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Regionalgericht Oberland: Schuld- und Freisprüche für einen Vater

Ein Mann wurde wegen sexueller Handlungen mit seinem Sohn sowie Pornografie zu einer bedingten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe verurteilt.

Das Regionalgericht Thun verurteilte einen Mann wegen sexueller Handlungen mit seinem Sohn.
Das Regionalgericht Thun verurteilte einen Mann wegen sexueller Handlungen mit seinem Sohn.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern legte einem Mann aus der Region Thun mehrfache, teilweise versuchte, sexuelle Handlungen mit einem Kind sowie mehrfache Pornografie zur Last. Die Anklageschrift umfasste nicht weniger als an die 40 Delikte. Die strafbaren Handlungen begannen etwa im Jahr 2008 und endeten mit einer Hausdurchsuchung im Sommer 2015.

Die Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland in Thun fand am Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Presse statt. Lediglich zur Urteilseröffnung waren Pressevertreter zugelassen.

Abartige Filme und Fotos

Der Beschuldigte filmte und fotografierte seinen 2004 geborenen Sohn, um ihm dadurch die von ihm ersehnte und begehrte väterliche Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei verleitete er ihn auch zu sexuellen Handlungen. In einem Fall erstellte der Vater ein Foto seines damals achtjährigen Sohnes mit entblösstem Gesäss. Dabei beugte dieser das Gesäss weit in Richtung Kamera, wobei der Filmende auf diesen Körperteil fokussierte. Ein anderes Mal, der Sohn war nun neunjährig, erstellte der Vater ein Foto von ihm, auf welchem dieser, zwar angezogen, seinen Penis präsentierte.

Pornografie von Kindern

Dem Beschuldigten wird neben sexuellen Handlungen mit einem Kind Pornografie, mehrfach begangen, vorgeworfen. Durch Beschaffen über elektronische Medien, Konsum, Herstellung und Besitz machte er laut Anklageschrift eine unbekannte Anzahl, mindestens aber 76 pornografische Erzeugnisse Personen unter 16 Jahren zugänglich.

Das Material zeigte sowohl nackte minderjährige Mädchen wie Knaben bei sexuellen Handlungen. In einigen Fällen präsentierte sich auch der Beschuldigte in unzüchtiger Pose. Im Weiteren stellte er auch mindestens 18 pornografische Erzeugnisse her, auf denen sein Sohn und seine im Jahre 2014 geborene Tochter zu sehen sind.

Nicht alles sexuelle Motive

Für den Mann gab es sowohl Schuld- wie auch Freisprüche. In Bezug auf die Pornografie waren einige Delikte verjährt, weshalb in einigen Fällen das Verfahren eingestellt werden musste.

Beim Vorwurf der sexuellen Handlung mit einem Kind traf dies nicht zu. Trotzdem kam Gerichtspräsident Jürg Santschi bei einigen Delikten zu Freisprüchen. «Bei einigen Vorwürfen sind keine sexuellen Motive erkennbar», sagte er unter anderem bei der Urteilseröffnung. Zum Beispiel als der Vater den Sohn filmte, wie dieser nackt im Garten beim Wasserspritzen zu sehen ist. Das müsse dieser eher als Vergnügen empfunden haben. So sprach der Einzelrichter, auch im Sinne von «In dubio pro reo» («Im Zweifel für den Angeklagten»), den Beschuldigten von einigen Vorwürfen frei.

Bedingte Strafen

Das Urteil lautet auf eine bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren sowie eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 30 Franken bei einer Probezeit von ebenfalls 2 Jahren. Zudem wird dem Mann ein Teil der noch nicht bezifferten Verfahrenskosten auferlegt.

Die Staatsanwältin hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von 19 Monaten bei einer Probezeit von 2 Jahren beantragt. Die amtliche Verteidigerin befand den Angeklagten nur im Falle der Pornografie für schuldig und plädierte lediglich für eine bedingte Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 30 Franken bei einer Probezeit von 2 Jahren.

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