Mitte-rechts wird den Ton angeben

Steffisburg

Am 25. November wählt Steffisburg einen neuen Gemeinderat sowie ein neues Parlament. Eine Einschätzung.

Marco Zysset@zyssetli

Sieben amtierende Mitglieder im Gemeinderat, alle treten zur Wiederwahl an, der Gemeindepräsident ist unbestritten. Im Parlament kämpfen 31 der 34 amtierenden Mitglieder um die Wiederwahl: Was auf den ersten Blick unspektakulär scheint, könnte am Wahlsonntag vom 25. November in Steffisburg in einem Rechtsruck enden. Der Teufel liegt bei den Wahlen 2018 im Detail – sprich: in den Listenverbindungen und im Kampf um die Restmandate.

Mit dem Entscheid von FDP und SVP, für Gemeinderat und Parlament je eine Listenverbindung einzugehen, ist am rechten Rand der Politlandschaft eine Grossmacht entstanden: Auch wenn das Duo 2014 gegenüber 2010 eingebüsst hat, sind heuer 45 Prozent Wähleranteil realistisch.

Je nachdem, wie die Reststimmen verteilt werden, ist denkbar, dass die beiden Parteien zusammen auf vier Sitze kommen. Am ehesten müsste wohl einer der zwei SP-Vertreter oder GLP-Mann Hans Berger um seinen Sitz bangen. Der zweite Sitz wurde der SP 2014 erst mit dem ersten Restmandat zugeteilt; Berger schaffte die Wahl dank der Listenverbindung mit der FDP.

Ob die BDP-Stimmen aus der Listenverbindung von GLP und BDP ihn heuer in einem solchen Szenario retten könnten, ist alles andere als sicher. Mit der Einmannkandidatur von Thomas Dermond und im Strudel des Sinkflugs, in dem sich die BDP landesweit befindet, dürfte es schwierig werden, die knapp 7 Prozent Wähleranteil aus dem Jahr 2010 erneut beizusteuern.

«Die Positionen liegen zu nahe beieinander, als dass grundlegende Veränderungen der Wähleranteile zu erwarten wären.»

Im Grossen Gemeinderat ist bei der Verteilung der Sitze auf die Listenverbindungen ein Mitte-rechts-Ruck denkbar. 2010 traten SVP und BDP je alleine an, die SP spannte mit den Grünen zusammen, EDU mit EVP und FDP mit GLP. Heuer sind FDP (heute 5 Sitze im Rat) und SVP (9) eine Listenverbindung eingegangen; mit EVP (4), EDU (2), BDP (3) und GLP (3) spannen in der Mitte gleich vier Kräfte zusammen; die SP muss alleine antreten.

Die grosse Frage: Kann sie den frei werdenden Sitz des Grünen Theo Schmidt erben und acht Mandate für die Ratslinke sichern? Oder gehen die Stimmen der grünen Wähler an die GLP – und damit an den Mitteblock, welcher bei den letzten Wahlen knapp 34 Prozent der Wählerstimmen holte? Bleiben SVP und FDP auf ihren vierzehn Mandaten und die SP auf ihren sieben Sitzen, könnten die Mitte-rechts-Parteien mit dreizehn Ratsmitgliedern zum tonangebenden Block werden.

Warum hier nur mit Zahlen jongliert wird, und nicht mit Themen und Positionen der Parteien? Ganz einfach: Die Positionen liegen – das zeigt die Übersicht dieser Zeitung – zu nahe beieinander, als dass daraus grundlegende Unterschiede und Veränderungen der Wähleranteile zu erwarten wären.

Thuner Tagblatt

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