Rein in die Flosse und ab in die Traumwelt

Thun

Seit Anfang Saison gibts im Strandbad Thun ein neues Angebot: Jeden Sonntag streifen sich etwa zehn Mädchen eine Schwanzflosse über und verwandeln sich in Meerjungfrauen.

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«Seitdem ich am Fernsehen die Serie ‹H2O› gesehen habe, will ich auch eine Meerjungfrau sein», sagt die achtjährige Rebecca Aebersold, die heute mit zwei anderen Mädchen zum Schnupper-Schwimmen gekommen ist. Die australische TV-Serie, in welcher sich junge Frauen in Meerjungfrauen mit Zauberkräften verwandeln, hat es Rebecca und den anderen Mädchen, die sich an diesem Sonntagmorgen im Thuner Strandbad treffen, äusserst angetan. «Es sieht einfach wunderschön aus, wenn wir tauchen und unsere farbigen Flossen im Wasser glitzern», schwärmt die neunjährige Lina Hauer, die den eigentlichen Kurs besucht.

Von den Töchtern inspiriert

Seit Anfang Saison bieten die beiden Thunerinnen Sonia Schenk und Sera Thurm Jungo jeden Sonntag ein freies Schwimmen für angehende Nixen und Neptune, aber auch einen Kurs an, bei welchem die richtige Schwimmtechnik, das Tauchen, sowie verschiedene Kunststücke eingeübt werden.

Inspiriert wurden die beiden von ihren eigenen Töchtern, die ebenfalls Fans der «H2O»-Serie sind und begannen, Szenen aus der Serie nachzustellen und sich wie Meerjungfrauen im Wasser zu bewegen.

«Ich recherchierte daraufhin im Internet und stiess auf einen Meerjungfrauenevent im deutschen Freiburg», erzählt Sonia Schenk. Dort kaufte die Thunerin, die aus dem Synchronschwimmsport kommt, gleich ihre erste Funflosse und war von da an eine begeisterte Nixenschwimmerin: «Bei diesem Sport wird nicht nur die Rumpfmuskulatur gestärkt, es ergibt sich auch eine entspannende Bewegung aus der Körpermitte heraus», schwärmt die Mutter dreier Kinder. «Es ist wie Bauchtanzen im Wasser.»

Abtauchen in die Stille

So ging es auch nicht lange, bis Sonia Schenk ihre Freundin Sera Thurm Jungo mit dem Nixenvirus angesteckt hatte. Und den beiden Frauen war schnell einmal klar, dass sie nicht nur selber mit der Flosse schwimmen, sondern ihre Freude an den harmonischen Bewegungen und dem Abtauchen in die Stille der Unterwasserwelt an andere weitergeben wollten.

Das war vor drei Jahren. Mittlerweile haben die beiden Frauen im Thuner Strandbad an ihren Techniken gefeilt, Lebensrettungs- und Schwimmleiterkurse besucht und sich bei Kursanbieterinnen in der Ost- und in der Innerschweiz inspirieren lassen. Und auf diese Saison hin haben sie von den Verantwortlichen des Thuner Strandbades auch eine freie Wasserfläche im 25-Meter-Becken erhalten.

Ideen für die Zukunft

«Nach den Sommerferien werden wir wieder das Schnupperschwimmen und anschliessend einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenkurs im Strandbad sowie einen neuen Anfängerkurs im Hallenbad Heimberg anbieten. Dabei sind auch Knaben willkommen», sagt Sonia Schenk, die mittlerweile auch ein eigenes Konzept für Schwimmabzeichen in der noch eher unbekannten Sportart erarbeitet hat.

Sonia Schenk fehlt es auch nicht an Ideen für zusätzliche Angebote. So kann sie sich gut vorstellen, künftig ein Wassertherapieangebot für Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung aufzubauen. Oder auch Kurse für Erwachsene durchzuführen: «In Australien, den USA?oder Deutschland, wo das Flossenschwimmen boomt, gibt es auch Events oder Polterabende, an welchen sich ganze Gesellschaften als Nixen und Neptune mit Dreizack verkleiden», erzählt sie. «Wer weiss, vielleicht gibt es das schon bald einmal auch in Thun»

Thuner Tagblatt

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