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Nichts verschenkt

Der Kommentar von Marco Zysset zur Überbauungsordnung «Erschliessung Heimberg-Süd».

Die Süd-Erschliessung in Heimberg sorgt seit mehr als zehn Jahren für bisweilen hochrote Köpfe. Frei von Emotionen betrachtet geht es bei der Vorlage, über die Heimberg am 23. September abstimmt, um die Frage, ob ein Gewerbe- und Entwicklungsgebiet weiter via eine überlastete Durchgangsstrasse und durch ein Wohnquartier erschlossen oder faktisch direkt an die Autobahn angebunden wird.

Der Infoanlass in der Aula hat gezeigt, dass die Gegner es verstehen, Emotionen zu schüren. Wer mit Firmenwegzug und Arbeitsplatzverlust droht, macht es sich einfach: dito jene, die «Kulturlandverlust!» schreien. Andächtig nickende Zuhörer sind garantiert, so will es der Zeitgeist. Auch hier hilft der nüchterne Blick: Die Gewerbebetriebe am Töpferweg können die Wege im Areal jederzeit so organisieren, dass eine reibungslose Zu- und Wegfahrt möglich ist.

Wer öfter dort verkehrt, weiss, dass heute schon Wartezeiten normal sind, weil Fahrzeuge Durchfahrten blockieren. Dass eine Strasse ausgebaut wird und entlang der vor Jahren definierten Siedlungsgrenze Kulturland verloren geht, ist unschön, aber kein Beinbruch.Allen Bemühungen, mit bestehendem Kulturland sorgsam umzugehen, zum Trotz: Auch Heimberg wird mittel- und langfristig wieder sachte Bauland einzonen.

Aus der Vogelperspektive betrachtet wird klar, dass die Parzelle zwischen Töpferweg und Unterer Zulgstrasse dazugehören wird. Wo sonst gibt es in der Region noch Land, das so nahe an Bahn, Bus und Strasse liegt und so perfekt erschlossen ist?Dass der Preis für die Strasse mit total fast 7 Millionen Franken hoch ist, lässt sich unter anderem damit begründen, dass Wasserbaumassnahmen an der Zulg nötig sind.

Für das, was gebaut wird, ist der Preis nicht zu hoch. Dass die Grundeigentümerbeiträge noch nicht festgesetzt sind, ist verkraftbar. Immerhin schafft der Gemeinderat Transparenz, indem er die höchstmöglichen Kosten ausweist, die für die Betroffenen entstehen könnten.

Die Grundeigentümer werden wohl weniger bezahlen als heute angenommen.Das Stimmvolk verschenkt sich deshalb nichts, wenn es Ja dazu sagt, die baurechtlichen Grundlagen zu schaffen, um das Dorf dereinst von Süden her zu erschliessen. So können dann, wenn der Bedarf gegeben ist, ­ohne langes planerisches Vor­geplänkel die Bagger auffahren.

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