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Sorgen um Gelbbauchunken und Fische

Die BLS kämpft gegen grosse Pegelschwankungen des Thunersees. Während die Naturschützer die grosse Absenkung gern beibehalten möchten, stehen die Fischer dieser kritisch gegenüber.

Marco Zysset
Der Thunerseepegel schwankt. Die BLS will das ändern.
Der Thunerseepegel schwankt. Die BLS will das ändern.
Patric Spahni

Eine der Organisationen, die am Mitwirkungsverfahren zur Änderung des Regulierreglements für den Thunersee teilgenommen habe, ist Pro Natura Bern. «Die generelle Pegelerhöhung hat ins­gesamt nur geringe Auswirkungen», sagt Geschäftsführer Jan Ryser und lobt dabei ausdrücklich den Umweltverträglichkeitsbericht, den die BLS erstellen liess.

Trotzdem sagt Ryser: «Flachufer und Schilfgürtel wie in der Weissenau in Unterseen oder das Gwattlischenmoos in Spiez können durch die verminderten Wasserstandsschwan­kungen und den verstärkten Schiffsverkehr beeinträchtigt werden.»

Wichtige Schwankungen

Deshalb sollte die BLS in den Augen von Pro Natura Bern sowohl darauf verzichten, den Seepegel generell zu erhöhen, als auch ­darauf, die grossen Seeabsenkungen abzuschaffen.

«Ein natür­licher Zustand wäre einer mit einer gewissen Schwankung des Pegels. Davon würden wir uns mit dem neuen Regulierreglement noch weiter entfernen», sagt Jan Ryser.

Sorge um Gelbbauchunke

«Aus Sicht der Arten wechselfeuchter Standorte sind saisonale Schwankungen wünschenswert», schreibt auch der WWF in seiner Stellungnahme. «Davon würde insbesondere beispielsweise die Gelbbauchunke profitieren, die auf temporäre Biotope angewiesen ist.»

Einer generellen Erhöhung des Seepegels im Winter könne der WWF nur zustimmen, «wenn ausreichende Ersatzmassnahmen für die Gelbbauchunken umgesetzt werden», heisst es. Und: «Zudem müssen ein Monitoring sowie Schutz- und Ersatzmassnahmen für die Schilfbestände vorgesehen werden.»

Wie Pro Natura stellt sich auch der WWF gegen den Verzicht auf die periodische See­absenkung. «Wir erachten die Auswirkungen auf die Schifffahrt als nicht so gravierend», schreibt der Verband.

Keine Bedenken bei UTB

Der Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee (UTB) hingegen hat laut Geschäftsstellenleiterin Monika Schaffner «keine Bedenken aus Sicht von Ökologie und Uferschutz» bezüglich der Erhöhung des Seepegels.

Die periodischen Seeabsenkungen seien indes für allfällige Bauvorhaben weiterhin nötig, «wenn womöglich auch seltener», wie Monika Schaffner sagt.

Fischer gegen Seeabsenkung

Auch die Fischerei-Pachtvereinigung Thun ortet mögliche Auswirkungen auf das Schilf und die Fundamente der Häuser mit Seeanstoss als die «wohl wichtigsten Diskussionspunkte» des Vorhabens.

Laut Präsident Renato Frauchiger begrüssen die Fischer hingegen den Verzicht auf die grosse Absenkung des Seepegels. «Bei einer Absenkung werden die Laichplätze der Ufer­laicher jeweils trockengelegt.»

Überhaupt seien die Fischer an einem stabilen Seepegel interessiert. «Die raschen Pegelveränderungen für Jungfische in Fluss und See sind ungesund, weil ihre Habitate abgetrennt werden, was zu grossen Verlusten von Jung­fischen führt», sagt Frauchiger.

Die SP Thun erwartet derweil gemäss einer Medienmitteilung von der BLS, «dass sie mit den ­Naturschutzorganisationen und den Fachstellen des Kantons eine Vereinbarung abschliesst über allenfalls nachzuholende und neu zu tätigende Ersatzmassnahmen zugunsten des Naturschutzes».

Namentlich den Verzicht auf die grosse Seeabsenkung lehnen die Sozialdemokraten ab, «weil die zu erwartenden Nachteile für einen Teil des Ökosystems zu gravierend wären» und weil «die Gemeinden am Thunersee für Un­terhaltsarbeiten im Uferbereich auf periodische Seeabsenkungen angewiesen sind».

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