Misstöne und der Wolf bei den Schafzüchtern

Thun

Die Delegiertenversammlung des Schafzuchtverbandes in Thun verlief turbulent.

Rolf Rüfenacht, der Präsident des Schafzüchterverbands wurde scharf kritisiert. Bild: Rösi Reichen

Rolf Rüfenacht, der Präsident des Schafzüchterverbands wurde scharf kritisiert. Bild: Rösi Reichen

Die Delegiertenversammlung des Verbandes Bernischer Schafzuchtorganisationen am Samstag in Thun war von Misstönen begleitet. Einerseits wurde Präsident Rolf Rüfenacht als Person scharf kritisiert und attackiert.

Dies ging so weit, dass die Fortsetzung der Versammlung per Ordnungsantrag durchgesetzt werden musste. Ein Versammlungsteilnehmer bedauerte den Vorfall. Es sei klar, dass Fehler passieren können, aber keinen guten Faden an einem Menschen zu lassen, sei unfair, ein Neuanfang dringend nötig.

Die Herdebuchtiere beim Verband Bernischer Schafzuchtorganisationen nehmen ab und liegen jetzt bei 11289 Schafen. Zwei Vereine haben sich aufgelöst: Gsteig-Olden und Boltigen. Präsident Rüfenacht sprach von einem erlebnisreichen und kräfteraubenden Jahr.

Der Schweizerische Schafzuchtverband (SSZV) und der bernische Verband haben mit personellen Differenzen zu kämpfen. Es gebe Opposition von kleinen Gruppen, Rücktritte und Anfeindungen, und es läuft nicht rund. Der SSZV hat bis zur Delegiertenversammlung am 23. Februar in Aigle einen Interimspräsidenten, und der Kanton Bern fand leider keinen zweiten Kandidaten zur Nomination für den Vorstand des SSZV.

Knutti bewirbt Vereinigung

Und auch der Wolf war eine Thema. Die Kerngruppe Wolf tagte in zwei Sitzungen. Im vergangenen Jahr seien im Emmental zwölf Schafe und sechs Ziegen gerissen worden. Im Lauterbrunnental seien es sieben Schafe gewesen. Im Frühjahr soll ein SMS-Warn- und -Infodienst starten. Thomas Knutti stellte die Vereinigung zum Schutz der Wild- und Nutztiere vor, diese zähle über 500 Mitglieder.

Der Abschuss eines Wolfs wäre nach erheblichen Schäden vom Gesetz her möglich, meint Knutti und rief die Züchter auf, der Vereinigung beizutreten.

Gewinn und Wahlen

Ueli Müller erläuterte die Zahlen des Verbands, wobei die Revisoren mit dem Gewinn von 6500 Franken überaus zufrieden waren. Zwei kantonale Schauexperten wurden gewählt: für den scheidenden Rudolf Anken aus Oberbalm in offener Abstimmung Andreas Friedli aus Zäziwil.

Für Anton Teuscher aus Latterbach traten zwei Kandidaten an: Arthur Kauer aus Oberwil gewann in geheimer Abstimmung klar gegen Stefan Amacher aus Bönigen. Adrian Fahrni besucht den Expertenkurs. Die BEA öffnet vom 26. April bis zum 5. Mai, wo Röthenbach, Oberdiessbach und die IG Dorper ihre Schafe ausstellen werden.

Dieses Jahr wird der Vorstand Sitzungen mit dem Veterinäramt zur Umsetzung der Tierverkehrsdatenbank abhalten. Die Rückverfolgbarkeit bei Schafen und Ziegen werde viel Arbeit bringen, so Rüfenacht. Da die Zahl der aufgeführten Tiere an Schauen sinke, sollen Hofbeurteilungen unter bestimmten Bedingungen möglich sein.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt