Nacharbeiten am Berntor dauern bis Ende November

Thun

Die Bauetappe 2018 am Thuner Lauitorstutz ist wie geplant bis zum Ausschiesset vom 21. September abgeschlossen. Wegen archäologischer Funde sind am Berntorplatz Nacharbeiten bis Ende November 2018 ­nötig.

Altertum trifft auf Moderne: Überreste der Thuner Stadtmauer neben zeitgenössischen Werkleitungen.

Altertum trifft auf Moderne: Überreste der Thuner Stadtmauer neben zeitgenössischen Werkleitungen.

(Bild: PD)

Im Rahmen des Projekts Verkehrszukunft Thun sanieren der Kanton Bern, die Stadt Thun und die Energie Thun AG den Berntorplatz und den Lauitorstutz. «Die Bauetappe 2018 am Lauitorstutz ist wie geplant bis zum Ausschiesset vom 21. September abgeschlossen», schreibt die Stadt Thun in ihrer Medienmitteilung vom Dienstag.

Allerdings verzögern sich die umfangreichen Werkleitungsarbeiten am Berntorplatz wegen diverser ungünstiger Rahmenbedingungen bis Ende November 2018. Gründe für die ­Verzögerung sind archäologische Funde, witterungsbedingte Ar­beitsunterbrüche sowie unerwartete geologische Schwierigkeiten.

«Dank der engen und konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten jedoch Lösungen gefunden werden, welche die Beeinträchtigungen der Bauabläufe und des Verkehrskonzeptes auf ein Minimum begrenzen, ohne dabei die Verpflichtung gegenüber dem geschichtlichen Erbe der Stadt aus den Augen zu verlieren», heisst es weiter.

Erstaunlich gut erhaltene Mauerabschnitte

Der Archäologische Dienst des Kantons Bern begleitet die Arbeiten am Berntorplatz, da diese in einem für die mittelalterliche Stadtgeschichte sehr bedeutenden Bereich stattfinden und Mauerreste der Thuner Stadtbefestigung betreffen (vgl. Infobox). Das kantonale Denkmalpflegegesetz verpflichtet alle Beteiligten, mit den Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung möglichst pfleglich umzugehen und Zerstörungen auf ein Minimum zu begrenzen. Weil aus technischen sowie wirtschaftlichen Gründen ein Verlust nicht zu vermeiden ist, legt der Archäologische Dienst die erstaunlich gut erhaltenen Mauerabschnitte vor dem Abbruch frei und dokumentiert sie. Für den Bauablauf bedeuten diese Interventionen zeitliche Verzögerungen und Umpla­nungen.

Starke Niederschläge und Sandstein

Auch einzelne starke Regenfälle führten Ende Mai und Anfang ­Juni zu Arbeitsunterbrüchen. Die grossen Regenwassermengen müssen auch während der Bauzeit, zusammen mit dem Abwasser der Liegenschaften, abgeleitet werden, damit keine Rückstaus in den Häusern entstehen.

Zudem stiessen die Bauunternehmer unerwarteterweise auf dicht gelagerte Sandsteinfelsen, die den Grabenaushub erschwerten, wodurch die Arbeiten mehr Zeit in Anspruch nahmen.

«Wenn drei Bauherren, ein Bauunternehmer und eine Bauleitung in ein Projekt involviert sind, ist es oft schwierig, eine Einigung zu erzielen, die für alle Beteiligten stimmt», führte Gemeinderat Konrad Hädener (CVP), am Dienstag auf Anfrage aus. «Kompromisse galt es vor allem mit dem Archäologischen Dienst zu schliessen.

Er kam uns entgegen, indem er sich schliesslich mit einer nur teilweisen Freilegung der Mauer zu Dokumentationszwecken und ihrem streckenweisen Abbruch einverstanden erklärte, und wir nahmen eine Verzögerung des Bauprogramms in Kauf.»

Wie hoch die Mehrkosten durch die Verzögerung und Umplanungen schliesslich ausfallen werden, ist noch offen. «Der Bauunternehmer hat seine Forderungen gestellt, die er aber aus Sicht der Bauherrschaft noch präzisieren muss», erklärte Hädener weiter. Ein früher Wintereinbruch Ende November sollte kein Problem darstellen. «Dass der Boden so stark zugefroren sein wird, dass Werkleitungsarbeiten nicht mehr möglich sind, ist höchst unwahrscheinlich.»

Marktgasse und Untere Hauptgasse wieder offen

Trotz der unerwarteten Erschwernisse kann der Ausschiesset vom 21. September wie geplant stattfinden, ebenso wie vorgängig das Thunfest und der Thuner Stadtlauf. Stadt und Kanton sind zudem bestrebt, die Verkehrseinschränkungen nach dem 21. September so gering wie möglich zu halten.

Die Marktgasse sowie die Untere Hauptgasse werden daher für den Individualverkehr wieder freigegeben. Die Busse der STI verkehren weiter in beide Richtungen über die Grabenstrasse statt die Marktgasse. Die öffentlichen Parkplätze an der Marktgasse stehen wieder zur Verfügung. Die Burgstrasse ist ab dem 21. September zwischen dem Lauitorkreisel und der Ein­mündung Krankenhausstrasse (Höhe Burgstrasse 10) wieder in beide Richtungen ­befahrbar.

Die ein­spurige Verkehrsführung des Individualverkehrs über den Berntorplatz bleibt voraussichtlich bis in die ­zweite Hälfte November bestehen. Ebenso bleibt die provisorische Haltestelle Thun Bahnhof der STI-Linien 2, 3 und 5 bis Ende November bestehen.

Die zweite, verkürzte Bauetappe im kommenden Jahr findet wie ­geplant zwischen März und Sommerferien 2019 statt.

Thuner Tagblatt

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