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Neues Krematorium: Bezug zwischen Diesseits und Jenseits

Mit einem Spatenstich begannen gestern die Bauarbeiten am neuen Krema­torium neben dem Friedhof Thun-Schoren, welches in zwei Jahren das jetzige ­Krematorium ablösen soll.

Spatenstich mit schwerem Gefährt: Gemeinderat Konrad Hädener setzte sich gleich selber in den Bagger und führte den Spatenstich aus.
Spatenstich mit schwerem Gefährt: Gemeinderat Konrad Hädener setzte sich gleich selber in den Bagger und führte den Spatenstich aus.
Patric Spahni

«Die Anlage des bestehenden Krematoriums ist bereits 43-jährig und stammt mittlerweile aus einer Zeit, in der die Luftreinhaltungsvorschriften noch ganz anders waren. Die Vorschriften sind in der bestehenden Anlage deswegen grob nicht mehr erfüllt», sagte Konrad Hädener (CVP), Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, gestern Morgen auf dem Grundstück, auf dem das neue Krematorium entsteht. Gemeinsam mit dem Architekten Markus Schietsch lancierte er auf dem Feld neben dem Friedhof Thun-Schoren mit dem Spatenstich den Baubeginn des neuen Krematoriums.

Bezug zur Umgebung

Vor gut einem Jahr bewilligte das Thuner Stimmvolk mit einer Mehrheit von fast 83 Prozent den Neubau des Krematoriums an diesem neuen Standort. «Das war auch ein Hinweis darauf, dass das Projekt sehr gut beim Volk angekommen ist», betonte Hädener.

Im neuen Krematorium soll eine ständige Verbindung zur Landschaft und zum Umfeld hergestellt werden. Visualisierung: PD
Im neuen Krematorium soll eine ständige Verbindung zur Landschaft und zum Umfeld hergestellt werden. Visualisierung: PD

Das vom Zürcher Team der Markus Schietsch Architekten GmbH und der Schmid Landschaftsarchitekten GmbH ausgearbeitete Projekt wurde 2015 im Rahmen eines Architekturwettbewerbs ausgewählt. «Glücklicherweise konnte die Parzelle des Friedhofs erweitert werden, denn die neuen Filteranlagen sind sehr voluminös und benötigen den Platz», sagte Konrad Hädener.

Mit einer angemessenen Sakralität soll der neue Bau den Angehörigen einen respektvollen Abschied von den Verstorbenen ermöglichen. «Das neue Krematorium ist konzentrisch aufgebaut. Mit den Säulen und dem mit Glas abgetrennten Besuchergang ist deshalb der Bezug zur Umgebung und zur Landschaft ständig gegeben», sagte Architekt Markus Schietsch.

«Es war eine anspruchsvolle ­Aufgabe, einen pietätvollen Umgang mit dem Tod zu gewährleisten.»

Markus Schietsch, Architekt

«Es war eine anspruchsvolle Aufgabe, einen pietätvollen Umgang mit dem Tod zu gewährleisten und den technischen Betrieb zwar miteinzubauen, diesen aber nicht sichtbar werden zu lassen. Durch den Aufbau des Gebäudes verbindet sich jedoch das Diesseits mit dem Jenseits.»

Die Aufbahrungsräume sollen deshalb sehr schlicht gehalten werden, und mithilfe von sogenannten Katafalken wird nicht mehr der gesamte Raum gekühlt, sondern nur die verstorbene Person. «In den neuen Räumen werden sich die Trauernden nicht mehr wegen der kühlen Temperaturen unwohl fühlen müssen und können so gebührend Abschied nehmen», ergänzte Konrad Hädener.

«Ausserdem werden sich hier, im Gegensatz zum alten Krematorium, der Krematoriumsbetrieb und die Angehörigen nicht mehr kreuzen, da sich der Eingang für die Angehörigen und der Betriebseingang auf verschiedenen Seiten befinden.»

Enger Terminkalender

Bereits am 3. Oktober begann die beauftragte Bauunternehmung mit der Installation von Bauwänden und das Tiefbauamt mit den notwendigen Rodungsarbeiten. «Es handelt sich um einen sehr komplexen Bau, und da die Komplexität ja bekanntlich nicht unbedingt eine Freundin der Termin- und Budgetplanung ist, möchten wir so bald wie möglich richtig loslegen», sagte Konrad Hädener.

Da sich auf dem Feld Kulturerde befindet, wird das Abtragen von Bodenmaterial im Beisein des Archäologischen Dienstes Bern erfolgen, damit der sachgerechte Umgang mit dieser sichergestellt werden kann. Ab November soll die Baugrube ausgehoben werden.

Die Rohbau- beziehungsweise Betonarbeiten sollen voraussichtlich Anfang Dezember dieses Jahres beginnen. Bis Ende 2019 soll der Rohbau stehen und ein Jahr später das neue Krematorium in Betrieb genommen werden können.

«Gemäss der Auflage der kantonalen Aufsichtsstelle und der nationalen Luftreinhalteverordnung darf das alte Krematorium höchstens noch bis Ende 2020 betrieben werden», sagte Hädener. «Insofern ist es unser Ziel, dass wir hier auf diesen Termin hin betriebsbereit sein können.»

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