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Schwarze Zahlen trotz Baustelle

Trotz schmerzhaften Umsatzeinbussen blicken die Verantwortlichen der Thuner Freienhof AG zufrieden auf das Jahr 2017 zurück. Corrado Pardini wurde zum neuen VR-Präsidenten gewählt.

Der Altbau des Thuner Hotels Freienhof mit neuen Lukarnen und Dachfenstern für die neuen Wohnungen.
Der Altbau des Thuner Hotels Freienhof mit neuen Lukarnen und Dachfenstern für die neuen Wohnungen.
Christoph Gerber

«2017 war ein spezielles Jahr für die Freienhof AG»: Mit diesen Worten bringt der scheidende Verwaltungsratspräsident Werner Bernet auf den Punkt, was Hoteldirektor Thomas König und sein Team noch eine Weile im täglichen Betrieb erleben. «Kein Gast sucht sich eine Baustelle aus», sagt König.

«Und trotzdem: Es ist unsere Aufgabe, unsere Gäste willkommen zu heissen und herzlich zu empfangen.» Dass die Freienhof-Mitarbeiter diese Aufgabe bisher «mit Bravour» erfüllt haben, zeigen die «nach wie vor unglaublich posi­tiven und wohlwollenden» Bewertungen auf verschiedenen Onlineplattformen, wie Ursula Flück-Arbeiter, Leiterin Verkauf und Marketing, ausführt.

Es kam zu Kündigungen

Trotz positiver Stimmung, welche die Freienhof-Führung an der Generalversammlung verbreitete, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Anstelle von 45,8 Vollstellen im Jahr 2016 verfügte der Betrieb 2017 noch über 37,8 Vollstellen. «Wir setzten im letzten Jahr deutlich weniger Aus­hilfen ein, Abgänge wurden nicht ersetzt», sagt Thomas König.

Hauptgrund sei, dass der Ertragseinbruch im Restaurantbereich «wesentlich grösser» ausgefallen sei, als man in der Planung berechnet habe. Total ging der Betriebsertrag der Freienhof AG im Jahr 2017 gegenüber 2016 um gut 700'000 Franken zurück auf 4,6 Millionen Franken. Allein im Bereich Restauration brachen die Einkünfte um 550'000 Franken auf gut 2 Millionen Franken ein.

Weil aber auch der Aufwand – vorab in den Bereichen Personal, Verwaltung und Unterhalt – gesenkt werden konnte, resultierte unter dem Strich eine ausgeglichene Rechnung respektive ein kleiner Ertragsüberschuss von gut 2000 Franken. Damit liegt das Ergebnis im Bereich des Vorjahres. «Insbesondere unter den gegebenen Umständen ist dieses Resultat nicht positiv genug zu bewerten», sagt Werner Bernet.

«Finanziell gesund»

Der Verwaltungsratspräsident, der 2011 das Amt mit dem Auftrag angetreten hatte, die Freienhof AG für die Zukunft fit zu machen, tritt zurück; 15 Jahre nachdem er in das Gremium gewählt wurde. «Der Betrieb ist finanziell gesund», stellt Werner Bernet fest. «Wir haben in den letzten Jahren bewiesen, dass wir mit dem Geld haushälterisch umgehen können – und so die Voraussetzungen ­erfüllen, den laufenden Ausbau erfolgreich abzuschliessen.» Zu Bernets Nachfolger wurde SP-Nationalrat Corrado Pardini gewählt. Er ist bereits seit 2013 Mitglied des Verwaltungsrats.

Die erste Phase des Freienhof-Umbaus wird in den nächsten Monaten abgeschlossen: Per 1. August wird der neue Seminarbereich eröffnet, der neu komplett im ersten Stock angesiedelt ist. Bis im Dezember werden die Laden- und Dienstleistungsflächen im Parterre und im zweiten Stock gegen die Freienhofgasse hin bezogen sowie die insgesamt 12 Wohnungen in der zweiten, dritten und vierten Etage des Gebäudes.

«Wir dürfen stolz darauf sein, dass wir die Mieterträge, die mit dem Rückzug von Coop verloren gingen, komplett kompensieren können», sagte Werner Bernet. Immerhin gehe es um rund 850'000 Franken pro Jahr, was für die Freienhof AG substanziell sei «und uns gleichzeitig eine gewisse finanzielle Sicherheit gibt». Das helfe, in der Tourismusbranche zu bestehen, «die zum Teil nur schwer berechenbar» sei.

Total 27 Millionen investiert

Bis dato hat die Freienhof AG in den Umbau rund 10 Millionen Franken investiert; weitere 4 Millionen entfallen auf die Planungsarbeiten. Ziel ist, dass der Baukredit von weiteren rund 13 Millionen für den zweiten Teil der Ausbauarbeiten mit Hotelzimmern und Restauration gegen den Garten hin Anfang 2019 ­gesprochen werden kann. Anschliessend soll noch einmal gut ein Jahr gebaut werden, sodass der Freienhof im Frühling 2020 komplett im neuen Kleid erstrahlt. Obwohl es bis dahin noch ein weiter Weg ist, sagte Direktor Thomas König: «In den Köpfen sind wir bereits im fertig um- und ausgebauten Freienhof. Damit wir nach Abschluss der Bauarbeiten richtig durchstarten können, müssen wir jetzt die Ärmel hochkrempeln.»

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