Thun

Neue Wege in die Zukunft

ThunSeit dreissig Jahren gibt es die Duboux-Fachwörterbücher für Gastronomie, Lebensmittelindustrie, Hotellerie und Touristik. Sein Fachwissen stellt das Ehepaar Duboux neu im Internet zur Verfügung.

Jean-Pierre und Marianne Duboux mit ihren Werken.

Jean-Pierre und Marianne Duboux mit ihren Werken. Bild: Patric Spahni

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Fragen zu Begriffen und Schreibweise in Gastronomie, bei Speisekarten und Lebensmitteln? Kein Problem, das Nachschlagewerk Duboux gibt fachkompetente Antwort. Globalität ist ja nichts Neues. Je mehr sich die Hotellerie mit internationalen Gästen, Lebensmitteln, Gerichten und Spezialitäten auseinandersetzt, desto essenzieller wird die korrekte Übersetzung in die wichtigsten Sprachen.

Das Thuner Ehepaar Marianne und Jean-Pierre Duboux kam als Inhaber eines Lektorats und Korrekturservices beim Übersetzen von Speisekarten, Rezept- und Koch(fach)büchern vor gut dreissig Jahren auf die Idee, für Fachleute und Lehrkräfte ein verbindliches Nachschlagewerk zu schaffen – und tat es in ­akribischer Arbeit auch.

Der erste rot-weisse Duboux erschien 1989 und umfasste pro Sprache rund 23'000 Einträge. Das Nachschlagewerk wurde in jahre­langer unermüdlicher Arbeit und teil­weise Grundlagenforschung laufend aktualisiert und ergänzt. «Es wird kein Fachbegriff aufgenommen, der nicht gründlichst und wo nötig auch wissenschaftlich recherchiert wurde», verdeutlicht Marianne Duboux.

In zehn Sprachen

Heute umfassen die zweisprachigen Grossausgaben auf 1000 Seiten über 150'000 Einträge pro Sprache und wiegen drei Kilo. Bis heute sind fünfzig Printproduktionen in zehn Sprachen erschienen. Sie haben ohne einen Werbefranken weltweite Verbreitung gefunden, in Lizenz auch in Russland und Holland.

Sie werden von rund siebzig Berufsgattungen in etwa achtzig Betriebsarten, in Ämtern bis hin zur EU in Brüssel, an Berufs-, Hotel- und Touristikfachschulen, an Universitäten und privat ver­wendet. Wohl kaum jemand hat in eigener Regie und im eigenen Verlag fach­terminologisch, lexikalisch, branchenwissenschaftlich und mehrsprachig mehr geleistet als die beiden Thuner.

Zeichen der Zeit erkannt

Der Duboux wird in der Fachwelt – vom Kochlehrling über Ausbildungsstätten bis zum Hotelmanager und zum Lebens­mittelchemiker – hoch geschätzt und gerühmt. Die Buchversionen sind wegen ihres Umfangs allerdings nicht mehr sehr handlich. Das Ehepaar Duboux hat die Zeichen der Zeit, die Kundenbe­dürfnisse und die Möglichkeiten der elektronischen Entwicklung erkannt.

So erschien 1996 erstmals eine leichter zu handhabende CD-Version. Als weiterer Grosserfolg erwiesen sich ein Jahr zuvor die Duboux mini. Sie wurden zu unumgänglichen Sprachführern bei internationalen Grossanlässen, wie etwa Weltausstellung in Hannover, Fussball-WM in Deutschland und, letztmals, Olympischen Spiele in Brasilien.

Beliebt sind auch die zweisprachigen, handlichen Taschenbücher in verschiedenen Sprachkombinationen. Sie erleichtern Reisenden den Aufenthalt in anderen Ländern, zum Beispiel in Restaurants oder beim Einkaufen. Oder die Duboux-spezifischen Hotelprospekte als wiederverwertbare Sprachführer.

Zum 30-Jahr-Jubiläum ihres Verlages Duboux Editions SA hat sich das Ehepaar entschieden, ihr Kulturgut und Fachwissen im Netz unter www.duboux.net allen frei und damit kostenlos zugänglich zu machen. Mit Freigabe im Netz bietet sich eine Werbeplattform: Firmen können sich branchenexklusiv mit Logo, Produktehinweis und Link langfristig präsentieren.

Ziel: Duboux sichern

Die Firma Soxes GmbH, Bubikon, unter der Leitung von Lorenz Wiegand konnte den bewusst extrem komplizierten, aber für die Nutzer bequemen Aufbau des Fachwortschatzes mit oft sogar pro Begriff fünfzehn Synonymen so umsetzen und programmieren, dass der Duboux auch als E-Wörterbuch hohen Anforderungen genügt.

«Der Duboux online ist das weltweit einzige E-Wörterbuch, das Suchresultate gleichzeitig in mehreren gewünschten Sprachen anzeigt», nennt Jean-Pierre Duboux eine Besonderheit. Das Erarbeiten mehrsprachiger Texte, wie beispielsweise für Speisekarten, spare damit Zeit.

Es ist vorgesehen, Werbeerträge dem Erarbeiten weiterer noch fehlender Weltsprachen, wie etwa Chinesisch oder Arabisch, zuzuführen. Das kinderlose Ehepaar Duboux – beide bereits im Rentenalter – sieht sich zudem nach einem geeigneten Schweizer Unternehmen »mit Tradition und Zukunft» um, dem sie ihren nicht alltäglichen Nachlass in Aussicht stellen werden. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 02.05.2018, 22:41 Uhr

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