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Sie arbeiten immer unter Hochdruck

Pascal Eichenberger und Anja Schneider leben im Atelier Margrit ihre Leidenschaft für den Siebdruck aus. Sie bedrucken alles – von Kleidern bis Autotüren – und arbeiten eng mit einer Modedesignerin und einem Tätowierer zusammen.

Ihre Herzen schlagen für den Siebdruck: Pascal Eichenberger und Anja Schneider.
Ihre Herzen schlagen für den Siebdruck: Pascal Eichenberger und Anja Schneider.
Damaris Oesch

«Ich werde vom Herzblut getrieben», sagt der Siebdrucker Pascal Eichenberger. Seit 2015 hat das alte Handwerk (siehe Infobox) nicht nur einen Platz im Herzen des 30-Jährigen, sondern auch in der Thuner Innenstadt.

Zusammen mit seiner Freundin Anja Schneider führt er das Atelier Margrit in den Räumlichkeiten der ehemaligen Autosattlerei Bühlmann. Vor der Selbstständigkeit betrieb Ei­chenberger den Siebdruck während fünf Jahren als Hobby im Estrich seiner Grosseltern. Dort, in den Gemächern von Fräulein Margrit Jossi, arbeiteten die beiden Siebdruckliebhaber oft bis in die Nacht an ihren ersten Druckaufträgen.

Privatleben leidet

Seitdem sind einige Jahre vergangen, und heute ist der Siebdruck im Leben des Pascal Eichenberger viel mehr als nur ein Hobby: Er wurde zu seinem zweiten Standbein. Das Atelier befindet sich jetzt im Erdgeschoss des Gebäudes in der Unteren Hauptgasse, geblieben ist nur der Name der Dame, die vor vielen Jahren am Geburtsort des Ateliers gelebt haben muss.

Mittlerweile verbringt der gelernte Polygraf nur noch 60 Prozent seiner Zeit im Büro einer Werbeagentur, die verbleibende Zeit widmet er seiner grössten Leidenschaft. «Ich habe viel Spass an der Arbeit im Atelier», so Eichenberger, «und ich schätze es sehr, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte.» Unter diesem grossen Engagement leidet manchmal das Privatleben: Es bleibt kaum noch Zeit für etwas anderes.

Gutes Team

Im Atelier erfüllen die beiden verschiedenste Kundenwünsche: Von einer Geburtstagskarte über Shirts für einen Yogaverein, von einem Slalomboard bis zu einer Autotür war schon alles ­dabei. Dabei arbeitet Pascal Eichenberger immer sehr exakt; als ausgebildeter Optiker hat er ein Auge für Details.

«Ich bin detailverliebt und idealistisch», sagt der Siebdrucker über sich selber. Seine 26-jährige Freundin Anja Schneider sei im Gegensatz zu ihm realistisch und helfe ihm, sich nicht in der Euphorie zu verlieren.

«Wir sind ein ein­gespieltes Team und ergänzen uns perfekt», sagt Eichenbergers langjährige Freundin. Gemeinsam wollen sie zu Siebdruck­spezialisten werden und sicherstellen, dass das Handwerk Siebdruck nicht ausstirbt.

Den Horizont erweitern

Dabei verzichten sie nicht auf Experimente und lassen ihren Horizont von Menschen erweitern, die sich normalerweise nicht mit Siebdruck beschäftigen. So entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Tätowierer Matt Flury und der Modedesignerin Mel Künzi in neun Monaten die Minikollektion «Lost in Space».

Aus einem spontanen Einfall des Tätowierers, der eigentlich nur ein Shirt für sein Studio bedrucken lassen wollte, wurden lehrreiche Monate und Produkte, auf die alle Beteiligten stolz sind. «Wir konnten alle viel voneinander lernen», so Künzi.

Ein Beispiel liefert der Siebdrucker: «Ich werde nie mehr die Arbeit einer Schneiderin gering schätzen.» Da das Projekt auch von aussen so positiv aufgenommen worden sei, wollen die drei weiter zusammenarbeiten und planen schon fleissig an ihren neuen Produkten, die voraussichtlich noch dieses Jahr erscheinen werden.

«Es macht keinen Sinn»

Bei aller Arbeit, allen Ideen und Visionen wollen die Besitzer des Ateliers Margrit sich immer selbst treu bleiben und nicht in erster Linie auf wirtschaftlichen Erfolg hinarbeiten.

Der Siebdrucker ist sich bewusst, dass seine Kunst in der heutigen Zeit gar kein Erfolgsmodell sein kann: «Rational gesehen macht es keinen Sinn», sagt Pascal Eichenberger, «aber persönlich gibt mir der Siebdruck unglaublich viel.»

Mehr Informationen unter www.ateliermargrit.ch

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