Noch nie gingen so viele Leute ins Museum

THun

Ein Rückblick und Ausblick: Die Zeichen für das Kunstmuseum und das sanierte und erweiterte Thun-Panorama stehen gut. Die Saison erzielte mit insgesamt 25 000 bezahlten Eintritten einen Publikumsrekord.

Das Team des Kunstmuseums und des Thun-Panoramas?(v.?l.; von oben nach unten): Stefan Giger, Tanja Hählen, Helena Lüthi, Luc van Lieshout, Rut Reinhard, Anja Seiler, Simone Füredi, Museumsdirektorin Helen Hirsch, Erika Fourti, Marianne Lutz, Katrin Sperry, Cornelia Stucki, Nathalie Gerber, Roman Zaugg und Melanie Dietrich. Abwesend sind Sara Smidt, Prisca Beuchat, Franziska Keusen, John Ma und Lorenzo Salafia.

Das Team des Kunstmuseums und des Thun-Panoramas?(v.?l.; von oben nach unten): Stefan Giger, Tanja Hählen, Helena Lüthi, Luc van Lieshout, Rut Reinhard, Anja Seiler, Simone Füredi, Museumsdirektorin Helen Hirsch, Erika Fourti, Marianne Lutz, Katrin Sperry, Cornelia Stucki, Nathalie Gerber, Roman Zaugg und Melanie Dietrich. Abwesend sind Sara Smidt, Prisca Beuchat, Franziska Keusen, John Ma und Lorenzo Salafia.

(Bild: zvg)

«Wir sind glücklich und dankbar», schwärmt Helen Hirsch, ­Direktorin des Kunstmuseums Thun und des Thun-Panoramas. Sie hat allen Grund dazu: Die Saison 2015, die noch bis zur ­Fi­nissage der aktuellen interkantonalen Weihnachtsausstellung «Cantonale Berne Jura» am 24. Januar dauert, bescherte dem Team mit über 25 000 verkauften Eintritten für beide Institutionen einen Besucherrekord. «Solche Zahlen hat es noch nie gegeben – sogar unter der Berücksichtigung, dass das Thun-Panorama saniert und erweitert wurde, ist diese Menge unvergleichbar mit früheren Statistiken.»

Das Thun-Panorama hätten 15 050 Personen besucht, früher seien es im Durchschnitt pro Saison rund 7500 gewesen, maximal 8000. «Im Kunstmuseum verzeichnen wir bis jetzt gegen 10 500 Besucherinnen und Besucher», sagt die Direktorin. Die jeweils neue Saison beginne mit der Vernissage zur ersten Ausstellung im Jahr – 2016 ist das am 12. Februar.

Die Finissage für die «Cantonale» ist am 24. Januar

Daher kann Helen Hirsch die genaue Zahl für die Museumssaison 2015 erst nach der «Cantonale Berne Jura» genau errechnen. Zum Rekord beigetragen habe vor allem «Der Kontinent Morgenthaler». «Um die 6000 Interessierte haben diese Ausstellung besucht, während der Durchschnittswert üblicherweise bei rund 2000 bis 3000 Eintritten liegt», rechnet die Direktorin vor. Es freue sie sehr, dass im Thun-Panorama der Erweiterungsbau, die neue Dauerausstellung und das restaurierte Wocher-Bild viele Menschen aus nah und fern anlocken konnten.

Die neue Saison 2016 im Thun-Panorama beginnt am 12. März und dauert bis Ende November. «Zudem werden wir ab Sommer einen erweiterten Audio-Guide mit speziellen Informationen zum Bild anbieten können», kündigt Helen Hirsch mit Vorfreude an. Im Erweiterungsbau steht zunächst «Greetings from Thun» im Zentrum, eine Ausstellung mit Postkartenmotiven. Ab September wartet «Unser Thun. Interkulturelle Begegnungen im Thun-Panorama» auf, die gemeinsame Integrationsreihe mit dem Projektnetzwerk Thun (KIO, interkultureller Frauentreff Frouebrügg und die Bibliothek Biblios).

Im Museum werden 2016 vier Ausstellungen geboten

Auch die Saison 2016 im Museum wartet mit Leckerbissen auf: In vier Ausstellungen wird das Wirken von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Sparten präsentiert. Parallel steht im Projektraum Enter das Projekt «Schnupperschau» im Fokus (wir berichteten). Gestartet wird im Museum am 12. Februar mit der Vernissage für die traditionelle Ausstellung mit Bildern aus der eigenen Sammlung, die mit aktuellen Werken ergänzt werden. Unter dem Titel «Ich muss nicht ans Meer» ist sie dem Thema Bergwasser gewidmet. «Sozusagen als Gegenpol zum Meer», erklärt Helen Hirsch.

Ab Mitte Mai zeigt das Kunstmuseum «Eduardo Arroyo. Die Schweizer Kapitel», eine erste Einzelausstellung des in Madrid lebenden Künstlers. «Durch den Berner Pop-Art-Künstler Peter Stämpfli habe ich Eduardo Arroyo kennen gelernt», sagt die Direktorin. Sie wolle zeigen, weshalb und wie der politisch aktive Spanier oft Schweizer Themen aufgreife.

Eine internationale Gruppenausstellung im Herbst

Die dritte Ausstellung steht unter dem Zeichen «Die Kräfte hinter den Formen» und beginnt Ende August. Die internationale Gruppenausstellung entsteht in Kooperation mit Museen aus Innsbruck und Krefeld. Mitwirken wird auch George Steinmann, der gebürtige Thuner Künstler und Musiker. «Uns ist es ein Anliegen, immer wieder mit Institutionen im In- und Ausland zusammen zu arbeiten», sagt Helen Hirsch.

Die vierte und letzte Ausstellung in der bevorstehenden Museumssaison 2016 wird wieder­um die «Cantonale Berne Jura» sein. Diese sechste Ausgabe der interkantonalen Weihnachtsausstellung wird am 10. Dezember Vernissage feiern.

Zwischen 50 000 und 300 000 Franken pro Ausstellung

Die künstlerischen Inhalte zu bieten, ist ein Teil, der andere die Finanzierung der Aktivitäten im Kunstmuseum und im Thun-Panorama. «Die Mittel dafür aufzubringen, ist ein ständiger Kraftakt, da geht es uns nicht anders als anderen Kulturanbietern», erklärt die Museumsdirektorin. Eine Ausstellung koste zwischen 50 000 und – wie die spezielle Morgenthaler-Ausstellung – bis zu 300 000 Franken. Die Kosten seien insbesondere abhängig von Transport- und Versicherungskosten, Leihgaben und Druckprodukten wie etwa einem Ausstellungskatalog. «Wir finanzieren uns schwerpunktmässig mit Beiträgen von der Stadt Thun, vom Kanton und von der Region und punktuell von Stiftungen und Sponsoren», erläutert Helen Hirsch. Ein Katalog werde beispielsweise ausschliesslich mit Geldern von Dritten finanziert.

Eine wichtige Stütze sei auch der Förderverein des Kunstmuseums mit seinen rund 300 Mitgliedern. «Der Verein unterstützt unsere Aktivitäten zum Beispiel bei der Mittelsuche, mit Ankäufen und als Botschafter für unser Wirken», sagt Helen Hirsch.

«Das Kunstmuseum ist keine Selbstverständlichkeit»

Ein wichtiger Faktor sind auch die Einnahmen unter anderem mit den Eintritten. «Doch diese fliessen nicht direkt in unsere Kasse, sondern erst indirekt durch den Beitrag der Stadt», erklärt die Direktorin. «Das wertvollste Gut sind und bleiben trotz aller Kunst aber die treuen und die neuen Besucherinnen und Besucher», betont die Direktorin. Das Museum und das Thun-Panorama seien mittlerweile zu wichtigen nationalen und in­ternationalen Standorten für Kunst und Geschichte geworden. «Vor allem», möchte Hirsch in Erinnerung rufen, «ist es keine Selbstverständlichkeit, dass sich eine Stadt ein Kunstmuseum ­leistet.»

Berner Zeitung

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