Schrebergärtner können das Land weiterhin nutzen

Allmendingen

Die Bodenanalyse des Pflanzlands am Mühlemattweg zeigt: Der Standort muss nicht saniert werden. Nutzungseinschränkungen gibts für die Gärtner dennoch.

Auf dieser Schrebergartenparzelle am Mühlemattweg in Allmendingen sind Mitte April verrostete Metallteile gefunden worden.

Auf dieser Schrebergartenparzelle am Mühlemattweg in Allmendingen sind Mitte April verrostete Metallteile gefunden worden.

(Bild: Patric Spahni)

Die Stadt Thun hat Bodenproben des Pflanzlands am Mühlemattweg in Allmendingen auf die Belastung mit Schwermetallen hin untersuchen lassen. Dies geschah, nachdem Pächter Mario Riccio bei Bodenvorbereitungsarbeiten auf verrostete Metallteile und einen verfärbten Boden gestossen war.

Die Untersuchungsergebnisse des mit der Untersuchung beauftragten Unternehmens Kellerhals + Häfeli AG aus Bern liegen nun vor. «Luftbilder aus dem Jahr 1927 belegen, dass das Areal einst als Kiesabbaustelle diente, welche später aufgefüllt wurde», schreibt die Stadt in einer gestern versandten Medienmitteilung.

Im untersuchten Deponiematerial seien die Konzentrationswerte für die Beurteilung der Sanierungsbedürftigkeit bei Haus- und Familiengärten lediglich für das Element Quecksilber an zwei Proben geringfügig überschritten worden. «Alle übrigen Werte liegen deutlich unter dem Konzentrationswert nach Altlasten-Verordnung (AltlV) bzw. unter dem Sanierungswert nach Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo)», so die Stadt.

Einschränkungen sind nötig

Gestützt auf den Untersuchungsbericht hat das kantonale Amt für Abfall und Wasser (AWA) entschieden, das Grundstück in den Kataster für belastete Standorte einzutragen. Der Standort wird durch das AWA aber als «weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig» klassiert.

Aufgrund der geringen Überschreitung des Konzentrationswerts sei nicht sofort auf Gartenarbeiten zu verzichten oder der Boden zu sanieren, sondern es seien lediglich Nutzungseinschränkungen einzuhalten. So ist etwa «auf den Anbau von Gemüse mit sehr hohem Aufnahmepotenzial für Schwermetalle zu verzichten», hält die Stadt fest. Pächterinnen und Pächter erhielten ein entsprechendes Merkblatt.

Garten nur noch bis 2023?

Langfristig ist der Standort indes nicht mehr als Familiengarten geeignet. Möchte die Stadt die Flächen langfristig als Gärten vermieten, muss sie eine nachhaltige Sanierung innerhalb der nächsten fünf Jahre durchführen. Sie hat deshalb entschieden, die Bewirtschaftung der Parzellen mit Einschränkungen vorerst bis 2023 zu gewähren. In der Zwischenzeit wird sie abklären, ob eine Sanierung auf diesen Zeitpunkt hin möglich und verhältnismässig ist.

gbs/pd

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