«Musik für sauberes Wasser» im Mattenhof

Matten

Im Mattenhof-Resort veranstaltete Viva con Agua heuer zum zweiten Mal ein Festival. Die Vision: sauberes Trinkwasser. Alle Akteure traten gratis auf «für eine Welt ohne Durst».

Baschi und Band im Mattenhof-Resort.

Baschi und Band im Mattenhof-Resort.

(Bild: Samuel Bosshardt)

Ohrenbetäubende Technobeats, halb dunkle Räume, Lichtreflexe an den Wänden: Das Mattenhof-Resort war für das Festival Viva con Agua vor allem auf junge Gäste vorbereitet. Rund 60 freiwillige Helferinnen und Helfer aus der Schweiz und Deutschland waren Freitag und Samstag im Einsatz. Insgesamt nutzten über 500 Personen die Gelegenheit, Kultur zu geniessen und sich zu informieren.

«Viva con Agua ist ein Netzwerk von Menschen und Organisationen, das sich mit kreativem Aktionismus für sauberes Trinkwasser engagiert», sagte Eveline Schaffner (31) vom OK. Mit Musik, Kunst und Sport will die Organisation ein breites Publikum motivieren, am Ziel «eine Welt ohne Durst» mitzuarbeiten. Mit Projekten in Nepal und Moçambique hat Viva con Agua innert zehn Jahren bereits über drei Millionen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht.

Greis mag Nachhaltigkeit

Alle Akteure des Festivals, darunter bekannte Musikstars wie etwa Dodo & Rita Roof, Baschi, Crazy Mofos, Jo Elle oder Manillio, traten gratis auf. Den Anfang machten Rapper Greis und Gitarrist Benjamin Noti mit Chansons im Stil von Mani Matter und mit viel Humor. Es herrschte eine positive, friedliche Stimmung. Im Interview sagte Greis: «Seit es Viva con Agua gibt, bin ich immer wieder involviert. In Zeiten, wo Grosskonzerne das Wasser monopolisieren wollen, muss unsere Generation dagegen kämpfen.» Er sei bei Brunnenprojekten in Moçambique dabei gewesen, so Greis, und habe gesehen, wie Frauen hätten berufstätig werden und sich emanzipieren können dank kurzer Wege zu Trinkwasser.

Viva con Agua arbeitet mit NGOs wie Helvetas, der Welthungerhilfe und lokalen Partnern zusammen. Solarbetriebene Wasserpumpen verbessern beispielsweise die Lebensbedingungen in Nepal. «Unsere Vision ist eine Welt mit Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle, ein Menschenrecht. Wir helfen dabei nachhaltig und langfristig», so Gregor Anderhub, 33-jähriger Mitbegründer von Viva con Agua.

Die Organisation wurde von einem ehemaligen Spieler des Hamburger Fussballclubs St. Pauli gegründet und nutzte dessen Image für den sozialen Zweck. Anderhub: «Wir stellen die Freude ins Zentrum, um Mitstreiter zu gewinnen. Man kann beispielsweise Party machen, Spass haben und Fakten integrieren.» Für ihre Botschaft nutzen die Organisatoren jede Gelegenheit. So war etwa an den WC-Türen im Resort zu lesen: «Über 80 Prozent des Abwassers aus menschlichen Tätigkeiten werden ohne jegliche Aufbereitung in Flüsse oder Meere abgeleitet.»

Kinder sensibilisieren

Am Samstagnachmittag verwandelte sich das Mattenhof-Resort in ein Kinderparadies. Die vielen Mädchen und Jungen konnten sich schminken lassen und Geschichten hören. Oder aber beim Malen, Basteln und bei Geschicklichkeitsspielen mittun. Mit ihren drei kleinen Kindern war Judith Weiler aus Bönigen dabei: «Wir haben die Einladung zum Kinderprogramm von der Berner Kantonalbank bekommen. Das Thema Wasser ist für uns neu. Ich finde, es wird den Kindern hier sehr gut, interessant und spielerisch erklärt.»

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