Schloss Schadau kann saniert werden

Thun

Ein Thuner Wahrzeichen wird auf Vordermann gebracht: Der Stadtrat genehmigte den Investitionsanteil von 3,465 Millionen am 9,9 Millionen Franken teuren Sanierungs- und Restaurierungsprojekt für das Schloss Schadau.

Das Schloss Schadau und der Park im Herbstkleid. Der Gastronomiebetrieb ist mittlerweile geschlossen, 2018 beginnen die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.

Das Schloss Schadau und der Park im Herbstkleid. Der Gastronomiebetrieb ist mittlerweile geschlossen, 2018 beginnen die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.

(Bild: Patric Spahni)

Eine «Perle» ist es, das Schloss Schadau – der Begriff wurde am Donnerstag an der Stadtratssitzung gleich mehrfach verwendet. Und diese Perle soll künftig noch kräftiger strahlen: Die Stadt plant eine umfassende Sanierung und Restaurierung für insgesamt 9,9 Millionen Franken. Der Investitionsanteil, für dessen Bewilligung das Parlament zuständig ist, beträgt 3,465 Millionen.

Unter Vorbehalt der Zustimmung zu diesem Kredit hat die Stadt bereits einen Vertrag mit der Baselbieter Solbad Gastronomie AG als künftiger Pächterin abgeschlossen. Diese konnte sich etwa bei den Planungen für das Raumprogramm einbringen. «Wir haben die richtige Wahl getroffen», zeigte sich Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) im Stadtrat überzeugt. Praktisch der letzte Quadratmeter könne ausgelastet werden.

Zum Anspruch, dass das Schloss allen Thunerinnen und Thunern zugänglich gemacht werden soll, führte Hädener aus: Menükarten und Preise lägen zwar noch nicht vor – «aber der künftige Geschäftsführer Roger Lehmann ist in Wimmis aufgewachsen und hat in Thun die Hotelfachschule besucht». Entsprechend kenne er Thun und seine Einwohner bestens und könne abschätzen, was wie ankomme.

«Kein Geisterschloss»

«Das Schloss Schadau soll zu einem grossen Ess- und Wohnzimmer für Thunerinnen und Thuner werden», sagte Franz Schori, SP-Stadtrat und Präsident der zuständigen Sachkommission. Er sprach von einem «gut durchdachten» Raumkonzept und führte aus: «Wenn alles rundläuft, ist mit deutlich höheren Einnahmen für die Stadt zu rechnen als bisher.»

Dass sich die Stadt bemühe, das Schloss so zu nutzen, dass eine gewisse Wirtschaftlichkeit möglich sei, honorierte auch Philipp Deriaz (SVP/FDP). Seine Fraktion erwarte eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Betrieben wie dem Hotel Seepark. Dies ist laut Schori schon angedacht – etwa bei Hochzeiten. «Das Projekt ist eine Chance, dieses Wahrzeichen zu festigen und noch besser zu verankern», betonte Alois Studerus (Fraktion der Mitte). Zudem könnten die Prozesse im Gebäude angepasst werden – Stichwort «Gastronomie mit kurzen Wegen».

Es sei unbedingt nötig, die Umbauarbeiten bald zu erledigen, sagte Simon Werren (BDP): «Der heutige Zustand ist zum Teil kritisch.» Till Weber (Grüne) ­begrüsste die Öffnung und Anpassung des Angebots, «sodass es mehr Leute anspricht». Der Hotelbetrieb sei sehr wertvoll: «So haben wir ein Schloss, das gebraucht wird – und kein Geisterschloss.»

Denkmalpflege hilft mit

Die frohe Kunde von Gemeinderat Hädener, dass die Denkmalpflege voraussichtlich rund 400'000 Franken an die Oberflächensanierung des Schlosses beisteuert, brauchte es als Argument gar nicht mehr: Die Meinungen waren längst gemacht – der Rat stimmte dem Kredit ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung zu.

Thuner Tagblatt

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