Zum Hauptinhalt springen

In welche Richtung entwickelt sich Steffisburg?

Bei der Mitwirkung zur Ortsplanungsrevision in Steffisburg sind 160 Eingaben eingegangen. Kritisiert wurden vor allem das Baureglement und die Zonenpläne Nord und Süd.

Franziska Streun

Die Richtung, in welche sich die Gemeinde Steffisburg in den nächsten Jahren entwickeln soll, stiess bei der Bevölkerung auf reges Interesse. 160 Personen, Institutionen und Unternehmen nutzten die Gelegenheit, bei der Ortsplanungsrevision mitzuwirken.

Wie die Gemeinde am Dienstag mitteilte, lag der Fokus der Eingaben einerseits beim Baureglement und andererseits bei den Zonenplänen Nord und Süd. Das Reglement wird von der Mehrheit insbesondere wegen der Regelung zu Mobilfunkanlagen abgelehnt, die Zonenpläne mehrheitlich wegen der Um- und Einzonung Hombergstrasse.

«Zwar hätten wir uns noch etwas mehr Rückmeldungen erhofft, doch wir sind in jedem Fall über die rege Beteiligung erfreut», ergänzt Gemeindepräsident Jürg Marti (SVP).

Ihm sei wichtig, nun zu wissen, dass der Dialog zwischen der Politik und der Bevölkerung in diesem wichtigen Planungsinstrument stattfindet. «Mich freut, dass die Revision als Gesamtprojekt grundsätzlich positiv aufgenommen worden ist», hält Marti fest.

Ist die Revision chancenlos?

Der Gemeindepräsident zeigt sich deshalb zuversichtlich, dass die Revision der Ortsplanung trotz der Kritik in einzelnen Bereichen auf gutem Weg ist und sowohl beim Kanton als auch bei den Parteien und der Gesamtbevölkerung eine reale Chance hat.

«Wir haben die ­Bedürfnisse bezüglich Mobilfunkanlagen, Energie und Mobilität sowie jene bezüglich der Biodioversität soweit möglich in den angepassten Plänen miteinbezogen», sagt Jürg Marti (vgl. auch Kasten).

«Was die Regelung für Mobilfunkanlagen betrifft, sind wir als Gemeinde an die Gesetze des Bundes gebunden», ergänzt er. Daher sei der Spielraum für eigene Regelungen sehr beschränkt.

«Es ist sowieso ein schwieriges Thema», sagt der Gemeindepräsident. «Die Lager sind unverändert gespalten. Die einen wollen keine neuen Anlagen mehr, andere wollen Anlagen und ein besseres Angebot und die Dritten höchstens ausserhalb von Wohngebieten.»

«Sie ist mehrheitsfähig»

Und: «Die Kritik der Eingaben widerspiegelt vor allem einzelne Interessen beziehungsweise Quartiersmeinungen, während andere Quartiere sich in der Mitwirkung gar nicht oder wenig geäussert haben», so Marti.

Mit den Anpassungen sollte die Revision nun «in jedem Fall mehrheitsfähig» sein. Auch hätten sich die politischen Parteien im positiven Sinne dazu geäussert. «Ich gehe davon aus, dass sich diese Haltung im Parlament spiegeln wird, wenn die Ratsmitglieder die Ortsplanungsrevision beraten», sagt Jürg Marti.

Einen Wunsch hätte der Gemeindepräsident noch gehabt: «Es wäre schön gewesen, wenn sich nicht nur vor allem Grund- und Hauseigentümer gemeldet hätten, sondern beispielsweise auch Mieterinnen und Mieter.»

139 Fragebogen eingereicht

Während der Mitwirkungsfrist sind laut Medienmitteilung 139 Fragebogen elektronisch oder physisch sowie 21 individuelle Mitwirkungen eingegangen. Von den 139 Fragebogen war auf 114 die Umfrage ausgefüllt, 25 enthielten lediglich die obligatorischen, statistischen Angaben. «Die Teilnehmenden haben sich nicht zu allen Fragen geäussert.

Der grösste Teil der Mitwirkenden hat Bemerkungen zum Baureglement angebracht», ist in der Mitteilung zu lesen. Und: «Eine grosse Anzahl Mitwirkende können geografisch dem Gebiet Glockenthal zugewiesen werden, gefolgt von den Quartieren Flühli-Pfaffenhalte, Flühli-Weiergrabe und Oberdorf.»

Mobilfunk und Umzonung

Besonders aufgefallen sind laut Medienmitteilung folgende Tatsachen: Die Thematik der Mobilfunkanlagen löste bereits in der Vergangenheit viel Kritik aus, so nun auch in der Mitwirkung.

Die Aufnahme des Artikels 50 im Baureglement zu den Mobilfunkanlagen wurde im Grundsatz von 69 Prozent der Stimmen gutgeheissen. Zur vorgeschlagenen Regelung gingen indessen 33 Ergänzungsvorschläge und 16 Streichungswünsche ein, welche teilweise mehrfach genannt wurden. Die beiden Zonenpläne zur Um- und Einzonung Hombergstrasse wurden von fast 56 Prozent der Teilnehmenden abgelehnt.

«Ich hätte mirgewünscht, dass sich auch Mieterinnen und Mieter zurEntwicklung in ihrer Gemeindegeäussert hätten.»

Jürg Marti,Gemeindepräsident von Steffisburg

Das Baureglement wird abgelehnt, weil 58 Prozent mit der Regelung zu Mobilfunkanlagen und/oder der Um- und Einzonung Hombergstrasse nicht einverstanden sind.

Noch deutlicher fällt das Resultat laut Medienmitteilung bei den Zonenplänen Nord und Süd aus. Diese wurden als Gesamtes abgelehnt, weil 70 Prozent der kritischen Stimmen zur Um- und Einzonung Hombergstrasse Nein sagten.

Vollständige Angaben zur Mitwirkung zur Ortsplanungsrevision: zukunftsraum.steffisburg.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch