Orchesterpremiere ist geglückt

Hilterfingen

Die Sinfonietta Mosaïque überzeugt bei ihrem Debütkonzertmit energievollem Spiel und einer Uraufführung von Konzertmeister Niklaus Vogel.

Die Mitglieder der Sinfonietta Mosaïque mit Dirigent Georgios Balatsinos.

Die Mitglieder der Sinfonietta Mosaïque mit Dirigent Georgios Balatsinos.

(Bild: Miriam Schild)

Innovativ-eingängige Konzertprogramme an dezentralen Orten im Berner Oberland aufführen, das ist die Mission der neu gegründeten Sinfonietta Mosaïque (wir berichteten). In der gut gefüllten Kirche Hilterfingen präsentierte sich das professionelle Kammerorchester am Samstagabend nun zum ersten Mal dem Berner Oberländer Publikum. Am Sonntag trat es in der Kirche Saanen auf.

Unter der Leitung von Georgios ­Balatsinos, in Thun bekannt als Diri­gent des Jugendsinfonieorchesters Arabesque, spielte Mosaïque zusammen mit dem Thuner Geiger Alexandre Dubach eine gelungene Kombination der Vier-Jahreszeiten-Zyklen von Antonio Vivaldi (1678–1741) und Astor Piazzolla (1921–1992). Dubach zeigte sich in den perfekt zu seinem Spiel passenden Soloparts in Bestform. Er spielte gewohnt leicht und zärtlich, suchte stets den Kontakt zu Balatsinos und zum Orchester und hob sowohl die grossen Bögen als auch die Details in der Musik gekonnt hervor.

Ein Highlight des Abends war die Uraufführung des Stücks «Reflexiones» von Niklaus Vogel. Der Konzertmeister von Mosaïque komponierte das kurze zweiteilige Werk in Erinnerung an den im Juli verstorbenen grossen Berner Geiger Thomas Füri, dessen Meisterschüler Vogel war. «Während wir uns im ersten Teil noch im Diesseits befinden, ist der zweite Teil bereits Jenseits-orientiert», erklärte der am renommierten Berklee College of Music in Valencia ausgebildete Film­musikkomponist.

Und tatsächlich liess einen das in einer zugänglichen Tonsprache geschriebene Stück einen Aufstieg in eine andere, leichtere Welt erfahren. Mit schlichten Klängen und Melodien erzeugt Vogel Atmosphären, so präzise, dass Worte sie nicht zu beschreiben vermögen, und erzählt Geschichten, die keines Plots bedürfen.

Das Publikum war begeistert von «Reflexiones» – nach dem Konzert bildeten die Zuhörer vor Vogel eine lange Schlange, um ihm zu seinem Werk zu gratulieren. Mit lang anhaltendem Applaus und vereinzelten Standing Ovations honorierten die Zuhörer auch den Auftritt des Orchesters und Dubachs – was wiederum mit zwei Zugaben belohnt wurde.

Die Premiere der Sinfonietta Mosaïque ist geglückt. Das junge Kammer­orchester hat bewiesen, dass es die ­Menschen mit seinem energievoll-dy­namischen Auftreten, Musikalität und ­geschickter Programmwahl mitreissen kann. Schon im Februar ist das Berner Oberländer Ensemble mit einem neuen Programm unterwegs. Die Gemeinden rund um den Thunersee dürfen hoffen, dass das mobile Profiorchester bald auch in ihrem Ort haltmacht.

Thuner Tagblatt

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