Nuria Rial will Thun betören

Zum Abschluss der Orgelkonzertreihe 2019 singt am 10. November die katalanische Sopranistin Nuria Rial in der Stadtkirche Thun.

Die Sopranistin Nuria Rial setzt den diesjährigen Schlusspunkt der Orgelkonzertreihe in der Stadtkirche in Thun.

Die Sopranistin Nuria Rial setzt den diesjährigen Schlusspunkt der Orgelkonzertreihe in der Stadtkirche in Thun.

(Bild: PD)

Im Rückblick entpuppt sich ja mancher Mangel als Glücksfall, so wie bei der Karriere der Sopranistin Nuria Rial. Geboren 1975 im katalonischen Manresa, wuchs die Künstlerin in einfachen Verhältnissen auf. Die Mutter war Coiffeuse, der Vater Fotograf. Beide liebten die Musik, aber das Geld reichte nie, um ein Instrument zu lernen. Ein Glück, dass sie aber ihre Tochter unterstützten, eine musikalische Laufbahn einzuschlagen: «Mach das, es wäre unser Traum gewesen», sollen sie gesagt haben.

Nuria Rial liebäugelte zunächst mit Jazz und Folk, auch der Tanz reizte sie. Die Klassik hingegen war ihr gänzlich fremd. Aber mit elf Jahren lernte sie Klavier spielen, mit 15 begann sie mit Gesangsstunden, und war ganz verrückt danach. Die heute 44-Jährige sang früh mit bedeutenden Formationen, unter anderem beim Kultensemble L’Arpeggiata, das barocke Werke und Volksmusik einzigartig humorig zusammenführt.

Auf der Opernbühne hat Rial unter anderem mit dem belgischen Dirigenten und Countertenor René Jacobs gearbeitet. Das Spektrum der Echo-Klassik-Preisträgerin ist mit blossem Auge kaum zu erfassen. Schubladendenken mag die Sopranistin sowieso nicht.

Stempel weist sie von sich

Die Stempel einer Renaissance-Sängerin oder einer Händel-Spezialistin weist sie von sich, sobald man sie ihr aufdrücken möchte. Beim Yehudi Menuhin Festival 2017 in Gstaad trat sie mit Starflötist Maurice Steger und dem legendären Programm «Baroque Twitter» auf.

In einem herrlichen Schlagabtausch lieferten sich Rial und Steger mannigfaltige Vogelstimmen in Arien und Konzerten des Hochbarocks und holten die Gäste von den Sitzen. Mit ihrem betörenden und geschmeidigen Sopran gepaart mit einer natürlichen Musikalität und ganz ohne Allüren erobert Nuria Rial ihr Publikum.

Am siebten und letzten Orgelkonzert der Saison singt sie begleitet von der Stadtorganistin Babette Mondry Werke von Giovanni Pierluigi Palestrina, Antonín Dvorák, Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Vierne, Francis Poulenc und dem spanischen Komponisten Bernat Vivancos (1973). Ausserdem erklingen Orgelwerke von Jean Titelouze und Louis Vierne.

7. Orgelkonzert in der Stadtkirche, 10. November, 17 Uhr, Eintritt frei, Kollekte.

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