Spiez

Mauern im Rebberg werden mit Manpower gerettet

SpiezZehn Kilometer Mörtel- und Trockensteinmauern der Rebbau-Genossenschaft prägen das Spiezer Landschaftsbild. Die Sanierung von über 50 Quadratmetern Mauer haben Zivildienstler in Angriff genommen.

Trockensteinmauern im Spiezer Rebberg:  Da ist sowohl Knochen- als auch Präzisionsarbeit gefragt.

Trockensteinmauern im Spiezer Rebberg: Da ist sowohl Knochen- als auch Präzisionsarbeit gefragt. Bild: Guido Lauper

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«Rund ein Dutzend motivierte Männer, die beim Ersatz des Militär- und Zivilschutzdienstes nicht den Weg des geringsten Widerstands gehen, beteiligen sich bei der Instandstellung der baufälligen Bruchsteinmauern», erklärt Projektleiter Lukas Hutmacher von der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz. Untergebracht sind die Männer im Blue Turtle in Faulensee.

Die Männer kommen aus der ganzen Schweiz und aus verschiedensten Berufen. Nebst der Knochenarbeit im Rebberg mit den Bruchsteinen aus Ringgenberg sind sie auch für die Organisation des dreiwöchigen Arbeitseinsatzes verantwortlich; vom Küchenchef über den Finanzkontrolleur und den Sanitäter bis zum Unterhalt der eingesetzten Werkzeuge und Baumaschinen.

Die Anlieferung des Materials erfolgt vom Weidli im Spiezmoos via Spiezberg, zum Teil aber auch mit dem Helikopter. «Letzteres passiert, um die schädliche Verdichtung des Bodens durch schwere Geräte zu vermeiden», wie die Leiterin der Rebbau-Genossenschaft, Ursula Irion, betont.

Kosten werden geteilt

Die Kosten von 100'000 Franken für die rund 50 Quadratmeter Trockenmauern im Sonnenfels oberhalb der neuen Bibliothek teilen sich die Landbesitzer, unter anderem die Gemeinde Spiez und der Kanton Bern als Landeigentümer und Miteigentümer der Mauern, die Rebbau-Genossenschaft Spiez, der Fonds Landschaft Schweiz, der Zivildienst und der Ökofonds der Energiefirma BKW AG. Letztere hat über den Verkauf von Strom mit dem Qualitätslabel «naturemade star» einen namhaften Beitrag für die Sanierungsarbeiten in Spiez gesprochen.

«Wir könnten die Mauersanierungskosten der nächsten Jahre unmöglich allein stemmen und sind auf alle erdenkliche Unterstützung angewiesen», hält Ursula Irion fest. Die Begründung: Diese sind so hoch, weil von insgesamt zehn Mauerkilometern in den nächsten Jahren etwa zehn weitere Mauerabschnitte ersetzt werden müssen.

«Entspricht der Philosophie»

«Trockensteinmauern halten mehrere Generationen und sind mindestens so standhaft wie Beton, wenn sie qualitativ gut gebaut werden», ist die Leiterin der Rebbau-Genossenschaft überzeugt. «Zudem entsprechen sie unserer Philosophie der Nachhaltigkeit und des Schutzes des Landschaftsbildes. Sie sind ein weiterer Schritt in eine ökologischere Weinbauzukunft.»

«Mit diesem Mauerersatz leisten wir einen bedeutenden Beitrag an das Spiezer Landschaftsbild. Menschen, die sich für das Kulturgut Weinbau in Spiez aktiv einsetzen möchten, sind als neue GenossenschafterInnen herzlich willkommen» sagt die Betriebsleiterin. ()

Erstellt: 12.10.2015, 07:15 Uhr

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