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Schachtdeckel landete im Schlafzimmer

Vor 50 Jahren schleuderte eine Gasexplosion an der Frutigenstrasse in Thun einen Schachtdeckel in den vierten Stock eines umliegenden Hauses. Die Bewohner hatten Glück im Unglück.

Der Schachtdeckel durchschlug das Dach dieses Hauses an der Frutigenstrasse.
Der Schachtdeckel durchschlug das Dach dieses Hauses an der Frutigenstrasse.

Die, die am Donnerstagnachmittag, 8. Januar 1970, Zeuge der Gasexplosion hinter dem Mönchplatz in Thun wurden, mussten mit dem Schrecken davongekommen sein. Die weit herum hörbare, unterirdische Explosion hob drei Schachtdeckel aus ihren Rahmen.

Einer schlug gegen den Boden eines Lastwagens, ein anderer kam bei der Shell-Tankstelle zu liegen. Ein dritter, 80 Kilogramm schwerer, gusseiserner Schachtdeckel wurde derweil so hoch in die Luft geschleudert, dass er an der Frutigenstrasse 19 das Dach sowie den Estrichboden durchschlug und schliesslich im vierten Stock in einem Schlafzimmer landete.

Wie sich herausstellte, hatte sich in einem Telefonleitungsschacht Stadtgas aus einer lecken Gasleitung gesammelt. Verletzt wurde bei der Explosion niemand.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

5.1.1970A. Moser-Frick, Generaldirektor der Schweizerischen Metallwerke Selve & Co., trat im Alter von 67 Jahren am 31. Dezember in den Ruhestand. A. Frick-Moser, vormals technischer Direktor der Vereinigten Drahtwerke AG, Biel, gelangte im September 1960 als leitender Direktor der Selve ein und wurde 1967 Generaldirektor.

6.1.1970Dr. Giovanni Pettinato, italienischer Altorientalist, bemühte sich, eine alte sumerische Schrifttafel zu übersetzen. Als er es endlich schaffte, las er staunend: « Man kann nur dann sein, wenn der Bauch voll Bier ist.» Der an der Universität Heidelberg unterrichtende Italiener kam den Erfindern des Biers auf die Spur.

8.1.1970Da die Kehrichtmenge in der Stadt Thun in den Jahren von 1963 bis 1969 um 17 Prozent oder 711 Tonnen auf 4978 Tonnen stieg, drängte sich der Kauf eines weiteren Kehrichtwagens im Betrag von Fr. 185 000.- auf. Das Kehrichtvolumen nahm in derselben Periode um 71 Prozent zu.

10.1.1970Die Kantonspolizei Thun registrierte 1969 im Amt Thun insgesamt 273 Unfälle. Dabei wurden acht Personen getötet und 215 Personen verletzt. Bei 92 Unfällen gab es lediglich Sachschaden. Es wurde ein weiterer Rückgang der tödlichen Unfälle registriert.

12.1.1970 Da seit Tagen starkes Glatteis herrscht, waren zwei Pikettfahrchefs, drei Chauffeure mit Helfern sowie sämtliche zwölf Wegmeister seit 3.30 Uhr an der Arbeit, um die Trottoirs und Strassen vom Eis zu befreien. Das rund 200 km messende Trottoirsystem von Thun wird noch zumeist von Hand bestreut, die Strassen maschinell.

15.1.1970Der städtischen Kunstsammlung wurden als Leihgabe vier Werke von bekannten Kunstmalern zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um folgende Werke: «Heuet» von E. Morgenthaler und ein Selbstbildnis von Karl Stauffer, Geschenk von A. Bähler, Alt-Staatsanwalt; «Frau im Atelier» von M. Kämpf und «Kreuzigung» von F. Pauli, vom Verein der Freunde der Kunstsammlung. Im Namen von A. Bähler wurden die Werke von seiner Nichte Dora Bähler übergeben.

15.1.1970 Die am 1. Januar 1969 durchgeführte Zählung der Wohnungen ergab bei 12783 Wohnungen einen Bestand von 102 leeren Wohnungen in Thun. Dies entspricht 0,79 Prozent, und die leeren Wohnungen befinden sich vor allem im Westquartier mit 33, im Neufeld mit 27 und im Dürrenast mit 17. 5 Wohnungen besitzen kein Bad, 3 Wohnungen ein Gemeinschaftsbad, 8 Wohnungen keine Warmwasserversorgung, und 7 Wohnungen besitzen keine Waschmaschine.

19.1.1970Walter Schneider aus dem Goldiwil wurde zum neuen Stadtratspräsidenten gewählt. Während der 60-jährigen Zugehörigkeit zur Gemeinde Thun stellte die Gemeinde Goldiwil ob dem Wald erst sechs Stadträte. Karl Blatter wurde als erster Goldiwiler 1922 zum Ratspräsidenten gewählt. Wegen einer Krankheit konnte er das Amt jedoch nicht antreten.

20.1.1970Die neu gegründete Aktion P in Thun nimmt ihre Tätigkeit im Februar auf. Die Geschäftsstelle stellt sich zur Aufgabe, «den Altersrentnern mit Rat und Tat beizustehen, ihnen das vielfach als lähmend empfundene Gefühl der Überzähligkeit im Wirtschaftsprozess zu nehmen und ganz allgemein im Sinne einer Rehabilitierung zu wirken».

20.1.1970Der SAC Blümlisalp führte unter der Leitung von Werner Moser, Präsident, seine Hauptversammlung im Hotel Freienhof durch. Dem zweijährigen Wahlturnus entsprechend wurde Hanspeter Wenger Präsident. Für die Neugestaltung der Küche und einen Boiler für die Blümlisalphütte wurde ein Kredit in der Höhe von Fr. 10000.- bewilligt. Die defizitäre Rechnung erforderte eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge um Fr. 2.-.

21.1.1970 Im Stadtratssaal von Thun wurde der Planungsverein Region Thun gegründet. Von den 37 Gemeinden, die die Region Thun umfasst, waren 27 anwesend. Emil Baumgartner wurde Präsident und Hans Pflugshaupt Vizepräsident. Unter anderem wurde festgehalten: «Es sei fünf, vielleicht sogar vier Minuten vor zwölf für die Koordinationsaufgaben, die sich heute stellen.»

22.1.1970 Der Januar-Grossmarkt verzeichnete eine Auffuhr von 116 Stück Grossvieh, 146 Schweinen, 3 Schafen und 8 Ziegen. Gute Kühe galten Fr. 2450.- bis Fr. 2850.-, gute trächtige Rinder Fr. 1900.- bis 2250.-; kleine Ferkel per Paar Fr. 140.- bis Fr. 160.-, grössere Ferkel Fr. 180.- bis Fr. 200.-; kleinere Fasel Fr. 250.- bis Fr. 270.-.

28.1.1970 Im Dezember 1969 meldeten sich insgesamt acht stellenlose Personen, von denen fünf versichert waren. Total wurden 13 arbeitslose Tage kontrolliert.

29.1.1970Alfred Glaus, Kunstmaler in Thun, schenkte der Landesbibliothek 400 Briefe, die der Dichter Hermann Hiltbrunner (1893 bis 1961) an ihn schickte. Die bisher unveröffentlichten Briefe sind wichtig für die Kenntnis von Hiltbrunners Leben und die Deutung seines Werkes.

31.1.1970 Durch einen Funkensprung einer Handgummisäge, welcher direkt einen Kessel mit Gummiverdünner traf, brannte die Polstermöbelfabrik von Känel, Kasernenstrasse 5, teilweise aus. 60 Mann der Feuerwehr Thun bekämpften den Brand. Der Schaden wird mit über Fr. 100000.- beziffert.

31.1.1970Die Firma Loeb in Thun stellt alte, stilvoll restaurierte Bauernschränke und Truhen aus der näheren und weiteren Umgebung von Thun aus. Die Möbel stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und gehören alle zur Antiquitätensammlung von Dr. Hofer. Einzelne Stücke sind käuflich.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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