Allmendingen

Post bleibt bis mindestens 2020

AllmendingenDie Poststelle bleibt bis mindestens 2020 ­offen – falls sich keine Agenturlösung findet noch länger. Dieses Versprechen wurde an einer Infoveranstaltung abgegeben.

Die Poststelle in Allmendingen muss nach 2020 möglicherweise schliessen. Die Post sucht nach einer Agenturlösung.

Die Poststelle in Allmendingen muss nach 2020 möglicherweise schliessen. Die Post sucht nach einer Agenturlösung. Bild: Nelly Kolb

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Andreas Neugebauer (Leiter Post­netz Region Thunersee) hatte an dem vom Allmendingen-Leist organisierten Infoabend im Kreuz-Saal keinen leichten Stand. Nur Einzelne der deut­lich über hundert Interessierten wollten ihm glauben. Glauben, dass die Poststelle Allmendingen noch mindestens bis 2020 betrieben wird. «Und falls wir keine Agenturlösung finden, bleibt sie offen», erweiterte er sein Versprechen.

Die Ausgangslage ist bekannt: Die Post überprüft ihr Poststellennetz und will es reduzieren; von aktuell etwa 1400 auf 800 Stellen. Die Begründung: Die Dienstleistungen, insbesondere für den Briefverkehr, werden infolge der Digitalisierung immer weniger genutzt. Die Post hat bereits verschiedenenorts Alter­nativen und Ergänzungen geschaffen. Zum Beispiel in Geschäften eingemietete Agenturen und Hausservice. Unbestrittenermassen nicht allein wegen veränderter Kundenbedürfnisse, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Die Thuner Hauptpost beim Bahnhof verzeichnet jährlich um die 450'000 Kunden. Beim Strättligenmarkt sind es 250'000 und an der Länggasse 160'000. Die Post Allmendingen weist um die 65'000 Kunden aus – inklusive Besuchern aus Westamtgemeinden (Pohlern, Stocken, Höfen, Amsoldingen). Geschlossen sind bereits die Poststellen Gwatt und Bernstrasse.

«Wir wollen keine ersatzlose Streichung», monierte Stadtpräsident Raphael Lanz. Der Gemeinderat setze sich für ein dezentrales Angebot ein – auch in Quartieren. Vor allem sollte die Post vor einem Entscheid die Bedürfnisse der Betroffenen und Gemeinden kennen und einbeziehen. Das bestätigte und versprach Neugebauer: «Es geht nur miteinander.»

Kritische Stimmen

In der Diskussion kristallisierte sich heraus: Bei Geschäftsagenturen würde das Postgeheimnis verletzt, Privatsphäre und Diskretion seien nicht gewährleistet. Bemängelt wurde, dass in Agenturen keine Bargeldeinzahlungen möglich sind. Auch die Paketaufgabe befriedige nicht, genauso wenig wie der Hausdienst. «Wir bekommen die Zeitung erst etwa um 13 Uhr, das ist zu spät», schilderte ein Votant.

Gleiches hat auch der Syndicom-Gewerkschaftsvertreter Roland Lamprecht erfahren. «Die Agentu­ren schneiden gemäss Studie schlecht ab», legte er dar. In den Geschäften sei das Personal für die Postvorgänge zu wenig geschult, und es werde von seiner eigentlichen Aufgabe absorbiert. Neugebauer zeigte sich dessen bewusst, dass die einzelnen Ergänzungsbereiche noch verbesser- und modifizierbar sind.

«Post soll Pläne auf Eis legen»

Verschiedene Votanten plädierten für ein Moratorium beim Prüfungs- und Entscheidungsprozess. Die Post solle ihre Pläne auf Eis legen und das Ergebnis der anstehenden Änderungen der gesetzlichen Vorgaben abwarten. «Es ist noch nichts entschieden», versicherte Andreas Neugebauer. Zudem bedeuteten die Überprüfung einer Poststelle und Gespräche zu deren Zukunft nicht zwingend die Schliessung; schon gar nicht ersatzlos. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 01.12.2017, 06:58 Uhr

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