Schlägerei zwischen Flüchtlingen

Thun

Am Montag prügelten sich im Bundesasylzentrum auf dem Thuner Waffenplatz beim Frühstück zwei Gruppen aus Nigeria und Afghanistan. 20 Polizisten ­waren nötig, um den Streit zu schlichten.

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Wer am die Facebook-Seite Thun4refugees anschaute, wurde auf eine ungewöhnliche Polizeiaktion im Bundesasylzentrum für Flüchtlinge auf dem Waffenplatz Thun aufmerksam gemacht. Fünf Polizeifahrzeuge mit 20 Beamten seien vorgefahren. «Ursprung der Schlägerei war das Vordrängeln einer Person bei der Schlange fürs Frühstück. Zwei Gruppen aus Nigeria und aus Afghanistan prügelten sich in der Folge», heisst es in dem Eintrag.

Auf Anfrage bestätigte die Kantonspolizei den Einsatz. «Die Meldung zum Vorfall ging um 8.15 Uhr ein, worauf mehrere Patrouillen ausrückten», sagte Polizeisprecherin Ramona Mock. Die Personen seien getrennt und zwei Personen zu weiteren Abklärungen vorübergehend auf die Polizeiwache mitgenommen worden. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall laut Mock niemand.

Seit der Eröffnung des Zen­trums Mitte Dezember habe es bereits andere Polizeieinsätze gegeben. So wegen unanständigen Benehmens oder des Konsums von Betäubungsmitteln. «Die Polizei steht in engem Kontakt mit den Betreibern des Zentrums und ist auch häufig vor Ort, um Präsenz zu markieren», ergänzte Mock.

Bereits 300 Flüchtlinge

Der Facebook-Seite ist weiter zu entnehmen, dass inzwischen 300 Flüchtlinge in der Panzerhalle auf dem Waffenplatz untergebracht sind. Auch andere Details aus dem Betrieb des Zentrums sind dort zu lesen. So müssten die Flüchtlinge momentan kalt duschen, da der Warmwasserboiler nicht ausreichend sei für die einquartierten Personen.

Um alle Personen unterbringen zu können, seien dreistöckige Betten eingesetzt worden. Dabei seien in der vergangenen Nacht zwei Männer aus dem Bett gefallen, da die Betten kein Geländer gehabt hätten. Einer habe sich dabei Arm und Schulter gebrochen. «Dutzende Männer schlafen nun zwangsläufig auf dem Boden», steht im Facebook-Eintrag.

Beim zuständigen Staatssekretariat für Migration (SEM) war am Montagabend niemand mehr erreichbar für eine Stellungnahme.

Thuner Tagblatt

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