Medizin und Kunst – Fotografien und Oasen

Thun

Das Kunstmuseum Thun setzt sowohl bei seinen vier diesjährigen Ausstellungen als auch im Thun-Panorama neue Akzente: So begegnen sich in den musealen Räumen etwa Medizin und Kunst und im Schadaupark Neugierige und eine «Grüne Oase im Wandel».

«Mirror Images»: Die erste Ausstellung im Kunstmuseum ist der wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung gewidmet – hier mit dem Objekt «Das Gehirn» von Adib Fricke.

«Mirror Images»: Die erste Ausstellung im Kunstmuseum ist der wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung gewidmet – hier mit dem Objekt «Das Gehirn» von Adib Fricke.

(Bild: zvg)

Während die aktuelle und letzte Ausstellung im Kunstmuseum der Saison 2016 mit der Cantonale Berne noch bis zum 22. Januar andauert, laufen die Vorbereitungen für die neue Saison auf Hochtouren. «Als wissenschaft­liche Assistentin frage ich beispielsweise für Leihgaben an, ­betreue Sponsoringanträge, bediene die Medien, schreibe Katalogtexte und bereite Führungen vor», sagt Katrin Sperry.

Sie teilt ihren Tätigkeitsbereich mit Anja Seiler, wie sie wissenschaftliche Mitarbeiterin. Auch die Museumsdirektorin Helen Hirsch ist mit einem Fuss stets in der Zukunft: «Eine Reise in einen anderen Kulturkreis oder das Gespräch und der Austausch mit Kulturschaffenden sind für mich immer wieder positive Anreize, die mich beflügeln.»

Das Engagement trägt Früchte: Zufrieden schaut Helen Hirsch auch zurück auf die zu Ende gehende Saison: «Zwar ist die ‹Cantonale› noch offen, doch bereits verzeichnen wir im Museum inklusive Thun-Panorama 21'000 Eintritte», sagt sie.

Von Medizin bis Kunst

Der Saisonbeginn im Thun-Panorama steht am Samstag, 11. März, bevor, welcher mit einer neuen Sonderausstellung «Grüne Oase im Wandel» und einem neuen Audioguide zum Rundbild aufwartet. Daher stehen diese Tage vor allem im Zeichen der Vorbereitungen auf die erste Ausstellung im neuen Jahr, die Helen Hirsch am 10. Februar an der Vernissage eröffnet.

«Mit ihr möchten wir vor allem auch Jugendliche ansprechen.»Museumdirektorin Helen Hirsch

Das Museum startet mit der interdisziplinären und international besetzten Ausstellung «Mirror Images – Spiegelbilder in Kunst und Medizin», die erstmals in einem Kunstmuseum gezeigt wird. «Mit ihr möchten wir vor allem auch Jugendliche ansprechen», sagt Hirsch. Eine Aussenskulptur des Thuner Künstlers Paul le Grand ergänzt zudem die Ausstellung.

Kuratiert hat Alessandra Pace den Prototyp der Ausstellung ursprünglich für das Medizinhistorische Museum in Berlin. Die Objekte beleuchten aus künstlerischer und neurowissenschaftlicher Sicht die Wahrnehmung des eigenen Körpers im Spiegel. Zum Rahmenprogramm, welches bei jeder Ausstellung aus unterschiedlichen Aktivitäten besteht, können Interessierte am Sonntag, 5. März, im Kino Rex den Film «Der Spiegel» von Andrei Tarkowski, 1975, sehen.

Von Fernweh und Heimat

Die Sommerausstellung steht unter dem dem Titel «Aller-retour. Schweizer Fotografie im Wechselspiel zwischen Fernweh und Heimat». Diese dauert vom 20. Mai bis 13. August und bewegt sich zwischen dem Weggehen und Heimkehren. Darin zu entdecken sind Blicke von Schweizer Fotografinnen und Fotografen aus mehreren Generationen auf die Welt. Zum Programm gehört beispielsweise am 25. Juni ein Werkgespräch zwischen Helen Hirsch und dem gebürtigen Thuner Fotografen Reto Camenisch.

Die diesjährige Sammlungsausstellung steht unter dem Motto «Bilder erzählen. Bunte Kuh, schwarz-weisser Traum, schnelle Landschaft». Vom 2. September bis 19. November führen Geschichten von Autorinnen und Autoren, Jugendlichen und Kindern durch die Räume und ermöglichen eine neue Sichtweise auf die Museumssammlung.

«Grüne Oase im Wandel»: Auf dem Schadauareal befindet sich nicht nur das Thun-Panorama, es gibt auch Oasen – wie dieses Gewächshaus, ­welches Pascale Amez fotografiert hat. Bild: zvg

Als vierte und letzte Ausstellung der Saison 2017 steht erneut die interkantonale Weihnachtsausstellung bevor. Die 7. Cantonale Berne Jura zeigt vom 9. Dezember bis 21. Januar Werke von Kunstschaffenden mit Bezug zu den Kantonen Bern und Jura.

Thuns Pop-Art-Kunst in Aarau

Die Aktivitäten des Museumsteams ziehen oft auch Jahre nach den Ausstellungen weite Kreise. So hängen zum Beispiel vom 7. Mai bis 1. Oktober im Aargauer Kunsthaus Werke von Schweizer Pop-Art-Künstlerinnen und -Künstlern aus der Thuner Sammlung. Diese sind Teil von ihr, weil Museumsdirektor Georg J. Dolezal 1980 und Museumsdirektorin Madeleine Schuppli 2006 zu diesem Thema Ausstellungen organisiert haben. «Wir freuen uns sehr, dass Thuner Werke an der Swiss Pop Art in ­Aarau gezeigt werden», sagt Helen Hirsch.

Mit Augenzwinkern blickt die Direktorin noch ferner in die Zukunft als nur auf diese Saison: «Wir setzen den Fokus auf unsere Sammlung, die in den letzten 70 Jahren zusammengetragen wurde. Für 2018 bereiten wir eine grosse ­Jubiläumsausstellung vor.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt