Preise und Diplome für Gebäude, die Energie liefern

Bei der Verleihung des Schweizer Solarpreises werden auch vier Projekte aus der Region aus­gezeichnet. Alle Gebäude produzieren mehr Energie, als sie verbrauchen – in einem Fall sogar mehr als doppelt so viel.

Das Gebäude an der Alleestrasse 9 in Steffisburg ist mit dem Schweizer Solarpreis 2017 in der Kategorie Bausanierungen ausgezeichnet worden. Es produziert mehr als doppelt so viel Energie, als es verbraucht.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Das Gebäude an der Alleestrasse 9 in Steffisburg ist mit dem Schweizer Solarpreis 2017 in der Kategorie Bausanierungen ausgezeichnet worden. Es produziert mehr als doppelt so viel Energie, als es verbraucht.

(Bild: zvg)

Plusenergiebauten (PEB) sind Bauten, welche mehr Energie generieren, als sie selber benötigen. Die überschüssige Energie wird in der Regel ins lokale Stromnetz eingespeist und kann so weiterverwendet werden. Vier solche Häuser in der Region Thun erhalten heute an der 27. Verleihung des Schweizer Solarpreises in Genf eine Auszeichnung.

Bedarf um 80 Prozent gesenkt

Mit einem Solarpreis in der Kategorie Bausanierungen und einem PEB-Diplom prämiert wird der 233-Prozent-PEB des Thuner Architekten Adrian Christen. Die Prozentzahl bedeutet, dass das Gebäude neu mehr als doppelt so viel Energie produziert, als es verbraucht. Christen hat sein Architekturbüro an der Alleestrasse 9 in Steffisburg saniert und dabei auf Energieeffizienz getrimmt.

So wurde etwa die Aussenfassade mit Holzfaser gedämmt und einer Eichenschalung aus Schweizer Holz verkleidet. «Dank guter Wärmedämmung, dreifach verglasten Fenstern und fast 90 Prozent LED-Lampen konnte der Gesamtenergiebedarf um 80 Prozent gesenkt werden. Heute beträgt er noch 6490 Kilowattstunden pro Jahr», schreibt die Solaragentur Schweiz, die Organisatorin des Solarpreises.

Der deutliche Überschuss ergibt sich aus der eigenen Fotovoltaikanlage auf dem Dach, welche jährlich rund 15 200 Kilowattstunden Strom produziert, der ins Netz der Netzulg eingespeist wird. «Mit dem Überschuss von 8700 Kilowattstunden pro Jahr könnten sechs Elektroautos jährlich rund 12 000 Kilometer CO2-frei fahren», so die Solaragentur.

Sonderpreis nach Uetendorf

Je ein Diplom erhalten der 190-Prozent-PEB von Anita und Christoph Zaugg am Scheffelweg in Thun sowie der 156-Prozent-PEB von Carina und Markus Kaufmann am Fasanenweg in Steffisburg.

Das neu gebaute Einfamilienhaus am Scheffelweg von Kocher Minder Architekten erzeugt dank einer 116 Quadratmeter grossen Fotovoltaikanlage total einen Solarstromüberschuss von circa 8350 Kilowattstunden pro Jahr. Beim neu gebauten Einfamilienhaus am Fasanenweg resultiert ein Überschuss von gut 4000 Kilowattstunden – auch hier dank eigener Fotovoltaikanlage und guter Wärmedämmung.

Der Sondersolarpreis 2017 des Schweizer Hauseigentümerverbandes geht heuer an das Projekt der Bauherren Nicole und Michael Luder am Ringweg in Uetendorf, realisiert von der Viacasa GmbH. Das Einfamilienhaus wurde 1956 erstellt und 1985 erweitert. Im Zuge einer Gesamterneuerung wurden die Wände nun neu mit einer 18 Zentimeter dicken Aussenwärmedämmung versehen; auch das Dach wurde neu gedeckt, gedämmt und mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet. Das Resultat: ein 125-Prozent-PEB.

«Die Sanierung zeigt exemplarisch auf, wie es möglich ist, mit einem beschränkten Budget ein Einfamilienhaus nachhaltig und unter Berücksichtigung der noch funktionierenden Bauteile zu erneuern», schreibt die Solaragentur Schweiz.

Besichtigung der prämierten Bauten mit den Architekten und Meyer Burger an folgenden Terminen: 28. 10., 10 Uhr: PEB-Einfamilienhaus von Anita und Christoph Zaugg, Scheffelweg 16, 3600 Thun. 4. 11., 10 Uhr: PEB-Einfamilienhaus von Nicole und Michael Luder, Ringweg 8, 3661 Uetendorf. 11. 11., 10 Uhr: PEB-Einfamilienhaus von Carina und Markus Kaufmann, Fasanenweg 10A, 3613 Steffisburg. 18. 11., 10 Uhr: PEB-Bürogebäude Architektur-Atelier Adrian Christen, Alleestrasse 9, 3613 Steffisburg.

Thuner Tagblatt

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