Schadau-Sanierung wird angepackt

Thun

Die Sanierung des Schlosses Schadau kann an die Hand genommen werden: Der Stadtrat genehmigte mit 35 zu 1 Stimmen einen Kredit von 339'500 Franken für die Planungsarbeiten.

Das Schloss Schadau in der Abendstimmung: Nach einer Sanierung und einer Nutzungsänderung soll es noch attraktiver werden.

Das Schloss Schadau in der Abendstimmung: Nach einer Sanierung und einer Nutzungsänderung soll es noch attraktiver werden.

(Bild: Patric Spahni)

Das Schloss Schadau ist in die ­Jahre gekommen, eine Sanierung des Gebäudeinneren ist zwingend nötig. «Bei einer Besichtigung ­haben wir gesehen, dass eine ­umfassende Sanierung nicht zu umgehen ist», unterstrich Martin Allemann (SP) von der Sachkommission Präsidiales und Finanzen an der Stadtratssitzung von Donnerstag.

Es sei auch klar, dass die ­Sanierung eines historischen Gebäudes etwas kosten werde. Erste Schätzungen der Stadtbehörden gehen von Kosten zwischen 7,6 und 11,4 Millionen Franken aus. Auch in der Sachkommission Bau und Liegenschaften herrschte kein Zweifel an der Notwendigkeit der vorgesehenen Renovation.

«Am kontroversesten diskutiert wurde die Notwendigkeit des ­Einbaus von Gästezimmern», sagte Philipp Deriaz (SVP). Aber da liessen sich allenfalls Synergien zum nahen Hotel Seepark nutzen.

Gästezimmer sinnvoll?

Die sechs bis neun Gästezimmer, die in den beiden Obergeschossen vorgesehen sind, gaben auch SP-Stadträtin Sabine Kaufmann zu denken. Sie fand, dass damit eine gewisse Konkurrenz zum Seepark entstehe. Zudem gebe es beim Schloss Thun schon Hotelzimmer in einem historischen Ambiente. «Und mit Gästezimmern wird die gewünschte Zugänglichkeit für die Thuner auch nicht grösser», sagte Kaufmann, die den Kredit ablehnte.

Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) wies darauf hin, dass der Seepark ein Seminarhotel sei und eine andere Kundschaft anspreche. «Wir glauben, dass ein Potenzial für diese Gästezimmer vorhanden ist», sagte Hädener.

Pächter einbeziehen

In der Diskussion wurde von ­mehreren Parteisprechern darauf hingewiesen, den künftigen Pächter frühzeitig in die Planung ein­zubeziehen. «Auch eine finanzielle Beteiligung eines Pächters wäre prüfenswert», ergänzte Martin Allemann namens der SP-Fraktion.

Konrad Hädener fand diesen Vorschlag hingegen nicht sehr sinnvoll. «Mit einer finanziellen Beteiligung schaffen wir Abhängigkeiten. Wir wollen die Fäden aber selber in der Hand behalten», betonte Hädener. Ziel sei es, einen marktkonformen Mietzins zu erzielen. Die Suche nach einem Pächter soll möglichst bald starten.

Der Stadtrat bewilligte den Kredit schliesslich mit 35 zu 1 Stimme. Das Projekt und der ­Ausführungskredit werden dem Stadtrat im Herbst 2017 vorgelegt. Die Arbeiten dauern dann von Herbst 2017 bis Frühling 2019.

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