Neuer Pächter für Flussbad gesucht

Thun

Für den Sommer 1867 wurde das Flussbad Schwäbis zur Verpachtung ausgeschrieben. Es gehörte damals noch einer privaten Gesellschaft.

Das Schwäbisbad in Thun (hier auf der handkolorierten Aquatinta «Thoune» von R. Dikenmann um 1850) wurde im März 1867 durch die private Badeanstaltgesellschaft zur Verpachtung ausgeschrieben.

Das Schwäbisbad in Thun (hier auf der handkolorierten Aquatinta «Thoune» von R. Dikenmann um 1850) wurde im März 1867 durch die private Badeanstaltgesellschaft zur Verpachtung ausgeschrieben.

(Bild: zvg/Archiv Markus Krebser Thun)

«Die Flussbadanstalt in Thun wird für den Sommer 1867 zur Verpachtung ausgeschrieben.» Diese Meldung war am 2. März 1867 im «Thuner Blatt» zu lesen. «Hierauf Reflektierende werden ersucht, ihre Pachtzinsangebote bis und mit dem 20. März nächst­hin, schriftlich und versiegelt, mit der Aufschrift ‹Pachtangebot für die Badanstalt› dem Präsidenten der Gesellschaft, Gottfried Feller, Bierbrauer, einzugeben, bei welchem auch das Pflichtenheft zur beliebigen Einsichtnahme aufliegt.»

Der «Schwäber» in seiner heutigen Form entstand rund 2 Jahre später, nämlich 1869/1870. beschloss die Thuner Einwohnergemeinde, das Flussbad der Badeanstaltgesellschaft für 1200 Franken abzukaufen und damit in Gemeindebesitz zu über­führen.

Was vor 150 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:
2. 3. 1867 Obwohl das Budget der Einwohnergemeinde für das Jahr 1867 ein beträchtliches Defizit ausweist, das durch direkte ­Steuern, durch Teilen von Grundeigentum, Kapital und Ein­kommen gedeckt werden muss, wurde es von der Einwohnergemeindeversammlung angenommen. Dies beweist, dass die gegenwärtigen Verwaltungsbehörden das Zutrauen der Gemeinde mit Recht geniessen.
2. 3. 1867 Concert, Montag, den 4. März im Falkensaale, gegeben von Frau Müller-Berghaus unter gefälliger Mitwirkung des hiesigen Männerchores und einiger Musikfreunde.
2. 3. 1867 Wegen baldiger Abreise ersuche ich um Reglierung der Rechnungen bis Ende März. Dr. Küpfer.
6. 3. 1867 Frau Engemann O’Gormann hat in ihrem Testament der hiesigen Mädchenarbeitsschule Fr. 1500 zukommen lassen. Die Zinsen sollen zur Anschaffung von Arbeitsstoffen für arme Schülerinnen verwendet werden und die daraus verfertigten ­Kleidungsstücke den Mädchen als Unterstützung geschenkt werden.
6. 3. 1867 Mathematische Reisszeuge, Aarauer Fabrikat, sind vorrätig in der Buchhandlung H. Blom.
6. 3. 1867 Lebensmittelpreise in Thun. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.90 bis –.95. Kartoffeln per Zentner 4.25. 9 bis 12 Eier für 60 Cts.
9. 3. 1867 «Wilhelm Tell» von Schiller wird Montag, den 11. März, auf dem Strättlighügel im Freien aufgeführt, wozu jedermann freundlich eingeladen ist. Zugleich findet daselbst Tanz statt.
9. 3. 1867 Der Unterzeichnete zeigt hiermit einem Edn. Publikum zu Stadt und Land an, dass er die von Hrn. Gottf. Lanzrein käuflich an sich gebrachte Speisewirtschaft «zum Maulbeerbaum» bei der Scherzligbrücke aus heute angetreten hat und fügt bei, dass er seinen Beruf als Hufschmied auf dem bisherigen Platz im Rosengarten oder Bälliz weiter betreibt. Ulrich Krähenbühl, Schmied.
13. 3. 1867 Ich zeige hiermit dem Edn. Publikum zu Stadt und Land an, dass ich nun alle Wochen die Lohnwäscherei betreiben werde. Ich werde mich bestreben, jedermann zur Zufriedenheit und so billig als möglich zu bedienen. Zugleich kaufe ich zu jeder Zeit gute Asche. Frau Bachmann an der Länggasse.
16. 3. 1867 Es liegt jedem Eigentümer oder Bewohner eines Gebäudes ob, den offenen Platz vor demselben alle Samstage, sowie an den Vorabenden von Feiertagen und während den Sommermonaten auch alle Mittwoch, abends gehörig reinigen zu lassen, bei Fr. 1 Busse im Unterlassungsfalle.
16. 3. 1867 Joh. Rothacher, Wirt, zeigt an, dass er die Speisewirtschaft neben dem «Kreuz», welche bisher Hr. Dreyer innehatte, übernommen hat.
16.3.1867 Zürcher & Amsler in Thun machen ihre Geschäftsfreunde darauf aufmerksam, dass sie ihr Bureau und Warenlager am 15. in das bisherige Speditions-Gebäude des Herrn Alex Lanzrein sel. verlegt haben und bringen zugleich ihr wohlassortiertes Lager von Mehl und Getreidesorten zu billigen Preisen in Erinnerung.
20. 3. 1867 Die Gemeinnützige Gesellschaft, Abteilung Landwirtschaft, hat beschlossen, die vierte öffentliche Ausstellung und Prämierung der im Amt Thun gehaltenen Zuchtstiere abhalten zu lassen, auf Samstag, den 6. April künftig, morgens von 9 Uhr an auf dem Viehmarkt zu Thun.
23. 3. 1867 C. Bischoff, Mehlhändler in Thun, empfiehlt auf bevorstehende Saatzeit dem geehrten Publikum sein Lager an Feldsämereien in garantierter Qualität zu möglichst billigen Preisen als: beste hiesige Esparsette, Matten- und Ackerklee, Lucerne, französisches und englisches Raygras, ächter langer Breisgauer Hanfsamen sowie schönen Saathafer und Sommergerste.
23. 3. 1867 Der Gemeinderat eröffnet freie Konkurrenz für die Übernahme folgender Arbeiten: 1) Lieferung und Versetzung von circa 1300 Lauffuss Bordsteine für die Trottoirs längs der Allmendstrasse. 2) Erstellung von circa 6000 Quadratfuss neuem Strassenpflaster. 3) Anbringung einer gepflasterten Seitenschale längs der Strasse hinter der Burg.
23. 3. 1867 Die Feldschützengesellschaft von Thun wünscht für das Jahr 1867 circa 8 à 10 Zeiger anzustellen, die aber eigenen Rechts und bürgerlich ehrenfähig sein müssen.
23. 3. 1867 Theater in Thun. Forderungen an die Direktion wolle man ungesäumt geltend machen. Am 1. April erhebt die Direktion die deponierte Kaution.
27. 3. 1867 Hr. Oberstlieut. Schäfer hat die Stelle eines Kasernenaufsehers in Thun angenommen.
27. 3. 1867 Der öffentliche Vortrag im Casino von Musiklehrer Schmidt über das Tonsystem und seine historische Entwicklung war beachtenswert.
27. 3. 1867 Villa-Gesuch. Eine Familie (Schweizer) von 3 Personen mit 2 Dienstboten sucht für die Dauer des Sommers eine gut möblierte Wohnung in Thun oder der nächsten Umgebung.
30. 3. 1867 Theater in Thun. Sonntag, 31. März, Abschieds­vorstellung. «Die Mädchen vom Ballett», Lustspiel in fünf Akten. 30. 3. 1867 Der Cassier der Einwohnergemeinde Thun ist für einstweilen täglich von 11 bis 12 Uhr vormittags und von 4 bis 5 Uhr nachmittags in seiner Wohnung im Hause des Herrn Baumann, Tapezierer, anzutreffen. 30. 3. 1867 Der Unterzeichnete, welcher die Hufschmiede neben dem Ochsen, die früher Herr Läderach innehatte, bezogen, empfiehlt sich dem Tit. Publikum für alle in sein Fach einschlagende Arbeiten, sowohl für den Hufbeschlag, als auch für übrige Schmiedearbeiten. Simon Blaser, Schmied.

mbs/Stadtarchiv Thun

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