Neue Schranke führt zu langen Rückstaus

Heimberg

Coop hat vor der Einfahrt auf das Parkdeck beim Heimberg Center eine Ticketschranke montiert. Bis zu einer Dauer von drei Stunden ist das Parkieren zwar weiterhin gratis. Für reichlich Ärger dürfte die Schranke trotzdem sorgen.

Bereits am Montagmorgen stauten sich die Autos bei der neuen Ticketschranke vor der Einfahrt aufs Parkdeck des Heimberg Center. Ein Mitarbeiter der Securitas erklärte der Coop-Kundschaft die Neuerung.

Bereits am Montagmorgen stauten sich die Autos bei der neuen Ticketschranke vor der Einfahrt aufs Parkdeck des Heimberg Center. Ein Mitarbeiter der Securitas erklärte der Coop-Kundschaft die Neuerung.

(Bild: Gabriel Berger)

Es ist ein ungewöhnliches Bild für einen normalen Werktag, der ja nicht gerade den Ruf hat, der beliebteste Tag zum Einkaufen zu sein: Bis nach hinten auf die Gurnigelstrasse stauen sich die Autos bei der Einfahrt auf das Parkdeck des Heimberg Center. Was ist passiert?

Die Genossenschaft Coop, Besitzerin des Center, hat in den letzten Tagen eine Schranke installieren lassen. Es handelt sich nicht um eine Bezahl-, sondern lediglich um eine Ticketschranke.

«Die Kundinnen und Kunden erhalten ein Parkticket, welches zu einer Gratisparkzeit von drei Stunden berechtigt», sagt Désirée Schmid, Mediensprecherin der Verkaufsregion Bern bei Coop. Die Anlage sei mit dem Beginn der Umbauarbeiten des Parkhauses und des Parkdecks Anfang Woche in Betrieb genommen worden.

Massnahme im Kampfgegen Langzeitparker

Die vom Heimberg Center gewährte maximale Parkdauer von drei Stunden ist nicht zufällig gewählt. «Dank diesem Vorgehen sollen die Parkplätze des Heimberg Center nicht durch Langzeitparkierende belegt werden, sondern den Kundinnen und Kunden zur Verfügung stehen», hält Schmid fest.

Sie bestätigt, dass Coop in der Vergangenheit Erfahrungen mit Dauerparkern gemacht hat. Da während des Umbaus sowohl die Parkplätze auf dem Deck beim Hobby Heimberg als auch diejenigen darunter in der Einstellhalle wegfallen, werden Parkplätze Mangelware sein.

Verlängert werden kann die maximale Parkdauer nicht – auch nicht gegen Bezahlung. Doch wer kontrolliert, ob die Automobilisten die Zeit einhalten? Désirée Schmid sagt hierzu lediglich, dass beim Heimberg Center «situativ Kontrollen durchgeführt» würden. Zudem bleibe die Schranke nur während des Umbaus in Betrieb und werde danach voraussichtlich wieder zurückgebaut.

«Die Modernisierung wird in Etappen stattfinden. Im Spätherbst 2017 wird sich die Situation entspannen», blickt Schmid voraus. Abgeschlossen würden die Arbeiten aber voraussichtlich erst im Sommer 2018.

«Wann genau die Schrankenanlage ausser Betrieb genommen werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen und abhängig vom Bauverlauf», so die Coop-Mediensprecherin.

Kein Präjudiz für spätere Parkplatzbewirtschaftung

Die jüngste Massnahme von Coop in Heimberg hat keinen Zusammenhang mit den Abklärungen zur allfälligen Einführung einer einheitlichen Parkplatzbewirtschaftung bei Grossverteilern in der Region Thun. Ende 2016 hatte die Fraktion der Thuner Grünen im Stadtrat einen entsprechenden Vorstoss eingereicht.

An ihrer letzten Hauptversammlung im Frühling entschieden sich ausserdem auch die Heimberger Grünen, beim Gemeinderat mit einer Petition für «eine für die Gemeinde gültige Parkplatzbewirtschaftung» vorstellig zu werden.

Sowohl auf Gemeinde- als auch auf überkommunaler Ebene hat sich seither nichts Entscheidendes getan, «Die Arbeiten am kommunalen Verkehrsrichtplan laufen nach wie vor. Wann wir so weit sein werden, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen», erklärt der Heimberger Gemeindepräsident Niklaus Röthlisberger (SVP), der gleichzeitig Präsident des Entwicklungsraums Thun (ERT) ist.

Auf Stufe ERT werde aktuell ein Projekt ausgearbeitet, das dann als Grundlage für eine einheitliche Parkplatzbewirtschaftung in der gesamten Agglomeration gelten solle.

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