «Ich weiss, dass dies für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt kein einfaches Alter ist», sagt er. «Dennoch bin ich überzeugt, dass sich dies bewerkstelligen liesse.»

Viel Gestaltungsspielraum

Nach 20 Jahren in der Lokalpolitik hat Kaspar Boss noch nicht genug. «Die Lokalpolitik ist eine dankbare Betätigung, weil man immer sehr direkte Rückmeldungen erhält.» Ausserdem sei der Gestaltungsspielraum grösser als auf höheren Ebenen.

Ob er eine allfällige Wahl zum Gemeindepräsidenten auch als Sprungbrett für ins Kantonsparlament nutzen will, wie dies Urs Graf gelungen ist, lässt Boss offen. 2010, 2014 und 2018 kandidierte er erfolglos.

Die Interlakner Gesamterneuerungswahlen sind gemäss Gemeinde-Website auf den 27. September 2020 angesetzt.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt