Thun

Soll die Stadt die Schulen sofort sanieren?

Thun Für die SP-Fraktion im Thuner Stadtrat ist klar: Alle Schüler sollen in baulich einwandfreien Schulhäusern unterrichtet werden. Weil dies nicht der Fall sei, hat die SP ein Postulat eingereicht.

Stein des Anstosses für das Postulat der SP: Die Baufällige Baracke der Primarschule Seefeld (Bild vom September 2017).

Stein des Anstosses für das Postulat der SP: Die Baufällige Baracke der Primarschule Seefeld (Bild vom September 2017). Bild: Barbara Schluchter-Donski

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Sanieren ist Alltag für die Behörden der Stadt Thun. Das Pestalozzi-Schulhaus wurde aufwendig auf Vordermann gebracht, die Arbeiten am Strandbad und am Schloss Schadau laufen, die Eishalle Grabengut ist eines der nächsten grossen Sanierungs- und Ausbauprojekte.

Die Liste liesse sich problemlos um etliche Beispiele erweitern. In einem Bereich sieht die SP-Fraktion im Stadtrat allerdings Handlungsbedarf, trotz den erwähnten und vielen weiteren Investitionen: bei den Schulgebäuden. Auch bei diesen sei zwar investiert worden – aber eben nicht bei allen.

«Die SP-Fraktion vertritt dezidiert die Haltung, dass alle Thuner Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben sollen, in baulich einwandfreien Schulhäusern unterrichtet zu werden, die zu keinerlei Klagen Anlass geben können.

SP-Fraktion: Verweis auf ­Eskalation im Seefeld

Dies ist laut aktuellem Kenntnisstand nicht der Fall», schreibt die Partei in einem politischen Vorstoss – und verweist dabei auch auf die «Eskalation» im Zusammenhang mit der mittlerweile abgerissenen Schulhausbaracke im Seefeld. Dort hatten sich etliche Eltern unter anderem über die baulichen Zustände beschwert.

In ihrem Postulat fordert die SP den Gemeinderat auf, zu prüfen, ob die Sanierung der Schulhäuser priorisiert werden kann. Die Partei zeigt zudem «wenig Verständnis dafür, dass im Aufgaben- und Finanzplan 2018–2021 für den Unterhalt von Verkehrsanlagen höhere Ausgaben vorgesehen sind als für den Unterhalt verschiedener Schulbauten».

Auch für den Gemeinderat sind baulich einwandfreie, sichere und zeitgemässe Schulhäuser wichtig, wie er in der Antwort auf das Postulat im Hinblick auf die heutige Stadtratssitzung festhält. Deshalb seien jährlich grosse Beiträge für den baulichen Unterhalt sowie für Investitionen bei den Schulgebäuden vorgesehen – von 2018 bis 2021 sind es insgesamt gut 45 Millionen Franken.

Diese Sanierungen und Investitionen erfolgen laut Regierung «nach Zustand der Gebäude und nach Dringlichkeit». Grundsätzlich findet der Gemeinderat, dass ein Grossteil der Schulgebäude baulich «in einem genügend guten Zustand ist». Ausnahmefälle wie die Baracke im Seefeld seien künftig durch frühzeitige Unterhalts- oder Ersatzmassnahmen zu vermeiden.

Gemeinderat: «Fix zu priorisieren ist nicht zielführend»

Der Gemeinderat weist in seiner Antwort auf das Postulat aber auch darauf hin, dass die Stadt in anderen Bereichen ebenfalls Infrastruktur unterhalten muss. Dies müsse «unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten ausgeglichen und ganzheitlich» geplant werden. In gewissen Jahren stehen umfangreiche Strassenbauprojekte im Vordergrund – Stichwort Bypass Thun-Nord –, in anderen Jahren sind es Schulbauten. Und: «Die Sachplanungen werden nach dem Gebäudezustand priorisiert und können daher kurzfristig nicht wesentlich beeinflusst werden.»

«Einzelne Aufgabenbereiche fix zu priorisieren, ist aus Sicht des Gemeinderates nicht zielführend.»Aus der Antwort der Regierung

Aus Sicht der Stadtregierung ist es «nicht zielführend», einzelne Aufgabenbereiche beim Erstellen des Aufgaben- und Finanzplanes fix zu priorisieren. «Jedoch ist der Gemeinderat bereit, im Budgetprozess zu überprüfen, ob explizit für die Schulliegenschaften eine grössere Tranche für den baulichen Unterhalt zur Verfügung gestellt werden könnte», heisst es in der Postulatsantwort weiter. Aus diesem Grund beantragt der Gemeinderat dem Parlament, das Postulat der SP-Fraktion in der heutigen Stadtratssitzung anzunehmen.


Die Stadtratssitzung beginnt am Donnerstag um 17.15 Uhr im Rathaus Thun. Sie ist öffentlich.
(Thuner Tagblatt)

Erstellt: 07.06.2018, 10:40 Uhr

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